FAZ 18.03.2026
08:31 Uhr

Liveblog Irankrieg: Ölpreise fallen auf fast 100 Dollar je Barrel


Zwei Prozent günstiger als am Vortag +++ Israel greift Zentrum von Beirut an +++ USA setzen Bunkerbrecher an Straße von Hormus ein +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Ölpreise fallen auf fast 100 Dollar je Barrel

Irans Außenminister: Tötungen haben keinen Einfluss auf Stabilität des Systems Irans Außenminister Abbas Araghtschi hält das politische System seines Landes im Krieg weiterhin für überlebensfähig. Dabei spiele auch die gezielte Tötung von Führungspersonen keine Rolle, sagte Araghtschi dem Nachrichtensender Al Jazeera in einem heute veröffentlichten Interview. „Die An- oder Abwesenheit einer einzelnen Person hat keinen Einfluss auf die Struktur“, sagte er. „Entscheidend ist, dass das politische System im Iran eine sehr solide Struktur ist.“Das sei auch der Fall gewesen nach der Tötung des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei durch einen israelischen Luftangriff in Teheran, sagte Araghtschi. „Sogar der Anführer wurde getötet. Aber das System arbeitete weiter und sorgte sofort für Ersatz. So wird es auch sein, wenn jemand anders getötet wird.“ Auch im Fall, dass er selbst getötet würde, stünde jemand anderes bereit, um den Posten einzunehmen, sagte Araghtschi. 

Israelische Rakete trifft Hochhaus in Beirut Bei israelischen Luftangriffen in der Hauptstadt Beirut sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 10 Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden. Am frühen Mittwochmorgen erschütterte eine Explosion das Stadtviertel Baschura: Laut einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur wurde ein Hochhaus getroffen und komplett in Trümmer gelegt. Zuvor hatte Israels Militär vor Angriffen gewarnt. Das Viertel war bereits in der vergangenen Woche Ziel von Luftangriffen gewesen.Staatlichen Medien zufolge traf ein Angriff eine Wohnung im Stadtzentrum, unweit der kürzlich vom israelischen Militär attackierten Filiale eines Finanzinstituts der Hisbollah-Miliz. Weitere Geschosse schlugen Medienberichten zufolge im ebenfalls zentral gelegenen Viertel Basta ein. 

Iran richtet mutmaßlichen Spion hin Irans Justiz hat einen mutmaßlichen Spion für den israelischen Geheimdienst Mossad hinrichten lassen. Das Todesurteil sei am Morgen vollstreckt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Mann sei im vergangenen Jahr während des Zwölftagekriegs in einer ländlichen Region westlich der Hauptstadt Teheran festgenommen worden. Bei der Festnahme seien eine große Menge Bargeld sowie Spionage- und Satellitentelefone gefunden worden, hieß es bei Tasnim weiter. Dem Mann wurde vorgeworfen, Bilder und Informationen über sensible Anlagen an den Mossad übermittelt zu haben. Angeworben worden sei er ursprünglich durch einen Führungsoffizier in Schweden. Es habe auch ein Treffen in Berlin stattgefunden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren. 

Iran richtet mutmaßlichen Mossad-Spion hinIrans Justiz hat einen mutmaßlichen Spion für den israelischen Geheimdienst Mossad hinrichten lassen. Das Todesurteil sei am Morgen vollstreckt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Mann sei im vergangenen Jahr während des Zwölftagekriegs in einer ländlichen Region westlich der Hauptstadt Teheran festgenommen worden. Bei der Festnahme seien eine große Menge Bargeld sowie Spionage- und Satellitentelefone gefunden worden, hieß es bei Tasnim weiter. Dem Mann wurde vorgeworfen, Bilder und Informationen über sensible Anlagen an den Mossad übermittelt zu haben. Angeworben sei er ursprünglich durch einen Führungsoffizier in Schweden. Es habe auch ein Treffen in Berlin stattgefunden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere Männer hingerichtet, denen Irans Justiz eine Verbindung zum israelischen Geheimdienst vorwirft. Israel hatte im Juni 2025 zwölf Tage lang Krieg gegen Iran geführt und gemeinsam mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Irans Justiz klagte nach dem Krieg viele Männer wegen mutmaßlicher Spionage für Israel an oder verurteilte sie zum Tode. Mehr als zehn Menschen wurden in diesem Zusammenhang bereits exekutiert. 

Die Folgen des Irankrieges werden nach den Worten des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi weltweit zu spüren sein. „Die Welle globaler Auswirkungen hat gerade erst begonnen und wird alle treffen, unabhängig von Wohlstand, Glauben oder Herkunft“, erklärte er.

Iranischer Beschuss nahe australischer BasisEin iranischer Flugkörper ist in den Vereinigten Arabischen ‌Emiraten nach ‌Angaben des australischen Ministerpräsidenten Anthony Albanese nahe der von seinem Land genutzten Al-Minhad-Luftwaffenbasis eingeschlagen. ‌Alle australischen Soldaten seien in Sicherheit. Durch ein kleines Feuer nach dem Einschlag ​auf einer Zufahrtsstraße ⁠zur Basis seien ein Unterkunftsgebäude und eine medizinische Einrichtung leicht beschädigt ​worden.

Saudi-Arabien lädt Außenminister zu Beratungen ein Vor dem Hintergrund des Irankriegs hat Saudi-Arabien Außenminister arabischer und islamischer Staaten zu neuen Beratungen eingeladen. Bei dem Treffen heute Abend in der Hauptstadt Riad gehe es darum, sich gemeinsam um die Förderung von Sicherheit und Stabilität in der Region zu bemühen. Einzelheiten zu den eingeladenen Staaten oder eine Gesamtzahl erwarteter Minister wurden nicht genannt. Iran greift Saudi-Arabien und die übrigen Staaten am Persischen Golf seit Beginn des von den USA und Israel begonnenen Kriegs immer wieder mit Raketen und Drohnen an.

Zwei Tote in Israel Bei einem iranischen Raketenangriff sind in Israel mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein Mann und eine Frau wurden bei einer Attacke in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv schwer verwundet und erlagen wenig später ihren Verletzungen, wie der Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte. Medienberichten zufolge handelte es sich bei den Opfern um ein Paar im Alter zwischen 70 und 80 Jahren.

Einschlag auf Gelände von iranischem AKWIm Zuge der Angriffe Israels und der USA auf Iran ist auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr nach Angaben aus Teheran ein Geschoss eingeschlagen. Bei dem Vorfall sei das Kraftwerk nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden. Die Atomanlage Buschehr, das einzige iranische Kernkraftwerk, liegt etwa 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf. Sein Reaktor russischer Bauart liefert seit 2011 Strom. Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom baut derzeit einen zweiten Reaktorblock.

Israel ruft in Beirut zur Evakuierung aufDie israelische Armee hat die Bewohner eines zentralen Viertels der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung aufgerufen. Der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee verbreitete in Onlinediensten eine „dringende Warnung an die Einwohner des Viertels Baschura“. Die israelische Armee werde dort in Kürze gegen eine Anlage der pro-iranischen Hizbullah-Miliz vorgehen.Adraee veröffentlichte eine Karte des Viertels mit einem Gebäude, dem Anwohner „zu ihrer eigenen Sicherheit“ auf eine Distanz von mindestens 300 Metern fernbleiben sollten.

Libanesische Medien: Israel greift Beiruts Zentrum ohne Warnung an Israel hat Berichten zufolge ohne Vorwarnung das Zentrum von Beirut angegriffen. Getroffen wurde ein Ziel im Viertel Sukak al-Blat, wo die israelische Armee vergangene Woche eine Filiale des Hisbollah-nahen Finanzunternehmens Al-Kard Al-Hassan attackiert hatte, wie libanesische Medien am Mittwochmorgen berichteten. Ein weiterer Angriff traf demnach das zentrale Viertel Basta.Das Viertel Sukak al-Blat liegt nahe dem Hauptsitz der libanesischen Regierung und mehreren Botschaften. Die israelische Armee führte den Medien zufolge außerdem zwei Angriffe in südlichen Vororten der Hauptstadt aus. Vor ihrem Angriff im Zentrum von Beirut in der vergangenen Woche hatte die israelische Armee einen Evakuierungsaufruf veröffentlicht. Das geschah dieses Mal nicht.

USA melden Einsatz von BunkerbrechernDie US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen. „Mehrere“ der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien „erfolgreich eingesetzt“ worden, teilte das Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit. Die Spezialmunition mit besonderer Durchdringungskraft kommt etwa bei Angriffen auf besonders verstärkte Einrichtungen oder unterirdische Bunkeranlagen zum Einsatz. Nach Angaben des US-Militärs zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe eingesetzt werden sollten. Sie hätten „eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge“ dargestellt.Im vergangenen Juni hatte die US-Armee während des Zwölf-Tage-Krieges bunkerbrechende Bomben gegen iranische Atomanlagen eingesetzt.

Iran bestätigt Tod von LaridschaniIran hat den Tod des Spitzenfunktionärs Ali Laridschani bestätigt. Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars teilte mit, dass der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates zum „Märtyrer“ geworden sei. Auf dem ehemaligen X-Account des ranghöchsten Sicherheitsbeamten hieß es: „Ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt.“Laridschani und der ebenfalls bei einem israelischen Luftangriff am Montag getötete Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim an diesem Mittwoch beigesetzt werden.Laridschani hatte noch vor seinem Tod angekündigt, den Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen zu wollen. Der 67-Jährige war zuletzt zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Laridschani galt als wichtige Stimme, die Iran auch nach außen vertrat. Seine Tötung dürfte es für die USA erschweren, eine Verhandlungslösung für ein mögliches Ende des Krieges zu finden. 

Medienbericht: Russland teilt Satellitenbilder mit IranRussland weitet einem Zeitungsbericht zufolge seine geheimdienstliche und militärische Zusammenarbeit mit Iran aus. Die Regierung in Moskau stelle Teheran Satellitenbilder und verbesserte Drohnentechnologie zur Verfügung, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Damit werde Iran dabei unterstützt, US-Streitkräfte in der Region ins Visier zu nehmen, schreibt die Zeitung weiter.