Jetzt geht es los: Der Feldberg ist voll, und der Rand des Mondes schiebt sich langsam über die Sonnenscheibe. Die Temperatur sinkt merklich. In 40 Minuten ist das Maximum erreicht, dann werden knapp 90 Prozent der Sonne verdeckt sein.
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12.08.2026 19:47 Uhr |

Jetzt geht es los: Der Feldberg ist voll, und der Rand des Mondes schiebt sich langsam über die Sonnenscheibe. Die Temperatur sinkt merklich. In 40 Minuten ist das Maximum erreicht, dann werden knapp 90 Prozent der Sonne verdeckt sein.
36 Prozent in Wiesbaden – und ich wünsche mir eine bessere Handykamera.
Iberia mit SonderflugDer Flug mit der Nummer IB1473 ist um 18.45 Uhr am Flughafen Madrid-Barajas gestartet und hat Kurs auf die Provinz Palencia genommen. Dort soll sich die Maschine in die sogenannte Totalitätszone der Sonnenfinsternis begeben. Seit 19.33 Uhr können Interessierte die Bilder einer GoPro-Kamera live verfolgen, die an einem rechten Fenster des Airbus A321XLR angebracht ist. Die Kamera soll zeigen, wie der Schatten des Mondes über die Erde beziehungsweise die Wolkendecke zieht.
Da sind die Eisberge im Hintergrund plötzlich völlig uninteressant: Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffs Ambition beobachten den Beginn der totalen Sonnenfinsternis vor der Küste Grönlands.
In Island herrscht schon Sonnenfinsternis. Im Norden Spaniens beginnt der Mond erst, die Sonne in Mañón (A Coruña) zu verdunkeln. Danach wird sich der Schatten auf der gesamten Halbinsel ausbreiten. Überall auf Hügeln, Balkonen und an Stränden warten die Menschen auf die erste „Eclipse total“ auf der ganzen Iberischen Halbinsel seit 1912.
Durch die Handykamera lässt sich noch nicht viel erkennen, mit der Brille sieht die Sonne schon aus, als hätte die Maus ein Stück abgeknabbert. Ed aus Michigan erzählt derweil von der totalen Finsternis 2017 in den USA: Wie es mitten am Tag dunkel wurde und selbst die Vögel das Zwitschern einstellten. In Wiesbaden herrscht noch reger Lärm.
Hier der Beweis: Es muss keine langweilige Brille sein! Allerdings haben wir große Zweifel, ob die Brille der Isländerin ausreichend schützt. Noch ist in Deutschland etwa eine halbe Stunde Zeit: Mein Kollege Paul Weinheimer erklärt hier, wie Sie sich eine sichere Alternative bauen.
Jetzt heißt es auch in Wiesbaden: Brillen auf!
Die Ersten schauen in Wiesbaden schon neugierig durch die Teleskope der Sternwarte, die mit der selben Folie geschützt sind wie die Brillen. Bislang lassen sich nur die Flecken auf der Sonne beobachten. In ein paar Minuten soll es aber losgehen, die Wiese ist inzwischen mit hunderten Menschen gefüllt.
Auch in der Hauptstadt ist das Interesse groß: Kurz vor der partiellen Sonnenfinsternis haben sich im Umkreis des Planetariums in Berlin-Prenzlauer Berg Hunderte Menschen eingefunden. Die Polizei versuchte, die Menschenmasse zu koordinieren. Es seien „wahnsinnig viele Menschen zu dem Planetarium gekommen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Man wolle versuchen, die Massen „in geordnete Strukturen zu bekommen“. Es gehe um die „reine Gefahrenabwehr“, so der Sprecher.Das Zeiss-Großplanetarium hatte damit geworben, eine kostenfreie Sonnenfinsternisbrille zur Verfügung zu stellen. Aber nur „solange der Vorrat reicht“, so die Pressesprecherin der Stiftung Planetarium Berlin. Gegen 20.08 Uhr hat sich der Mond in Berlin zu etwa 85 Prozent vor die Sonne geschoben. Das ist die maximale Bedeckung, die in Berlin zu sehen ist. Gegen 20.37 Uhr endet das Schauspiel.
Diese beiden Feldberg-Besucher dürften die unangefochtene Premium-Version der Lochkamera gebaut haben: „Die Physik sagt, je länger der Weg, umso schärfer das Bild.“ Niki und sein Freund haben sich im Baumarkt mit dem passenden Equipment ausgestattet, um die Sonnenfinsternis auch ohne Schutzbrille in höchster Auflösung mitzuerleben. Jetzt kann der Mond kommen.Hunderte Menschen sind inzwischen hier. Der Parkplatz ist schon etwa eine Stunde vor der Sonnenfinsternis voll. Die Zufahrt oben am Berg sei gesperrt, sagte eine Polizeisprecherin am Abend. Sie riet den Menschen, die Sonnenfinsternis von anderen Orten unterhalb des Berges zu betrachten.
Er hatte vermutlich die weiteste Anreise: Ed kommt aus Michigan – er besucht eigentlich Familie im Rhein-Main-Gebiet. Von der Sonnenfinsternis hat er erst vor Ort erfahren, berichtet er. Kaum zu glauben: Das T-Shirt habe er zufällig im Gepäck gehabt. 2017 sei er mit Familie extra acht Stunden nach Tennessee gefahren, um einen guten Blick auf die totale Sonnenfinsternis zu haben. „Ein einzigartiges Erlebnis“, sagt er.
In Wiesbaden lässt sich das Spektakel am besten von der Anhöhe wenige Meter von der Sternwarte entfernt verfolgen. Viele haben Campingstühle, Picknickdecken und Snacks mitgebracht, auch die ein oder andere selbst gebastelte Lochkamera ist zusehen. Die Sternwarte hat ein paar Teleskope aufgestellt.