FAZ 25.09.2026
15:33 Uhr

Putins Hybrider Krieg: Die russischen Anschläge zielen auf die deutsche Kampfmoral


Die Wahlerfolge der AfD dürften Putin darin bestärken, seinen „hybriden“ Krieg gegen Deutschland fortzusetzen. Er liefert seinen nützlichen Idioten damit Munition.

Putins Hybrider Krieg: Die russischen Anschläge zielen auf die deutsche Kampfmoral

Der „hybride“ Krieg, den Russland gegen Deutschland und andere Unterstützer der Ukraine in Europa führt, beschränkt sich schon lange nicht mehr auf Cyberangriffe. Der Kreml geht mehr und mehr auch zu Sprengstoff- und Brandanschlägen über, inzwischen sogar auf offener Straße wie Anfang des Monats in München. Zwar bestreitet Moskau stets, Auftraggeber gewesen zu sein. Doch ist es auch nicht todunglücklich, wenn es als solcher entlarvt wird. Es soll für alle erkennbar bleiben, dass die grünen Männchen mit ihren Drohnen und Brandsätzen nicht vom Mars kamen. Schuld ist die Ukraine, die sich Putin einfach nicht ergibt Mit diesen Angriffen liefert Putin seinen deutschen Anhängern am rechten und linken Rand Munition für deren Propaganda, der zufolge die deutsche Unterstützung für die überfallene Ukraine dazu führt, dass man auch hierzulande Angst vor Angriffen mit Drohnen und Bomben haben muss. Daran ist nach Ansicht von Moskaus nützlichen Idioten in Deutschland aber natürlich nicht Putin schuld, sondern die Regierung Merz. Und die Ukraine, die sich einfach nicht ergibt. Die russischen Anschläge in Deutschland haben ein weiches Ziel: den Willen der Deutschen, Putin weiter die Stirn zu bieten. Man könnte auch von Kampfmoral sprechen. Stellte nach Trump auch noch – ein von der AfD regiertes – Deutschland die Unterstützung der Ukraine ein, dann wäre es um sie geschehen. Die Wahlerfolge der AfD dürften Putin darin bestärken, seinen „hybriden“ Krieg gegen Deutschland fortzusetzen, vielleicht sogar zu intensivieren.