|
17.03.2026
15:06 Uhr
|
Verteidigungsminister Katz: Luftschlag in der Nacht +++ Araghchi dementiert Kontakt zu Witkoff +++ Rund 200 US-Soldaten im Irankrieg verwundet +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Trump: Amerika braucht keine Verbündete Der amerikanische Präsident kritisiert seine NATO-Partner, weil diese sich nicht am Krieg gegen Iran beteiligen wollten. In einem Post auf seiner Social-Media Plattform schreibt Donald Trump, davon sei er nicht überrascht, er habe die NATO schon immer als „Einbahnstraße“ betrachtet. Er schreibt, die USA hätten Milliarden Dollar zur Verteidigung der NATO-Verbündeten ausgegeben (die „Verbündeten“ setzt er dabei in Anführungszeichen). Die USA benötigten ihre Hilfe jedoch nicht, da sie die iranische Marine, Luftwaffe und Führungsebene bereits ausgeschaltet hätten. Das gelte auch für Verbündete wie Japan, Australien und Südkorea. „Wir „brauchen“ ihre Hilfe nicht länger, wir wollen sie auch nicht – wir haben sie nie gebraucht!“ Den letzten Halbsatz schreibt er in Großbuchstaben. Zuvor hatte Trump andere Staaten um einen Einsatz in der Region gebeten. Später hatte er behauptet, damit habe er sie nur testen wollen.
Chef des US-Zentrums für Terrorismusbekämpfung tritt zurück: „Haben Krieg wegen Drucks aus Israel begonnen“Der Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung in den Vereinigten Staaten, Joe Kent, ist aus Protest gegen den Irankrieg von seinem Posten zurückgetreten. In einem am Dienstag veröffentlichten Brief hieß es, er könne den Krieg nicht guten Gewissens unterstützen. Iran habe „keine direkte Bedrohung für unsere Nation“ dargestellt. Es sei vielmehr klar, „dass wir diesen Krieg wegen des Drucks aus Israel und seiner mächtigen amerikanischen Lobby begonnen haben“. An den Präsidenten gerichtet schrieb Kent, er habe die Außenpolitik unterstützt, für die Trump in den Wahlkämpfen 2016, 2020 und 2024 eingetreten sei. Bis Juni 2025 sei Trump sich darüber im Klaren gewesen, „ dass die Kriege im Nahen Osten eine Falle waren: Sie kosteten Amerika das Leben unserer Patrioten und schwächten den Wohlstand der Nation“. Zu Beginn der zweiten Amtszeit hätten „ranghohe israelische Beamte und einflussreiche amerikanische Medienvertreter“ jedoch eine „Desinformationskampagne“ gestartet, die Trumps „America First“-Agenda untergraben habe. Kent fuhr fort, mit Hilfe dieser „Echokammer“ habe man Trump „vorgegaukelt“, Iran stelle eine unmittelbare Bedrohung dar und ein sofortiger Angriff ebne den Weg zu einem schnellen Sieg. „Das war eine Lüge.“Kent, dessen Abteilung bei der Nationalen Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard angedockt ist, ist der erste ranghohe Beamte der Regierung, der wegen des Kriegs zurücktritt. Als Kandidat für das Repräsentantenhaus 2021 präsentierte er sich im Wahlkampf als Unterstützer Trumps. Kent schied 2018 aus dem Militär aus und absolvierte bis dahin elf Kampfeinsätze. Seine Frau Shannon Smith, Mitglied der U.S. Navy, kam bei einem Selbstmordattentat im syrischen Manbij 2019 ums Leben. In seinem Brief schrieb Kent nun, als jemand, der seine Frau in einem „von Israel angezettelten Krieg“ verloren habe, könne er es nicht unterstützen, „die nächste Generation in einen Krieg zu schicken, in dem sie kämpfen und sterben muss“.
Irankrieg könnte Hungerkrise auslösenDas Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen warnt vor weltweiten Auswirkungen bei der humanitären Versorgung, wenn der Krieg der USA und Israels gegen den Iran lange anhält. „Für Millionen von Menschen, die bereits am Abgrund stehen, könnte das eine Katastrophe bedeuten“, sagte Carl Skau, der stellvertretende WFP-Exekutivdirektor. Bis zu 45 Millionen Menschen könnten durch die Krise hungern müssen. Der Grund seien steigende Lebensmittelkosten. Zum einen ist die Verschiffung von Nahrungsmitteln aus den Logistikzentren in Dubai am Persischen Golf wegen der vom Iran bedrohten Schiffspassage durch die Straße von Hormus unterbrochen. Es müssen riesige Umwege in Kauf genommen werden, was viel Zeit kostet. Zum anderen steigen mit dem Ölpreis auch die Kosten für jeden Transport.
Wadephul fordert baldiges Ende des IrankriegsBundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat auf ein Ende des Iran-Krieges und „gemeinsame Wege aus der Eskalation“ gedrängt. „Dieser Krieg muss bald ein Ende finden“, sagte Wadephul am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem griechischen Außenminister Giorgos Gerapetritis in Berlin. „Wir müssen gemeinsam Wege aus der Eskalation finden und erste Schritte hin zu einer diplomatischen Lösung vorbereiten“, fügte er hinzu.Wadephul bekräftige, dass Deutschland nicht an einer militärischen Sicherung der Straße von Hormus teilnehmen werde, die eine wichtige Wasserstraße für Öl-, Gas- und andere Transporte ist. Wadephul hob hervor, dass etwa auch Düngemittel darüber exportiert würden: „Stocken diese Transporte, hat das verheerende Auswirkungen auf die Nahrungssicherheit weltweit.“
China kommt eine Verlegung des Trump-Besuchs entgegenNach Donald Trumps kriegsbedingter Verschiebung seines für Ende März geplanten Peking-Besuchs hat das chinesische Außenministerium am Dienstag mitgeteilt, man stehe „über den Zeitpunkt von Trumps Besuch in China in Kontakt“.Eine Verschiebung dürfte auch Peking gelegen kommen. Chinesische Vertreter hatten sich über inhaltlich unzureichende Vorbereitung in Washington auf den Staatsbesuch beklagt. Zudem sähe sich Staatschef Xi Jinping gegenüber Trump jetzt nicht gezwungen, im Beisein des US-Präsidenten öffentlich zum Irankrieg Position zu beziehen. Anders als beim Krieg im vergangenen Jahr hat sich Xi bislang nicht zum israelisch-amerikanischen Angriff geäußert.Eine Dringlichkeit, selbst aktiv am Golf einzugreifen, wie von Trump online verlangt, sieht China ohnehin nicht. Trump hatte China und andere Staaten aufgefordert, selbst Kriegsschiffe in den Golf von Hormus zu entsenden. „Die Ursache der Spannungen in der Straße von Hormus ist nicht ein Mangel an Kriegsschiffen, sondern ein andauernder Krieg“, schrieb die chinesische Parteizeitung „Global Times“ und fragte: „Geht es hier wirklich um ‚gemeinsame Verantwortung‘ – oder geht es darum, das Risiko eines Krieges zu teilen, den Washington begonnen hat und nicht beenden kann?“Zwar leiden auch Chinas Nahost-Energieimporte unter dem Krieg. Doch ist das amerikanische Vorgehen für die Chinesen auch eine neuerliche Gelegenheit, den Kontrast zu betonen zwischen Pekings Aufrufen zur Deeskalation und Trumps Ankündigungen, etwa „zum Spaß“ weitere Angriffe auf Iran zu fliegen. Zudem hat Iran bereits angekündigt, Handelsschiffe auf dem Weg in sein Partnerland China von Angriffen zu verschonen.Einen offenen Konflikt mit Trump will Staatschef Xi Jinping vermeiden, um die Wirtschaftsbeziehungen beider Seiten zu stabilisieren. So kommt eine Verschiebung des Staatsbesuchs besser an als eine Absage. Während die strategisch-politischen Gespräche zwischen beiden Mächten stocken, führen Washington und Peking gerade Handelsgespräche in Paris.
Weltschifffahrtsorganisation bezweifelt militärische Lösung für Handel über Straße von Hormus Militärische Eskorten zum Schutz von Tankschiffen in der Straße von Hormus sind nach Ansicht der Weltschifffahrtsorganisation (IMO) keine nachhaltige Lösung. „Es verringert das Risiko, aber das Risiko besteht weiterhin“, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez der „Financial Times“. Ein militärischer Einsatz sei „keine langfristige oder nachhaltige Lösung.“Dominguez äußerte sich auch besorgt über die Schiffsbesatzungen, die im Persischen Golf feststecken. „Die Lage ist besorgniserregend, insbesondere weil Schiffe derzeit nicht in der Lage sind, sich in der Straße von Hormus oder in der Golfregion frei zu bewegen. Auch der Zugang zu Häfen ist eingeschränkt, da Hafenanlagen ins Visier genommen werden“, sagte der Chef der UN-Organisation. Irgendwann würden an Bord auch Vorräte an Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff knapp werden.
Israel greift Teheran an – Qatar fängt Rakete ab – Angriffe in BagdadDie israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben große Wellen neuer Angriffe auf Ziele in Iran und Libanon. In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen „Terrorregimes“ attackiert. Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der von Iran unterstützten Hizbullah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das Militär auf X. Iran wiederum griff in der Nacht abermals Ziele in Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien an. Das Militär in Qatar wehrte am Morgen einen Raketenangriff ab, gab das Verteidigungsministerium auf X bekannt. Trümmerteile einer Rakete lösten laut Innenministerium in einem Industriegebiet einen Brand aus. Die Emirate schlossen kurzzeitig ihren Luftraum. Behörden in Dubai erklärten, bei Lärm handle es sich um Abfangeinsätze der Luftabwehr. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium teilte mit, im Osten des Landes seien Drohnen abgefangen worden. In Iraks Hauptstadt Bagdad wurde unter anderem die US-Botschaft mit Drohnen und Raketen angegriffen. Mindestens eine Drohne sei in der Botschaft abgestürzt, meldete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Sicherheitskreise. Ein Angriff mit vier Raketen sei abgewehrt worden. Bei einem weiteren Angriff auf ein Haus wurden Sicherheitskreisen zufolge vier Menschen getötet. Bei mindestens zweien davon handle es sich um „iranische Berater“ von Gruppen, die von Teheran unterstützt werden, will AFP erfahren haben. Auch ein Hotel, das wie die Botschaft in Bagdads streng gesicherter „Grünen Zone“ liegt, wurde nach Angaben des irakischen Innenministeriums von einer Drohne getroffen. In Israel ertönten wegen iranischer Angriffe am frühen Morgen mindestens zweimal die Sirenen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben.
Hizbullah meldet Angriffe auf israelische Truppen in Südlibanon Kämpfer der pro-iranischen Hizbullah-Miliz haben eigenen Angaben zufolge israelische Truppen in dem Dorf Chiam in Südlibanon angegriffen. Die Ansammlung israelischer Soldaten sei „mit einem Raketenhagel“ ins Visier genommen worden, erklärte die Hizbullah am Montagabend. Zuletzt hatte die Miliz wiederholt Angriffe auf israelische Truppen in Chiam gemeldet, dem ersten Ort, in den die israelische Armee nach Beginn des Krieges vorgerückt war.
Irans Außenminister dementiert Kontakt mit US-Sondergesandten Irans Außenminister Abbas Araghchi hat Berichte über Kontakte zum US-Sondergesandten Steve Witkoff zurückgewiesen. Araghchi erklärte auf X: „Mein letzter Kontakt mit Herrn Witkoff fand statt, bevor sein Arbeitgeber (US-Präsident Donald Trump) beschloss, die diplomatischen Bemühungen durch einen weiteren illegalen Militärschlag gegen Iran zunichte zu machen.“ Die nun kursierenden Behauptungen seien darauf angelegt, Ölmarktakteure und die Öffentlichkeit zu täuschen.Zuvor hatte das Portal „Axios“ unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle berichtet, dass zwischen beiden Seiten in den vergangenen Tagen ein direkter Kommunikationskanal reaktiviert worden sei. Araghchi soll demnach Textnachrichten geschickt haben, in denen es um Wege zur Beendigung des Kriegs ging.
Meloni zeigt sich zurückhaltend zu Einsatz in Straße von Hormus Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich zurückhaltend zu einer militärischen Beteiligung am Schutz von Öltankern in der umkämpften Straße von Hormus geäußert. Die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel sei zwar von grundlegender Bedeutung, sagte Meloni im italienischen Fernsehen. Ein Eingreifen bedeute aber objektiv, einen Schritt in Richtung einer stärkeren Beteiligung in den Krieg zu machen.
Rund 200 US-Soldaten in sieben Ländern im Irankrieg verwundet Im Irankrieg sind nach Angaben der US-Armee bisher rund 200 Soldatinnen und Soldaten verwundet worden. Es habe zehn Schwerverletzte gegeben, teilte der Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, am Montag mit. Der Großteil der Verletzungen sei aber leicht gewesen. Mehr als 180 Soldaten hätten den Dienst bereits wieder aufgenommen.Die Einsatzkräfte seien in sieben Ländern der Region verletzt worden, sagte Hawkins weiter. Dabei handele es sich um Bahrain, Irak, Israel, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach vorherigen Angaben kamen im Irankrieg zudem 13 Soldatinnen und Soldaten ums Leben.
Trump beklagt mangelnde Hilfe von Verbündeten Nach ablehnenden Reaktionen auf seine Forderung nach einem NATO-Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump eine mangelnde Hilfsbereitschaft von Verbündeten im Irankrieg beklagt. Einige der Verbündeten hätten „nicht besonders begeistert“ auf seine Forderung reagiert, konstatierte Trump am Montag. „Seit 40 Jahren beschützen wir Euch, und Ihr wollt Euch nicht beteiligen“, sagte er an deren Adresse.
Drohnenangriff löst Feuer auf wichtigem Ölfeld der Emirate ausEin Drohnenangriff hat am Montag ein Feuer auf einem wichtigen Ölfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgelöst. Die Behörden in Abu Dhabi teilten mit, die Löscharbeiten auf dem Ölfeld Schah dauerten weiter an. Angaben zu Verletzten machten sie nicht. Das Schah-Ölfeld liegt 230 Kilometer südlich der Stadt Abu Dhabi und fördert nach Angaben des staatlichen Energiekonzerns Adnoc pro Tag rund 70.000 Barrel Rohöl.
Fünf westliche Staaten rufen Israel zu Verzicht auf große Bodenoffensive in Libanon auf Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada warnen vor einer großangelegten israelischen Bodenoffensive in Libanon.