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11.03.2026
15:54 Uhr
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Von Doha nach Riad +++ Frachter in der Straße von Hormus von „unbekanntem Geschoss“ getroffen +++ Schwerste Angriffe auf Teheran seit Kriegsbeginn +++ alle Entwicklungen im Liveblog

New York Times: USA laut Untersuchung für Raketenangriff auf Mädchenschule verantwortlichEine noch andauernde Untersuchung des amerikanischen Militärs hat bislang ergeben, dass die Vereinigten Staaten für den tödlichen Raketenangriff auf eine iranische Grundschule verantwortlich sind. Das berichtete die „New York Times“ am Mittwoch unter Berufung auf amerikanische Beamte und andere mit den vorläufigen Ergebnissen vertraute Personen.Demnach erfolgte der Angriff auf die Mädchenschule am 28. Februar aufgrund eines Zielfehlers des amerikanischen Militärs, das eigentlich eine benachbarte iranische Basis angriff, zu der das Schulgebäude vormals gehört hatte. Laut den vorläufigen Ergebnissen erstellten Offiziere des US-Zentralkommandos die Zielkoordinaten für den Angriff anhand veralteter Daten. Laut Iran wurden bei dem Angriff mindestens 175 Menschen getötet, unter ihnen vor allem Kinder.Aus dem Weißen Haus hieß es dazu auf Nachfrage der Zeitung, wie „die New York Times“ selbst schreibe, „läuft die Untersuchung noch“. Präsident Donald Trump hatte behauptet, Iran sei für den Angriff auf die Schule verantwortlich. Sie seien „sehr ungenau“ mit ihren Kriegswaffen. Nach dem Tomahawk-Marschflugkörper gefragt, der auf Videoaufnahmen nach dem Angriff zu sehen ist, sagte der Präsident, es gebe mehrere Länder, die im Besitz des amerikanischen Marschflugkörpers seien. Auch Iran besitze Tomahawks. Dies ist nach Aussagen von Fachleuten jedoch nicht der Fall.
US-Innenminister zieht „Teil-Freigabe“ von Ölreserven in BetrachtIm Irankrieg erwägen auch die USA, ihre strategischen Ölreserven anzuzapfen. Der amerikanische Innenminister Doug Burgum sagte am Mittwoch dem Sender Fox News, es sei der „perfekte Zeitpunkt, um über eine Teil-Freigabe nachzudenken, um etwas Druck von den Weltmarktpreisen zu nehmen“. Die Bundesregierung hat einen solchen Schritt bereits angekündigt.Die USA sind wie Deutschland Mitglied der Internationalen Energie-Agentur (IEA). Die 32 Mitgliedstaaten beschlossen laut IEA-Erklärung vom Mittwoch, 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Notfallreserven freizugeben. „Die Ölmärkte sind global, deshalb muss die Antwort auf größere Störungen ebenfalls weltweit erfolgen“, erklärte IEA-Direktor Fatih Birol. US-Innenminister Burgum sagte dazu: „Für solche Momente sind diese Reserven da.“ Es gehe im Irankrieg nicht um einen Energiemangel, sondern um ein „vorübergehendes Transportproblem“.Er spielte damit auf die Blockade der Straße von Hormus an. Dort wurde erneut ein Frachtschiff getroffen und geriet in Brand. Die iranischen Revolutionsgarden haben die Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel für gesperrt erklärt. Durch die Straße von Hormus werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert.
USA: Am Dienstag fast stündlich Angriffswellen auf IranDas US-Militär hat in Iran seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben mehr als 5.500 Ziele angegriffen. „Erst gestern hatten wir fast stündlich Angriffswellen aus verschiedenen Richtungen und von verschiedenen Standorten aus auf Iran“, sagte der zuständige US-Kommandeur Admiral Brad Cooper in einem auf X verbreiteten Video. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Dienstagmorgen auf einer Pressekonferenz gesagt, dass „heute wieder einmal unser heftigster Tag von Angriffen in Iran sein“ werde.Cooper verwies in seinem Update nun darauf, dass die US-Streitkräfte bei ihren Angriffen mehr als 60 iranische Schiffe getroffen hätten. Auch das letzte von insgesamt vier Kriegsschiffen der Soleimani-Klasse sei ausgeschaltet worden. Dabei handelt es sich um ein relativ modernes Kampfschiff der iranischen Revolutionsgarden. Der Katamaran ist nach dem von den USA getöteten General Ghassem Soleimani benannt.
Spanien beruft Botschafterin aus Israel abSpanien hat angesichts der angespannten Beziehungen zu Israel seine Botschafterin in Tel Aviv, Ana Salomón, von ihrem Posten abberufen, wie im spanischen Amtsblatt mitgeteilt wurde. Die Diplomatin war schon im September vergangenen Jahres zu Konsultationen nach Madrid zurückgerufen worden, nachdem Israels Außenminister Gideon Saar Spanien eine anti-israelische und antisemitische Kampagne vorgeworfen hatte. Spanien ist seit Jahren einer der schärfsten europäischen Kritiker der in Teilen rechtsextremen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Regierung in Madrid hat Palästina als Staat anerkannt und Regierungschef Pedro Sánchez warf Israel einen Völkermord im Gazastreifen vor. Zudem verhängte Spanien Sanktionen gegen Israel. Die derzeitigen israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran kritisiert Sánchez als Bruch des Völkerrechts. Israel wiederum hatte seine Botschafterin Rodica Radian-Gordon schon im November 2023 zu Konsultationen nach Jerusalem zurückgerufen. Seither ist der Posten vakant.
Starmer: Royal Air Force mehr als 230 Stunden im EinsatzDie britische Luftwaffe Royal Air Force hat seit Beginn des Irankriegs mehr als 230 Stunden an Einsätzen in der Region geflogen. Das sagte der britische Premierminister Keir Starmer bei der wöchentlichen Fragestunde im Parlament in London. Zum Schutz von britischen Staatsbürgern und Verbündeten seien bei den defensiven Einsätzen etliche Drohnen abgeschossen worden, so der Labour-Politiker.Starmer hatte den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen mit der anfänglichen Weigerung, britische Luftwaffenstützpunkte für US-Angriffe auf Iran zur Verfügung zu stellen. Später lenkte er ein, beschränkte die Erlaubnis jedoch auf Angriffe gegen iranische Infrastruktur zum Abschuss von Raketen.
Minen in der Straße von Hormus? Im Irankrieg rückt die für die Ölversorgung Asiens wichtige Straße von Hormus zunehmend in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit. Nachdem Iran offenbar begonnen hat, Minen in der Meerenge zu verlegen, zerstörte das US-Militär nach eigenen Angaben 16 iranische Minenleger-Boote. Laut CNN hat Iran in den vergangenen Tagen rund ein Dutzend Minen in der für die Schifffahrt wichtigen Meerenge platziert. Der Sender stützt sich dabei auf Aussagen von ungenannten Quellen. Eine der Personen sagte demnach, Iran verfüge noch immer über das Gros seiner kleinen Boote und Minenleger. Die Streitkräfte könnten demnach Hunderte von Minen in der Wasserstraße verlegen. Der Sender CBS berichtete über entsprechende Pläne Irans. US-Präsident Donald Trump hatte auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social für den Fall einer Sperrung der Straße von Hormus gedroht, Iran so stark zu bombardieren, dass das Land nicht wieder aufgebaut werden könne. Ein Militärsprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam Al-Anbija, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt, drohte, Iran werde es „niemals zulassen, dass auch nur ein Liter Öl zugunsten der USA, der Zionisten und ihrer Partner durch die Straße von Hormus transportiert wird“. An die USA gerichtet sagte er: „Ihr solltet wissen, dass ihr den Öl- und Energiepreis nicht künstlich niedrig halten könnt. (...) Rechnet mit einem Preis von 200 Dollar pro Barrel, denn der Ölpreis hängt von der Sicherheit der Region ab – und ihr seid die Quelle dieser Unsicherheit.“
Als Mittel gegen die steigenden Ölpreise erlaubt die Bundesregierung, die Notreserven anzuzapfen. Auch an den Tankstellen sollen die Spritpreise gebremst werden, hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bekanntgegeben:
Katz: Irankrieg hat keine zeitliche Begrenzung Der Krieg gegen Iran ist nach den Worten des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz nicht zeitlich begrenzt. „Diese Operation wird ohne jegliche zeitliche Begrenzung fortgesetzt, so lange es nötig ist, bis wir alle Ziele erreicht haben und der Kampf entschieden ist“, sagte Katz nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit der Armeeführung im Militärhauptquartier in Tel Aviv. Katz sprach demnach von „sehr beeindruckenden Erfolgen im Angriff und in der Verteidigung“ in enger Zusammenarbeit mit den USA. Die überlebende iranische Führung fliehe „wie Mäuse in die Tunnel, genau wie die Hamas-Führung im Gazastreifen“. Er behauptete, die Leichenkühlanlagen in Krankenhäusern im Iran seien „voll mit Tausenden Mitgliedern der Revolutionsgarde und der Basidsch-Milizen“. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die iranische Führung bezeichnete er als „Gruppe von Feiglingen, die auf Frauen, Kinder und ältere Menschen auf den Straßen einschüchternd wirken, spezialisiert auf Massaker und die Tötung von Zivilisten“. Man werde weiter angreifen, um den Machtapparat „in Teheran und im ganzen Iran Tag für Tag, Ziel für Ziel“ zu zerschlagen. Dies solle es dem iranischen Volk ermöglichen, sich aufzulehnen und die Führung zu stürzen.
Iran droht: Kein Tropfen Öl wird durch Straße von Hormus gelangenIrans Militärführung hat jedes Schiff und jede Ölladung für die USA, Israel und ihre Partner in der für den weltweiten Handel wichtigen Straße von Hormus als legitimes Ziel von Angriffen bezeichnet. „Wir werden niemals zulassen, dass auch nur ein Liter Öl zugunsten der USA, der Zionisten und ihrer Partner durch die Straße von Hormus transportiert wird“, sagte ein Militärsprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam Al-Anbija, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt. „Eure lebenswichtigen Zentren und Stützpunkte werden einer nach dem anderen in dem Feuer brennen, das ihr entfacht habt“, drohte der Militärsprecher weiter. „Und sie werden wieder und wieder brennen.“
Deutschland gibt offenbar Teil der nationalen Ölreserven freiDeutschland gibt nach Informationen der Nachrichtenagenturen dpa und AFP einen Teil der nationalen Ölreserven frei. Die Agenturen berufen sich auf Regierungskreise. Hintergrund sind die wegen des Irankriegs deutlich gestiegenen Öl- und Spritpreise. Die G7-Staaten hatten deshalb über eine Freigabe von Reserven beraten. Laut Angaben der Nachrichtenseite tagesschau.de geben auch weitere G7-Staaten Teile der nationalen Ölreserven frei.
Israelische Angriffe im Stadtzentrum von Beirut
EU bereitet Optionen zur Senkung der Energiepreise vor Die Europäische Union bereitet Optionen zur Senkung der Energiepreise vor. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch im Europa-Parlament in Brüssel an. Dazu gehörten die bessere Nutzung von Stromabnahmeverträgen, staatliche Beihilfen sowie Subventionen oder Obergrenzen für Gaspreise. Sie forderte indirekt auch EU-Staaten zu eigenen Maßnahmen auf: In manchen Ländern sei die Besteuerung von Gas sehr viel höher als die des elektrischen Stroms. Hier gebe es Raum für entlastende Maßnahmen. Sie erklärte, Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen habe in den ersten zehn Tagen des Iran-Krieges Mehrkosten von drei Milliarden Euro verursacht. Einer Wiederaufnahme der Importe russischen Gases und Öls erteilte die EU-Kommissionspräsidentin eine Absage: „In der aktuellen Krise argumentieren einige, dass wir unsere langfristige Strategie aufgeben und sogar zu russischen fossilen Brennstoffen zurückkehren sollten“, sagte sie vor den Abgeordneten. „Das wäre ein strategischer Fehler.“
Vier Verletzte bei Drohnenabsturz nahe Flughafen von Dubai Bei dem Absturz von zwei Drohnen in der Nähe des Flughafens von Dubai sind Behördenangaben zufolge vier Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten verletzt worden. Zwei Drohnen seien am Mittwoch in der Nähe des internationalen Flughafens abgestürzt und hätten zwei Ghanaer und einen bangladeschischen Staatsangehörigen leicht verletzt, ein Inder sei mittelschwer verletzt worden, erklärte das Medienbüro der Metropole. Der Flugverkehr sei ohne Unterbrechung fortgesetzt worden.