Normalerweise haben politische Börsen kurze Beine. Das bedeutet, dass die Aufregung um politische Ereignisse an den Märkten nur von kurzer Dauer ist. Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin waren so gesehen an den Märkten Nichtereignisse. Der Dax lag am Montag sogar leicht im Plus. Das dürfte weniger an den möglichen linken Koalitionen in den beiden Bundesländern liegen, sondern eher an den Nachrichten zum Öl. So sind die US-Rohöllagerbestände überraschend deutlich gestiegen. Das muss keine Entspannung an deutschen Tankstellen bedeuten, wohl aber zur Entspannung von Anlegern beitragen. Zu den größten Verlierern im Dax gehörte dann aber doch die Wohnungsbaugesellschaft Vonovia, deren Aktien um über zwei Prozent nachgaben und auf das Niveau aus dem Jahr 2023 zurückfielen. Noch ist völlig unklar, wie sich das Vorhaben der Linken entwickelt, Wohnungsbaugesellschaften in Berlin zu enteignen. Sollte es dazu kommen, wird das viele Jahre dauern, doch noch wichtiger ist ein anderer Punkt: Was für ein Signal sendet die Enteignung an mögliche Investoren ins Ausland, die dieses Land so dringend braucht? Diese Unsicherheit ist an den Märkten noch nicht angekommen. Das ist gut so. Denn nicht alles, was in Wahlprogrammen steht, wird auch tatsächlich umgesetzt. Nach Wahlen gilt es klug zu entscheiden, was zu sinnvollen Kompromissen führt.
