FAZ 12.08.2026
09:01 Uhr

Liveblog Irankrieg: Trump: Straße von Hormus „gehört uns“


USA haben laut US-Präsident „vollständige Kontrolle“ über die Meerenge +++ US-Helikopter beschießt Tanker in Golf von Oman +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Trump: Straße von Hormus „gehört uns“

US-Hubschrauber beschießt Tanker in Golf von OmanDas US-Militär hat einen Tanker bei dem Versuch beschossen, die amerikanische Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen. Ein Helikopter des Typs MH-60 habe zwei Hellfire-Raketen auf das unter panamaischer Flagge fahrende Frachtschiff „M/V Vela Nova“ gefeuert, als es auf einen iranischen Hafen zusteuern wollte, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf X mit. Zuvor habe die Besatzung „wiederholte Warnungen“ ignoriert. Zunächst war unklar, ob bei dem Vorfall Menschen verletzt oder getötet wurden.Zuvor hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) von einem Zwischenfall im Golf von Oman berichtet. Dabei seien ein Containerschiff und Streitkräfte ohne Nennung eines Landes involviert, hieß es.Die USA blockieren seit Mitte Juli wieder iranische Häfen und Küstengebiete. Ziel der Blockade ist es unter anderem, Teheran Einnahmen aus dem Ölexport zu verwehren. Schiffen wird nicht erlaubt, iranische Häfen anzusteuern oder von dort abzulegen. In der Folge war es immer wieder zu Beschuss von Schiffen gekommen, auch wurden Tanker zu einer Kursänderung gedrängt.

Jemen: Tote nach Huthi-Angriff auf Schiff nahe Rotem MeerBei einem Angriff der Huthi-Miliz auf ein Schiff nahe der Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer sind nach Angaben der jemenitischen Regierung drei Besatzungsmitglieder getötet worden. Ein Schiff sei am Dienstag von einer ballistischen Rakete getroffen worden und daraufhin in Brand geraten, sagte der stellvertretende Informationsminister Fajad al-Numan der Deutschen Presse-Agentur. Eine regierungsnahe Truppe hatte zuvor über den Angriff berichtet. Die drei Getöteten stammten demnach aus Pakistan und Indonesien. Die Huthi äußerten sich zunächst nicht zu den Berichten.Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi im Jemen hatte sich zuletzt erneut zugespitzt. Die Huthi greifen in dem Rahmen auch immer wieder Schiffe im Roten Meer und der für den internationalen Handel wichtigen Meerenge Bab al-Mandab an. 

Die Basidsch-Miliz soll zum Spitzelnetzwerk werden Irans Oberster Führer Modschtaba Khamenei hat den früheren Geheimdienstchef Hossein Taeeb zum neuen Chef der Freiwilligenmiliz Basidsch ernannt. Damit betraut Khamenei einen seiner engsten Verbündeten mit der Aufgabe, jegliche Unruhen im Land zu unterdrücken. Taeeb hatte im März entscheidend dazu beigetragen, dass der Sohn des getöteten Obersten Führers Ali Khamenei zu dessen Nachfolger gewählt wurde. Der frühere Geheimdienstchef stand schon einmal an der Spitze der Basidsch, als die Miliz 2009 Massenproteste gewaltsam niederschlug. Nun soll er die Organisation mithilfe moderner Technologie zu einem Spitzelnetzwerk „gegen feindliche Bedrohungen“ ausbauen. Neben Taeeb hat Khamenei am Montagabend etliche andere Posten im Sicherheitsrat formell besetzt. In den meisten Fällen wurden die amtierenden Kommandeure bestätigt. Mit den Personalentscheidungen tritt der neue Oberste Führer erstmals aus dem Schatten der Revolutionsgarde. Offenbar sind sie ein erster Schritt, um seine Macht zu konsolidieren. 

Trump: Haben in gesamter Straße von Hormus Minen geräumtUS-Präsident Donald Trump zufolge sind in der gesamten Straße von Hormus Minen geräumt worden. Das sagte der Republikaner im Weißen Haus vor Journalisten und betonte, dass die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Die USA kontrollierten die für den Öltransport wichtige Seestraße „zu 100 Prozent“. Gelegentlich würde Iran eine Mine ablegen, man finde diese Minen aber.Die Kriegsparteien ringen schon länger um die vollständige Wiedereröffnung der Straße. Der Nationale Sicherheitsrat Irans knüpfte dies iranischen Medienberichten zufolge an Zugeständnisse der USA und ihrer Verbündeten. Iran beabsichtigt nach Angaben des Außenministeriums in Teheran zudem, von Handelsschiffen Gebühren für eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben.

Trump fordert Entschädigung von TeheranUS-Präsident Donald Trump fordert von Iran Entschädigungszahlungen für die ⁠Opfer des Konflikts mit den USA und Israel. Die iranische Führung müsse für „all die Menschen, die sie getötet und schwer verwundet hat“, Schadenersatz leisten, erklärt Trump. Er reagiert damit auf iranische Forderungen nach ‌Entschädigungen für Kriegsschäden.

Khamenei besetzt Spitzenposten in der Armee neuIrans Oberster ⁠Führer Modschtaba Khamenei besetzt sechs Spitzenposten bei der Revolutionsgarde und den Streitkräften neu. Wie aus einer schriftlichen Botschaft auf den Social-Media-Kanälen Khameneis hervorgeht, wird unter anderem Generalmajor ‌Ali Abdollahi neuer Generalstabschef der Streitkräfte. Zum Oberbefehlshaber der Revolutionsgarde ernennt Khamenei Brigadegeneral Ahmad Wahidi. 

Iran geht auf Trumps Schachvergleich einIrans Außenamtssprecher Ismail Baghai hat einen Schachvergleich von Donald Trump gekontert. Baghai griff Trumps Vorlage auf und sagte laut iranischen Medien während einer Pressekonferenz in Teheran: Ob nun eher unauffällig oder im Rampenlicht – die Iraner hätten bewiesen, dass sie professionelle Schachspieler seien. Der US-Präsident hatte am Sonntag im Gespräch mit dem Nachrichtenportal „Axios“ Zuversicht geäußert und zum Hin und Her der diplomatischen Bemühungen mit Iran gesagt: „Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie.“ Hintergrund der Äußerungen waren weitreichende Forderungen des Nationalen Sicherheitsrats Irans an die US-Regierung, bevor die Straße von Hormus wiedereröffnet wird. Baghai sagte laut iranischen Medien zudem, Iran arbeite gemeinsam mit Oman an „Mechanismen zur Überwachung der Sicherheit, zum Schutz der Umwelt und zur Bekämpfung der Kriminalität auf See“. Für die maritimen Dienstleistungen für Schiffe würden entsprechende Gebühren und Entgelte erhoben. 

Huthi-Rebellen greifen erneut Hafenstadt im Jemen anDie von Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen haben erneut die an der Westküste Jemens liegende Hafenstadt Mokka angegriffen. Die Armee teilte am späten Abend auf der Plattform X mit, die Huthi-Miliz habe ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel der von der Regierung kontrollierten Stadt geschossen. Die Luftabwehr habe einige Drohnen abgefangen. Bei einem Angriff der Miliz zuvor seien sieben Zivilisten und Militärangehörige getötet und weitere Menschen verletzt worden, teilte die Armee weiter mit. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari erklärte auf der Plattform Telegram, der Angriff habe saudi-arabischen Truppen und Waffenlagern in der Stadt gegolten. Mokka liegt nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die für die Schifffahrt den Eingang zum Roten Meer bildet. 

Trump verzichtet offenbar vorerst auf Angriffe auf Iran: „Halten uns zurück“US-Präsident Donald Trump will auf weitere Angriffe auf Iran offenbar vorerst verzichten und stattdessen auf wirtschaftlichen Druck setzen. „Wir halten uns zurück“, sagte Trump dem Nachrichtenportal „Axios“ am Sonntag in einem kurzen Telefoninterview. „Wir verhandeln nur so halb mit ihnen“, fügte der US-Präsident hinzu. Die US-Regierung warte ab und beobachte  Iran, der eine „enorme Inflation“ und „kein Geld“ habe.Trump hatte erst vor gut einer Woche neue massive Angriffe auf Iran angedroht, diese aber nicht ausführen lassen, weil es „Umrisse einer Vereinbarung“ zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gebe. Zuletzt hatte Iran aber wieder harte Bedingungen für eine Öffnung der für den weltweiten Erdöl- und Erdgashandel wichtigen Meerenge gestellt. 

Khamenei ernennt neuen Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrats Der ehemalige Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Mohsen Rezaei, ist neuer Vorsitzender des iranischen Nationalen Sicherheitsrates. Der oberste Führer Modschtaba Khamenei habe ihn ernannt, teilten iranische Medien übereinstimmend mit. Khamenei schrieb dies auch selbst auf X.Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar waren durch amerikanisch-israelische Luftangriffe viele zentrale Personen der iranischen Führung getötet worden. Rezaei gilt als eine der dienstältesten Figuren des iranischen Machtapparats.

Iran stellt Trump BedingungenNeue Maximalforderungen aus Teheran lassen eine baldige Öffnung der Straße von Hormus unwahrscheinlich erscheinen. Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad Bagher Zolghadr, veröffentlichte an diesem Wochenende eine Liste mit sechs Bedingungen, die die Vereinigten Staaten erfüllen müssten, bevor der Schiffsverkehr in der Meerenge wieder vollständig aufgenommen werden könne.Vor allem die Forderung nach Reparationszahlungen für Kriegsschäden dürfte für Washington indiskutabel sein. Zolghadr sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim, die Schäden beider Kriege, also auch des Zwölftagekriegs im vergangenen Jahr, müssten „in vollem Umfang ohne Abstriche“ bezahlt werden.

Iran erteilt direkten Gesprächen mit den USA eine AbsageIran führt ​nach den Worten von Außenminister Abbas Araghtschi keine ⁠direkten Gespräche mit den USA. Man werde keine Verhandlungen aufnehmen, solange Washington gegen ein im ‌Juni unterzeichnetes Übergangsabkommen verstoße, sagte Araghtschi am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Mehr. Die Gespräche zwischen ‌beiden Seiten ‌liefen jedoch über Vermittler weiter.Zudem äußerte sich der Minister zu der für den Welthandel wichtigen Straße von ​Hormus. Ein Abkommen ⁠mit Oman stehe kurz vor dem Abschluss, wie die ​Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Dies bedeute jedoch keine Wiedereröffnung ⁠der strategischen Meerenge. Vielmehr lege die Vereinbarung die neuen Schifffahrtsrouten fest, die nach einer Wiedereröffnung der Meerenge ⁠genutzt werden ⁠sollen. Eine solche Wiedereröffnung hänge aber davon ab, ⁠dass ​die ⁠USA weitere, nicht näher bezeichnete ​Bedingungen erfüllten.

Libanon: Israel dringt in Dorf unter Kontrolle der Armee ein Israelische Soldaten sind nach libanesischen Angaben in ein Dorf im Süden des Libanon eingedrungen, das einer Vereinbarung zwischen beiden Ländern zufolge unter der Kontrolle der libanesischen Armee steht. Wie staatliche libanesische Medien und der Bürgermeister am Samstag mitteilten, schichteten die Soldaten dort in der Nacht einen Erdwall auf. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, blockiert der Erdwall die Straße am östlichen Ortseingang.Israel und der Libanon hatten sich im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die Entwaffnung der Hizbullah-Miliz, einen schrittweisen israelischen Abzug aus dem Süden des Libanon und die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Dies sollte zunächst in zwei „Pilotzonen“ erfolgen. Eine davon ist das Dorf Sautar al-Gharbija. Die libanesische Armee hatte dort am 21. Juli mit der Stationierung von Soldaten begonnen. Seitdem sollen etwa 50 Familien zurückgekehrt sein.In der Nacht zum Samstag sei dann eine israelische Einheit in das Dorf eingerückt und habe „eine neue Erdbarriere in der Nähe des Dorfplatzes“ errichtet, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur. Die israelische Armee teilte auf AFP-Anfrage mit, sie habe keine Kenntnis „von einem solchen Vorfall in diesem Gebiet“. In libanesischen Armekreisen wurde der Vorfall dagegen bestätigt und als Verstoß gegen das Rahmenabkommen gewertet. Ob sich am Samstag noch israelische Soldaten in der Gegend aufhielten, war den libanesischen Behörden zufolge unklar.

Washington will Vorkriegsniveau in Straße von HormusDem amerikanischen Vizepräsidenten J.D. Vance zufolge verfolgen die Vereinigten Staaten das Ziel, beim Öl- und Gastransport durch die Straße von Hormus wieder das Vorkriegsniveau herzustellen. Das sagte der Republikaner dem amerikanischen Sender Fox News auf die Frage, was bei einem hypothetischen Abkommen ein akzeptabler Status quo für die Meerenge wäre. Vance gab an, dass die Iraner das zugesagt hätten und auch die Golfstaaten das wollten. Gleichzeitig sagte er auch, dass die USA darauf nicht vertrauten. In den vergangenen Wochen hätten die Iraner und die Golfstaaten, insbesondere Oman, darüber gesprochen, wie man einen sicheren Schiffsverkehr gewährleisten könne. Das Problem ist laut Vance vor allem, dass die Iraner zu Beginn des Kriegs eine große Anzahl an Minen verlegt hätten. Aktuell arbeite man daher daran, wie man einen Mechanismus für eine sichere Schifffahrt dort einrichten könne. Vance zufolge schließt das sowohl eine Minenräumung als auch Zusagen Irans ein, keine Handelsschiffe anzugreifen. Der Vizepräsident sprach von einigen in den vergangenen Tagen erzielten Fortschritten, gab aber auch zu erkennen, dass man aus amerikanischer Sicht noch nicht am Ende sei. Er bekräftigte in dem Gespräch auch die bekannte Darstellung, dass Washington im Austausch mit Teheran stehe.