FAZ 18.03.2026
17:33 Uhr

Liveblog Irankrieg: Qatar verurteilt Israels Angriff auf Irans Gasproduktion


Größtes Gasfeld der Welt attackiert +++ Irans Präsident bestätigt Tod des Geheimdienstministers +++ Ölpreise fallen auf fast 100 Dollar je Barrel +++  alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Qatar verurteilt Israels Angriff auf Irans Gasproduktion

Trump droht Iran mit Angriff auf gesamtes Gasfeld Israel wird Irans wichtiges Gasfeld „South Pars“ nach Angaben von Donald Trump nicht erneut angreifen. Das gelte, solange Iran nicht weiter Qatars Gasanlagen attackiere, schränkte er in einem Post auf der Plattform Truth Social ein.Sollten allerdings Iran weiter die Gasindustrie in Qatar angreifen, drohte der US-Präsident mit einer massiven Bombardierung von „South Pars“ „mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat“.

Toter bei iranischen Raketenangriffen in IsraelBei der jüngsten Angriffswelle von Raketen aus Iran ist ein Mensch im Zentrum Israels getötet worden. Ein „ausländischer Arbeiter“ sei in Moschav Adanim, rund 20 Kilometer nordöstlich von Tel Aviv, getötet worden, erklärte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom an diesem Donnerstagmorgen. Der Mann habe „mehrere Splitterverletzungen“ erlitten und sei noch am Einsatzort für tot erklärt worden.Damit steigt die Zahl der Todesopfer in Israel seit Beginn des Irankrieges auf 15. 

Neuer Angriff auf Schiff im Golf von Oman Südlich der Straße von Hormus ist ein Schiff im Golf von Oman von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. An Bord brach ein Feuer aus. Das teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mit. Der Vorfall ereignete sich demnach etwa 20 Kilometer vor der Küste der Stadt Khor Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten, nahe dem südlichen Eingang zur Meerenge von Hormus. Weitere Einzelheiten zu dem Vorfall waren zunächst nicht bekannt. Wegen wiederholter iranischer Angriffe ist die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus, die vom Persischen Golf in den Golf von Oman führt, praktisch zum Erliegen gekommen.

Das Pentagon hat das ​Weiße Haus ⁠gebeten, einen Antrag an ​den US-Kongress ⁠über mehr als ‌200 Milliarden Dollar zur ⁠Finanzierung des ⁠Irankrieges zu genehmigen. ​Dies berichtet die „Washington ⁠Post“ unter ​Berufung auf ‌einen hochrangigen Regierungsvertreter.

Drei Tote nach iranischem Angriff im WestjordanlandBei einem iranischen Raketenangriff im Westjordanland sind palästinensischen Angaben zufolge drei Frauen getötet worden. Sieben weitere Palästinenserinnen seien verletzt worden, eine von ihnen schwebe in Lebensgefahr, teilte der palästinensische Rote Halbmond mit. Laut der Nachrichtenagentur Wafa wurde ein Schönheitssalon in dem Ort Beit Awa südwestlich von Hebron getroffen.Israels Armee bestätigte auf Anfrage, dass es in der Gegend einen Raketeneinschlag gegeben habe. Nach Erkenntnissen des Militärs handelt es sich um eine iranische Rakete - und keine Abfangrakete oder Teile davon. Medienberichten zufolge könnte von Iran zuletzt häufig eingesetzte, international weitgehend geächtete Streumunition den Salon getroffen haben. Iran greift eigentlich nicht palästinensische, sondern israelische Ziele an. Immer wieder schlagen jedoch auch in palästinensischen Gegenden Raketen oder Teile davon ein. Bei einem iranischen Angriff auf Israel im Jahr 2024 wurde ebenfalls ein Palästinenser im Westjordanland von Raketensplittern getroffen und getötet. Der Mann stammte ursprünglich aus dem Gazastreifen.Während es in Israel viele Bunker und Schutzräume gibt, ist das im Westjordanland nicht der Fall. Zudem gibt es keine Warnungen vor Raketenangriffen. 

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erstmals seit Beginn des Irankriegs Ziele in Nordiran angegriffen. „Die israelischen Streitkräfte (...) haben damit begonnen, erstmals Ziele im Norden des Irans anzugreifen“, erklärte die Armee am Mittwochabend. Israelischen Medienberichten zufolge wurden unter anderem iranische Marineschiffe in der Hafenstadt Bandar Anzali am Kaspischen Meer angegriffen. 

Angriff auf Luftwaffenstützpunkt im IrakDer Irak meldet einen Angriff auf einen eigenen Luftwaffenstützpunkt in der Stadt Kirkuk. Ein Geschoss habe einen Brand ausgelöst, teilte das irakische Verteidigungsministerium auf der Plattform X mit. Das Feuer sei unter Kontrolle, es gebe keine Verletzten. Bei dem Luftwaffenstützpunkt im Nordirak handele es sich um eine rein irakische Einrichtung, in der sich keine ausländische Ausstattung oder Personal befinde, hieß es weiter. Das Ministerium bezeichnete den Angriff als inakzeptabel und stelle einen direkten Angriff auf die Fähigkeiten der irakischen Luftstreitkräfte dar. Nicht mitgeteilt wurde, wer verdächtigt werde, dafür verantwortlich zu sein. Der Irak grenzt an Iran und ist im Zuge des Kriegs ebenfalls Schauplatz von Angriffen. Im Irak haben die mit Teheran verbündeten Milizen großen Einfluss, die immer wieder Angriffe auf US-Truppen im Land für sich beanspruchen. In den vergangenen Tagen gab es unter anderem Angriffe auf einen US-Militärstützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad. Zudem geriet die US-Botschaft dort bereits zwei Mal innerhalb weniger Tage unter Beschuss. 

Hizbullah-Angriff auf Südisrael Die libanesische Hizbullah-Miliz hat erstmals seit Kriegsbeginn den Süden Israels angegriffen. In israelischen Orten in der Nähe des Gazastreifens sowie in der Stadt Aschkelon heulten am Abend die Warnsirenen. Israels Armee bestätigte auf Anfrage, dass die Hizbullah dafür verantwortlich sei. Auch mehrere israelische Medien berichteten darüber.Die von Iran unterstützten Schiitenorganisation feuerte am Abend ebenfalls abermals Raketen auf den Norden Israels, der an Libanon grenzt. Auch in der Küstenmetropole Tel Aviv war eine Explosion in der Ferne zu hören. Dort gab es aber keinen Raketenalarm. Berichte über Schäden oder Verletzte nach den neuen Angriffen gab es zunächst nicht. 

Slowakei beschließt Beschränkung für TreibstoffverkaufDie slowakische Regierung hat wegen der durch den Irankrieg verschärften Rohstoffkrise eine Beschränkung des Treibstoffverkaufs beschlossen. Die Verordnung solle vorerst für 30 Tage gelten, könne aber notfalls auch verlängert werden, sagte Ministerpräsident Robert Fico am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung.Als Maßnahme gegen Hamsterkäufe und Tanktourismus dürfen pro Fahrzeug nur mehr Diesel und Benzin bis zu einem Maximalwert von 400 Euro gekauft werden. Die Mitnahme von mehr als 10 Litern in Kanistern oder anderen mitgebrachten Gefäßen ist auch innerhalb dieses Limits verboten. Treibstoffverkäufe ins Ausland werden zusätzlich begrenzt. Die Regierung sieht darin eine Alternative zu drastischen Preiserhöhungen für die Konsumenten.Für Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen gilt ein höherer Preis als für Inländer. Er wird als Durchschnitt der jeweils in den Nachbarländern Österreich, Tschechien und Polen geltenden Preise ermittelt.

Peseschkian warnt vor weiterer EskalationIrans Präsident Massud Peseschkian warnt nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur vor einer weiteren Eskalation. Auf der Plattform X schrieb er, diese „aggressiven Handlungen“ würden Israel, den USA sowie deren Verbündeten keinen Vorteil bringen, sondern die Lage verschärfen. Sie könnten „unkontrollierbare Folgen“ haben, die sich weltweit auswirken. Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf, erklärte auf X, es habe eine neue Eskalationsstufe begonnen. Das Prinzip „Auge um Auge“ gelte. Ein Sprecher der Kommandozentrale der Streitkräfte sagte laut der staatlichen Rundfunkagentur, das Militär habe wiederholt davor gewarnt, dass Iran den Krieg ausweiten werde, sollte seine Energieversorgung angegriffen werden. „Wartet auf die Reaktion Irans“, sagte der Sprecher.Zuvor hatte Israels Luftwaffe Anlagen der Gasindustrie am Persischen Golf angegriffen. Das Gasfeld „South Pars“, das Iran und Qatar ausbeuten, ist die weltweit größte bekannte Gasreserve und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung.

IAEA bestätigt Einschlag in der Nähe von iranischem AtomkraftwerkDie Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt den Einschlag eines Geschosses in unmittelbarer Nähe des iranischen Atomkraftwerks Buschehr. Ein Gebäude 350 Meter vom Reaktor entfernt ist nach Angaben von IAEA-Chef Rafael Grossi am Dienstag getroffen und zerstört worden. Der Reaktor selbst sei unbeschädigt, Mitarbeiter seien nicht verletzt worden. 

Das saudi-arabische Militär habe vier ballistische Raketen auf dem Flug in Richtung der Hauptstadt Riad abgefangen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Nach einer ersten Bestandsaufnahme seien keine Schäden entstanden. 

Israel greift Tankstellen im Libanon anDas israelische Militär hat nach eigenen Angaben mit der Hizbullah-Miliz verbundene Tankstellen angegriffen. Die Tankstellen werden von Al-Amana betrieben, einer mit der Hizbullah verbundenen Organisation. Sie befinden sich vorwiegend in Gebieten mit großer Unterstützung für die Hizbullah, dazu gehören die südlichen Vororte Beiruts, der Südlibanon und die Bekaa-Ebene im Osten des Landes. Die Hizbullah hat im Libanon eine Art Staat im Staate geschaffen. Die Tankstellen sind Teil des parallelen Wirtschaftssystems. In Zeiten von Treibstoffmangel im Zuge der Wirtschaftskrise konnte die Schiitenorganisation über Al-Amana beispielsweise ihre Anhänger bevorzugt versorgen und so ihre Basis stärken, während staatliche Tankstellen leer blieben. 

NATO berät über mögliches Vorgehen in der Straße von HormusDie NATO berät nach Angaben von Generalsekretär Mark Rutte derzeit über den besten Weg zur Öffnung der Straße von Hormus, die von Iran derzeit de facto für den Schiffsverkehr geschlossen gehalten wird. \"Ich stehe in Kontakt mit vielen Verbündeten. Wir sind uns natürlich alle einig, dass die Straße wieder geöffnet werden muss\", sagte Rutte am Mittwoch beim Besuch einer NATO-Übung in Norwegen.