FAZ 18.09.2026
13:06 Uhr

Noch mehr Streaming: Europäische Fußballfans treiben Datenverkehr an


Das europaweite Interesse an den Spielen der Europa League am Donnerstag hat an den Datenknoten des Internets zu einem Allzeithoch geführt. In Frankfurt wurden die Marke von 20 Terabit pro Sekunde geknackt.

Noch mehr Streaming: Europäische Fußballfans treiben Datenverkehr an

Die Europa League ist noch nicht über die Ligaphase hinaus. Aber die Millionen Fußballfans, die am Donnerstagabend zusätzlich vor den Bildschirmen gesessen haben, genügten, um einen neuen Rekord aufzustellen. An Europas größtem Internetknoten, dem De-Cix Frankfurt, wurden nach Angaben des Betreibers erstmals mehr als 20 Terabit pro Sekunde (Tbit/s) übertragen (genau 20,02 Tbit/s). Gleichzeitig habe der Datendurchsatz über alle 60 Internetknoten, die De-Cix verteilt über den Globus betreibt, die Marke von 30 Terabit pro Sekunde erreicht. Auch das sei eine Bestmarke, berichtet die in Frankfurt ansässige Betreibergesellschaft. Die Knoten stehen in verschiedenen Rechenzentren und ermöglichen den Datenaustausch zwischen Netzbetreibern, Cloud-Anbietern, Content-Plattformen und Unternehmen. In Frankfurt sind auf diese Weise 1100 Netzwerke angeschlossen. Was hinter den Zahlen steckt, wird leichter vorstellbar, wenn der Betreiber den Datendurchsatz von 20 Tbit/s in Frankfurt umrechnet: Er entspreche ungefähr elf Millionen gleichzeitig gestreamten Tiktok-Videos. Würde man die Datenmenge Papier ausdrucken, wäre der Stapel inzwischen 16 Mal so groß wie der Mount Everest. Schon mehrmals waren es Fußballtage, an denen die bisherigen Höchstmarken im Datenverkehr überschritten wurden. Im Dezember des vergangenen Jahres etwa bejubelte De-Cix nach einem Spieltag der Champions League einen neuen Frankfurter Rekord: Während der Begegnung zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Barcelona liefen damals in der Sekunde 18,73 Terabit durch das Datendrehkreuz, eine neue Allzeit-Höchstmarke. „Wenn Millionen Menschen gleichzeitig Fußball streamen, entstehen innerhalb weniger Augenblicke enorme Datenströme“, sagt Ivo Ivanov, Geschäftsführer von De-Cix.