FAZ 08.03.2026
07:15 Uhr

Liveblog Irankrieg: Kuwait, Qatar und Saudi-Arabien melden Angriffe


Drei Golfstaaten abermals mit Raketen und Drohnen angegriffen +++ Israel: Angriff auf Al-Quds-Kommandeure in Beirut +++ Zwei Rückholflüge aus Nahost in Hannover gelandet +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Kuwait, Qatar und Saudi-Arabien melden Angriffe

Wollen die USA Nuklearmaterial beschlagnahmen?Einem Bericht des Nachrichtenportals Axios zufolge erwägen die USA, Spezialkräfte zur Beschlagnahmung von iranischem Nuklearmaterial zu entsenden. 

Israel: Iran greift abermals mit Raketen anIran hat Israel am Sonntag abermals mit Raketen attackiert. Der israelischen Armee zufolge reagierte die Luftabwehr im Land am Sonntagmorgen auf mindestens vier Angriffswellen binnen fünf Stunden. In weiten Teilen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst, unter anderem in den Großstädten Tel Aviv, Haifa und Beerscheba.Auch in den Grenzregionen zu Libanon im Norden des Landes ertönte Luftalarm. Die von Iran finanzierte Hizbullah-Miliz nimmt die Gebiete seit Kriegsbeginn häufig mit Drohnen und Raketen unter Beschuss.Die Bürger wurden nach Armeeangaben aufgerufen, sich in Schutzräume oder Bunker zu begeben. Später wurde der Luftalarm wieder aufgehoben. Israelischen Medienberichten zufolge wurden die meisten der vom Iran abgefeuerten Raketen abgefangen.

CNN-Reporter: Schwarzer Regen geht auf Teheran niederDer CNN-Korrespondent Frederik Pleitgen berichtet von \"schwarzem Regen\" über der iranischen Hauptstadt Teheran. \"Man kann sehen, dass der Regen, das Regenwasser tatsächlich schwarz ist, und offenbar auch mit Öl gesättigt\", sagte Pleitgen in einem Video auf der Plattform X. Israel hatte zuvor erstmals ein Öllager in Teheran angriffen.

Israel: Neue Angriffswelle auf Iran gestartetIsraels Luftwaffe fliegt abermals Angriffe in Iran. Man habe eine neue Angriffswelle gegen militärische Infrastruktur im ganzen Land gestartet, teilte die Armee am Morgen auf Telegram mit. 

Kuwait meldet Angriffe mit Drohnen und Raketen Kuwait ist in der Nacht auch mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Die Luftabwehr habe drei in den Luftraum eingedrungene Geschosse abgefangen und zerstört, teilte die Armee des am Persischen Golf gelegenen Landes auf der Plattform X mit. Kurz zuvor waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums bereits Treibstofftanks des internationalen Flughafens von Kuwait Ziel von Drohnenangriffen geworden. Nähere Angaben gab es zunächst nicht. Die Armee erklärte, zivile Einrichtungen seien durch Trümmerteile infolge des Einsatzes der Luftabwehr beschädigt worden. Kuwait sei von einer „Welle feindlicher Drohnen“ sowie von Raketen angegriffen worden, hieß es. 

Chinas Außenminister: „Ein Krieg, der nie hätte passieren dürfen\"Chinas Außenminister Wang Yi hat den US-israelischen Angriff auf Iran kritisiert. Macht gebe einem kein Recht, und die Welt dürfe nicht zum „Gesetz des Dschungels“ zurückkehren, sagte Chinas Chefdiplomat in Peking am Rande des dort tagenden Nationalen Volkskongresses. China fordere eine Feuerpause und ein Ende des Krieges. „Dies ist ein Krieg, der nie hätte passieren dürfen, und der für keine der beteiligten Seiten Vorteile hat“, sagte Wang.China hatte den Angriff schon zuvor verurteilt, ein Ende der Militäroperationen und Sicherheit in der Straße von Hormus zum Wohl der Weltwirtschaft gefordert. Wang hatte sich nun bei dem alljährlichen Pressetermin während des Volkskongresses öffentlich dazu geäußert. Dieser bietet Journalisten die seltene Gelegenheit, ihre Fragen an den Minister zu richten.Ohne die USA zu erwähnen, forderte Wang außerdem, die Souveräntität von Ländern in Nahost zu wahren, den Einsatz von Gewalt zu vermeiden, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen und Konflikte dort politisch zu lösen. Revolutionen zu planen und Regimewechsel anzustreben, sei unpopulär, sagte Wang. 

Iranischer Sicherheitschef: USA wollen „grundlegende Auflösung“ IransDer iranische Sicherheitschef Ali Laridschani hat den USA und Israel vorgeworfen, den Zerfall Irans anzustreben. Ihr Ziel sei „die grundlegende Auflösung Irans“, sagte Laridschani in einem am Samstag im Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Die USA versuchten, in Iran ein ähnliches Szenario wie in Venezuela zu wiederholen, sagte der Sicherheitschef. „Sie dachten, es würde wie in Venezuela laufen: Sie würden zuschlagen, die Kontrolle übernehmen und dann wäre alles vorbei. Aber jetzt sitzen sie in der Falle“, fügte er hinzu.„Ich denke, das größte Problem der Amerikaner ist, dass sie den Kontext Westasiens, insbesondere Irans, nicht verstehen“, sagte Laridschani. Er warnte die USA abermals davor, iranische Kurden gegen Teheran aufzuwiegeln. „Die Streitkräfte haben diesen Gruppen (den Kurden) klar gesagt: ‚Wenn ihr einen Fehler macht, werden wir euch zur Rechenschaft ziehen‘“, sagte Laridschani.

Australien erwägt Hilfe für von Iran angegriffene StaatenAustralien erwägt, ⁠Länder beim Schutz vor iranischen Angriffen zu unterstützen. „Wir wurden um Hilfe gebeten, und wir werden das sorgfältig prüfen“, sagte Außenministerin Penny Wong am Sonntag. Eine Beteiligung ‌an Offensivaktionen gegen Iran schließe sie jedoch aus. Die Hilfe könne den Schutz vor Drohnen- und Raketenangriffen umfassen.

Israels Armee: Angriff auf Al-Quds-Kommandeure in BeirutIsraels Armee hat nach eigenen Angaben in der libanesischen Hauptstadt Beirut einen „präzisen Angriff“ auf Kommandeure der Al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden durchgeführt. Die Kommandeure des sogenannten Libanon-Korps hätten Terroranschläge auf Israel vorbereitet, teilte die Armee in der Nacht mit.Nach libanesischen Angaben hatte Israels Militär gezielt ein Zimmer eines Luxushotels in Beirut angegriffen. Nach vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und acht weitere Personen verletzt. Sicherheitskreisen zufolge war eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger. In der Mitteilung der israelischen Armee wurden keine Angaben zum genauen Ort des Angriffs gemacht. Es hieß nur, dass Teheran die Zivilbevölkerung im eigenen Land wie auch in Libanon als menschliche Schutzschilde zur Vorbereitung von Terrorakten missbrauche. 

Zwei Rückholflüge aus Nahost in Hannover gelandetZwei Tui-Flüge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit gestrandeten Touristen an Bord sind in der Nacht in Hannover gelandet. Nach Unternehmensangaben handelte es sich um die ersten Rückholflüge, die der Reisekonzern mit eigenen Flugzeugen organisiert hat. Demnach flogen die Flugzeuge vom Flughafen Al-Ain mit technischem Zwischenstopp im griechischen Heraklion nach Hannover. Den Angaben nach landeten sie dort gegen 22.20 Uhr und 23.35 Uhr. Tui-Chef Sebastian Ebel sprach vor Ort von Erleichterung und Freude bei den Gästen. „Ich glaube, wenn man aus so einem Gebiet kommt und dann wieder hier die europäische Sicherheit spürt – das ist schon etwas Tolles.“ Insgesamt waren 250 Pauschalreisende an Bord der beiden Flugzeuge. Unter ihnen waren auch Menschen etwa aus Schweden, den Niederlanden, Frankreich, Polen und dem Vereinigten Königreich.

Libanon: Israelischer Angriff auf Hotel in Beirut – Tote und VerletzteDie israelische Armee hat nach libanesischen Angaben gezielt ein Zimmer eines Luxushotels in der Hauptstadt Beirut angegriffen. Nach vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und acht weitere Personen verletzt. Sicherheitskreisen zufolge war eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger. Die Hintergründe des nächtlichen Angriffs waren zunächst unklar. Von den israelischen Streitkräften gab es zunächst keine Mitteilung zu dem Vorfall. 

Saudi-Arabien und Kuwait melden AngriffeSaudi-Arabien und Kuwait sind abermals Ziel von Angriffen geworden. Das saudische Verteidigungsministerium teilte in der Nacht auf der Plattform X mit, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. In Kuwait wurden Treibstofftanks des internationalen Flughafens des Landes Ziel von Drohnenangriffen, wie das Verteidigungsministerium auf X bekanntgab. Die Streitkräfte seien zur Abwehr der „Welle feindlicher Drohnen“ im Einsatz gewesen. Nähere Angaben machten die beiden Golfstaaten nicht.

Trump will Kurden nicht in Irankrieg einbindenUS-Präsident Donald Trump hat die Einbindung von Kurden in den Irankrieg ausgeschlossen. Kurdische Kämpfer in der Region seien bereit dazu, aber er habe ihnen gesagt, dass er das nicht wolle, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten. Die USA hätten eine gute Beziehung zu den Kurden, „aber wir wollen den Krieg nicht komplizierter machen, als er ohnehin schon ist“, sagte Trump.