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11.03.2026
06:32 Uhr
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Bericht: Iran hat ein Dutzend Minen platziert +++ Frachter in der Straße von Hormus von „unbekanntem Geschoss“ getroffen +++ Schwerste Angriffe auf Teheran seit Kriegsbeginn +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Wadephul nimmt deutsche Touristen mit Auf seiner Reise durch die vom Irankrieg betroffenen Golf-Staaten hat Außenminister Johann Wadephul am Mittwoch deutsche Staatsbürger aus Doha mit nach Riad genommen. Sie fanden Platz in der Bundeswehr-Maschine vom Typ A400M, mit der Wadephul durch die Region reist. Dabei handelte es sich um eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Touristen, die Qatar aufgrund von Luftraum-Sperrungen zuletzt nicht hatten verlassen können. Der Luftverkehr ist noch immer eingeschränkt aufgrund von Beschuss aus dem Iran. Die Ausreise über dem Landweg nach Saudi-Arabien ist zudem beschwerlich und weit, mit dem Bus sind es etwa 14 Stunden.Von Riad aus reisten die deutschen Staatsbürger mit einem von der Bundesregierung organisierten Sonderflug weiter nach Deutschland, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Unter ihnen befinden sich drei Familien mit Kindern. Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt hat in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND für Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate nur noch je eine niedrige dreistellige Zahl der registrierten deutschen Staatsangehörigen einen Ausreisewunsch geäußert. Eine vierstellige Zahl deutscher Staatsangehöriger konnte bereits Qatar verlassen. Am Mittwoch war Wadephul von Riad aus zunächst nach Abu Dhabi geflogen, um mit dem Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan zu sprechen, bevor er weiter nach Doha flog. Dort sprach Wadephul auch mit Muhammad bin Abdulrahman bin Dschassim Al Thani. In einem Statement im Anschluss kündigte Wadephul an, für den Nahen und Mittleren Osten weitere Mittel der humanitären Hilfe über 93 Millionen Euro bereitzustellen. Mit dem Geld soll unter anderem die Arbeit des Kinderhilfswerks UNICEF, des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), und des Welternährungsprogramm WFP in Libanon, Jordanien, Syrien und den Palästinensischen Gebieten unterstützt werden. Das Auswärtige Amt hat in den vergangenen Monaten bereits humanitäre Hilfe in Höhe von bis zu 188 Millionen Euro für die Menschen in der Region bereitgestellt.
USA: Am Dienstag fast stündlich Angriffswellen auf IranDas US-Militär hat in Iran seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben mehr als 5.500 Ziele angegriffen. „Erst gestern hatten wir fast stündlich Angriffswellen aus verschiedenen Richtungen und von verschiedenen Standorten aus auf Iran“, sagte der zuständige US-Kommandeur Admiral Brad Cooper in einem auf X verbreiteten Video. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Dienstagmorgen auf einer Pressekonferenz gesagt, dass „heute wieder einmal unser heftigster Tag von Angriffen in Iran sein“ werde.Cooper verwies in seinem Update nun darauf, dass die US-Streitkräfte bei ihren Angriffen mehr als 60 iranische Schiffe getroffen hätten. Auch das letzte von insgesamt vier Kriegsschiffen der Soleimani-Klasse sei ausgeschaltet worden. Dabei handelt es sich um ein relativ modernes Kampfschiff der iranischen Revolutionsgarden. Der Katamaran ist nach dem von den USA getöteten General Ghassem Soleimani benannt.
Spanien beruft Botschafterin aus Israel abSpanien hat angesichts der angespannten Beziehungen zu Israel seine Botschafterin in Tel Aviv, Ana Salomón, von ihrem Posten abberufen, wie im spanischen Amtsblatt mitgeteilt wurde. Die Diplomatin war schon im September vergangenen Jahres zu Konsultationen nach Madrid zurückgerufen worden, nachdem Israels Außenminister Gideon Saar Spanien eine anti-israelische und antisemitische Kampagne vorgeworfen hatte. Spanien ist seit Jahren einer der schärfsten europäischen Kritiker der in Teilen rechtsextremen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Regierung in Madrid hat Palästina als Staat anerkannt und Regierungschef Pedro Sánchez warf Israel einen Völkermord im Gazastreifen vor. Zudem verhängte Spanien Sanktionen gegen Israel. Die derzeitigen israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran kritisiert Sánchez als Bruch des Völkerrechts. Israel wiederum hatte seine Botschafterin Rodica Radian-Gordon schon im November 2023 zu Konsultationen nach Jerusalem zurückgerufen. Seither ist der Posten vakant.
Starmer: Royal Air Force mehr als 230 Stunden im EinsatzDie britische Luftwaffe Royal Air Force hat seit Beginn des Irankriegs mehr als 230 Stunden an Einsätzen in der Region geflogen. Das sagte der britische Premierminister Keir Starmer bei der wöchentlichen Fragestunde im Parlament in London. Zum Schutz von britischen Staatsbürgern und Verbündeten seien bei den defensiven Einsätzen etliche Drohnen abgeschossen worden, so der Labour-Politiker.Starmer hatte den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen mit der anfänglichen Weigerung, britische Luftwaffenstützpunkte für US-Angriffe auf Iran zur Verfügung zu stellen. Später lenkte er ein, beschränkte die Erlaubnis jedoch auf Angriffe gegen iranische Infrastruktur zum Abschuss von Raketen.
Als Mittel gegen die steigenden Ölpreise erlaubt die Bundesregierung, die Notreserven anzuzapfen. Auch an den Tankstellen sollen die Spritpreise gebremst werden, hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bekanntgegeben:
Katz: Irankrieg hat keine zeitliche Begrenzung Der Krieg gegen Iran ist nach den Worten des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz nicht zeitlich begrenzt. „Diese Operation wird ohne jegliche zeitliche Begrenzung fortgesetzt, so lange es nötig ist, bis wir alle Ziele erreicht haben und der Kampf entschieden ist“, sagte Katz nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit der Armeeführung im Militärhauptquartier in Tel Aviv. Katz sprach demnach von „sehr beeindruckenden Erfolgen im Angriff und in der Verteidigung“ in enger Zusammenarbeit mit den USA. Die überlebende iranische Führung fliehe „wie Mäuse in die Tunnel, genau wie die Hamas-Führung im Gazastreifen“. Er behauptete, die Leichenkühlanlagen in Krankenhäusern im Iran seien „voll mit Tausenden Mitgliedern der Revolutionsgarde und der Basidsch-Milizen“. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die iranische Führung bezeichnete er als „Gruppe von Feiglingen, die auf Frauen, Kinder und ältere Menschen auf den Straßen einschüchternd wirken, spezialisiert auf Massaker und die Tötung von Zivilisten“. Man werde weiter angreifen, um den Machtapparat „in Teheran und im ganzen Iran Tag für Tag, Ziel für Ziel“ zu zerschlagen. Dies solle es dem iranischen Volk ermöglichen, sich aufzulehnen und die Führung zu stürzen.
Iran droht: Kein Tropfen Öl wird durch Straße von Hormus gelangenIrans Militärführung hat jedes Schiff und jede Ölladung für die USA, Israel und ihre Partner in der für den weltweiten Handel wichtigen Straße von Hormus als legitimes Ziel von Angriffen bezeichnet. „Wir werden niemals zulassen, dass auch nur ein Liter Öl zugunsten der USA, der Zionisten und ihrer Partner durch die Straße von Hormus transportiert wird“, sagte ein Militärsprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam Al-Anbija, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt. „Eure lebenswichtigen Zentren und Stützpunkte werden einer nach dem anderen in dem Feuer brennen, das ihr entfacht habt“, drohte der Militärsprecher weiter. „Und sie werden wieder und wieder brennen.“
Deutschland gibt offenbar Teil der nationalen Ölreserven freiDeutschland gibt nach Informationen der Nachrichtenagenturen dpa und AFP einen Teil der nationalen Ölreserven frei. Die Agenturen berufen sich auf Regierungskreise. Hintergrund sind die wegen des Irankriegs deutlich gestiegenen Öl- und Spritpreise. Die G7-Staaten hatten deshalb über eine Freigabe von Reserven beraten. Laut Angaben der Nachrichtenseite tagesschau.de geben auch weitere G7-Staaten Teile der nationalen Ölreserven frei.
Israelische Angriffe im Stadtzentrum von Beirut
EU bereitet Optionen zur Senkung der Energiepreise vor Die Europäische Union bereitet Optionen zur Senkung der Energiepreise vor. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch im Europa-Parlament in Brüssel an. Dazu gehörten die bessere Nutzung von Stromabnahmeverträgen, staatliche Beihilfen sowie Subventionen oder Obergrenzen für Gaspreise. Sie forderte indirekt auch EU-Staaten zu eigenen Maßnahmen auf: In manchen Ländern sei die Besteuerung von Gas sehr viel höher als die des elektrischen Stroms. Hier gebe es Raum für entlastende Maßnahmen. Sie erklärte, Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen habe in den ersten zehn Tagen des Iran-Krieges Mehrkosten von drei Milliarden Euro verursacht. Einer Wiederaufnahme der Importe russischen Gases und Öls erteilte die EU-Kommissionspräsidentin eine Absage: „In der aktuellen Krise argumentieren einige, dass wir unsere langfristige Strategie aufgeben und sogar zu russischen fossilen Brennstoffen zurückkehren sollten“, sagte sie vor den Abgeordneten. „Das wäre ein strategischer Fehler.“
Vier Verletzte bei Drohnenabsturz nahe Flughafen von Dubai Bei dem Absturz von zwei Drohnen in der Nähe des Flughafens von Dubai sind Behördenangaben zufolge vier Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten verletzt worden. Zwei Drohnen seien am Mittwoch in der Nähe des internationalen Flughafens abgestürzt und hätten zwei Ghanaer und einen bangladeschischen Staatsangehörigen leicht verletzt, ein Inder sei mittelschwer verletzt worden, erklärte das Medienbüro der Metropole. Der Flugverkehr sei ohne Unterbrechung fortgesetzt worden.
Migrationsforscher: Fluchtwege aus Iran versperrt Trotz der anhaltenden Angriffe auf Iran erwartet der Migrationsforscher Gerald Knaus keine große Fluchtbewegung nach Europa. Da Staaten wie die Türkei ihre Grenzbefestigung stark ausgebaut hätten, gebe es derzeit keine Fluchtwege, sagte der österreichische Vorsitzende der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative im Deutschlandfunk. „Wenn wir Grenzen haben, an denen Soldaten stehen, die einen Schießbefehl haben, dann können auch die am meisten verzweifelten Menschen der Welt ihr Land nicht verlassen.“ Der Fokus müsse stattdessen auf der humanitären Lage in Iran liegen, sagte Knaus. „Auch wenn es Menschen nicht schaffen, in großer Zahl zu fliehen, bedeutet das nicht, dass ihre Lage im Land nicht katastrophal sein kann“, sagte Knaus. So sei es derzeit etwa für die Menschen in Gaza der Fall, über die derzeit wenig gesprochen werde – „vielleicht auch, weil wenige von ihnen es irregulär nach Europa schaffen“, so Knaus. Knaus, der als einer der Architekten des Flüchtlingsabkommens von 2016 mit der Türkei gilt, verweist auch auf die Situation in Libanon: Durch die Kämpfe zwischen Israel und der Hizbullah wurden dort innerhalb des Landes viele Menschen vertrieben, von denen aber wenige nach Europa gekommen seien. Dennoch habe es dort eine humanitäre Katastrophe gegeben, während „die Hilfsgelder für Organisationen, die sich um Vertriebene kümmern, weltweit immer mehr reduziert werden“, sagte Knaus.
Paris verdreifacht humanitäre Hilfe für LibanonFrankreichs Außenminister Joen-Noël Barrot hat angesichts der anhaltenden Angriffe auf Libanon im Zuge des Irankrieges eine Verdreifachung der französischen humanitären Hilfslieferungen für das Land angekündigt. „Wir haben beschlossen, das Volumen der in dieser Woche gelieferten Hilfen zu verdreifachen“, erklärte Barrot am Mittwoch im Sender TF1. 60 Tonnen Hilfsgüter sollen demnach am Donnerstag verschifft werden, darunter medizinische Güter, Hygieneartikel, Matratzen, Lampen und mobile Sanitätsstationen.Paris bereite sich außerdem darauf vor, „mehrere Dutzend“ gepanzerte Fahrzeuge an die libanesischen Streitkräfte zu liefern. Die Streitkräfte seien „als einzige dazu berechtigt, die Sicherheit in Libanon zu gewährleisten“, erklärte der französische Außenminister. Zudem forderte er die pro-iranische Hisbollah-Miliz erneut dazu auf, „ihre Angriffe auf Israel einzustellen“ und ihre Waffen an die libanesischen Behörden auszuliefern.Die israelische Armee griff derweil nach eigenen Angaben am Mittwoch erneut Ziele der Hizbullah-Miliz im Libanon an. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur meldete mehrere israelische Angriffe in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut.