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13.03.2026
16:39 Uhr
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US-Verteidigungsminister: Khamenei „wahrscheinlich entstellt“ +++ Trump kündigt weitere Angriffe für kommende Woche an +++ NATO fängt dritte Rakete aus Iran ab +++ alle Entwicklungen im Liveblog

USA bieten zehn Millionen Euro für Hinweise zu Khameneis AufenthaltsortDie USA haben eine hohe Belohnung zur Ergreifung des neuen iranischen obersten Führers Modschtaba Khamenei ausgesetzt. Das US-Außenministerium teilte am Freitag mit, es würden zehn Millionen Dollar (rund 8,7 Millionen Euro) für Hinweise über den Verbleib Khameneis oder anderer hochrangiger Verantwortlicher gezahlt. Der Sohn des bei einem israelischen Luftangriff getöteten Ali Khamenei war am Sonntag zu seinem Nachfolger ernannt worden.
Merz: Unternehmen alle Anstrengungen, um Krieg zu beendenNach Angaben von Kanzler Friedrich Merz werden derzeit „alle Kanäle“ genutzt, um den Krieg im Iran zu beenden. „Wir unternehmen alle Anstrengungen“, sagt Merz bei einem Treffen mit den Regierungschefs von Kanada und Norwegen in Bardufoss. „Alle diplomatischen Kanäle werden genutzt, und wir hoffen, dass wir Wege finden, diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden, weil er niemandem nutzt und vielen schadet, ökonomisch auch uns“, fügt er auf die Frage hinzu, ob er auch befürworte, dass die Europäer direkt mit dem Iran reden.
US-Kommando soll Angriff auf Mädchenschule untersuchenDie USA haben nach Angaben ihres Verteidigungsministers Pete Hegseth einen hochrangigen Militär außerhalb des für den Iran zuständigen US-Kommandos (Centcom) mit der Untersuchung des Angriffs auf eine Mädchenschule im Iran beauftragt. Diese werde so lange dauern, wie nötig, betonte Hegseth bei einer Pressekonferenz. Bei dem Angriff am ersten Kriegstag waren in Minab im Süden des Landes nach iranischen Angaben rund 170 Schülerinnen getötet worden.
Trump kündigt weitere US-Angriffe auf Iran an Zwei Wochen nach Beginn des Iran-Krieges hat US-Präsident Donald Trump weitere Angriffe für die kommende Woche angekündigt. „Wir werden sie in der nächsten Woche sehr hart treffen“, sagte Trump am Freitag dem Radiosender Fox News. Zugleich sagte er voraus, die iranische Führung werde stürzen, aber „vielleicht nicht sofort“.Damit setzte der US-Präsident seine wechselhaften Äußerungen über die Strategie im Krieg fort. Noch am Montag hatte Trump den Iran-Krieg für „so gut wie“ beendet erklärt und dies mit der militärischen Schwächung der Islamischen Republik begründet. In der Nacht zum Freitag nannte er die iranischen Führungspolitiker „gestörte Dreckskerle“ und drohte ihnen mit Vernichtung. Der Iran hatte am Sonntag den Sohn des getöteten Ayatollah Ali Chamenei, Modschtaba Chamenei, als neuen Führer eingesetzt. Diesen hatte Trump „inakzeptabel“ genannt. Zu Kriegsbeginn am 28. Februar hatte Trump die Iraner aufgerufen, „sich ihr Land zurückzuholen“. Nun sagte er, das werde passieren, aber „vielleicht nicht sofort“. Es sei eine „sehr große Hürde für Leute, die keine Waffen haben“, fügte er hinzu.
Trump: „Denke, dass Putin Iran vielleicht ein kleines bisschen hilft“US-Präsident Donald Trump äußert den Verdacht, dass Russlands Präsident Wladimir Putin den Iran unterstützt. „Ich denke, dass er ihm (Iran) vielleicht ein kleines bisschen hilft, ja, nehme ich mal an“, sagt Trump in einem am Freitag gesendeten Interview des Senders Fox News Radio. „Und er (Putin) denkt wahrscheinlich, dass wir der Ukraine helfen, richtig?“
USA bestätigen Tod zwei weiterer Personen bei FlugzeugabsturzBei dem Absturz des US-Tankflugzeugs über dem Irak sind nach Angaben des amerikanischen Militärs alle sechs Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Die Armee bestätigt damit den Tod von zwei Personen, über deren Schicksal zuvor noch nichts bekannt geworden war. Zunächst war daher von vier Toten die Rede gewesen.
Iran erlaubt manchen Schiffen Durchfahrt durch die Straße von Hormus Die türkische Regierung hat mitgeteilt, dass ein türkisches Schiff eine Genehmigung Irans zur Durchfahrt durch die Straße von Hormus erhalten habe, \"weil es einen iranischen Hafen genutzt hat\". Andere türkische Schiffe würden weiter auf die Durchfahrt warten.Nach Angaben von Schifffahrtsfachleuten sind in den vergangenen Tagen bereits zehn Schiffe beladen mit iranischem Öl durch die Straße von Hormus gefahren. Laut der \"Financial Times\" verhandeln auch Frankreich und Italien mit Teheran über Durchfahrtsgenehmigungen für ihre Schiffe. Vor dem Krieg hatte die iranische Marine eine Übung mit dem Titel “Smarte Kontrol der Straße von Hormus” durchgeführt, die darauf schließen ließ, dass Teheran versuchen könnte, die wichtige Energiehandelsroute nur für seine Feinde zu sperren, die eigenen Exporte nach China aber aufrechtzuerhalten. Unklar ist, inwieweit die Verminung der Wasserstraße eine solche \"smarte Kontrolle\" zulässt.
Iranische Führer treten öffentlich aufMehrere Vertreter der iranischen Führung sind am Freitag anlässlich des alljährlichen Al-Quds-Tags demonstrativ in der Öffentlichkeit erschienen. Darunter der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, Präsident Massud Peseschkian, der Justizchef Gholamhossein Mohseni-Esche'i, Außenminister Abbas Araghchi und Polizeichef Ahmad-Reza Radan. Der Al-Quds-Tag (Jerusalemtag) ist im Kalender des islamischen Regimes eine wichtige Propagandaveranstaltung gegen Israel.Auf einem Video von Esche'i war zu sehen, dass es in der einiger Entfernung eine Explosion gab. Ein Video von Peseschkian zeigt, wie der Präsident ohne Begleitung durch die Straßen schlenderte und scheinbar gut gelaunt Passanten begrüßte. Das Regime nutzte die Auftritte propagandistisch, um Aussagen des amerikanischen Verteidigungsminister Pete Hegseth zu widerlegen. Dieser sagte, die Führung verstecke sich wie \"Ratten\". Es war das erste Mal seit Kriegsbeginn, dass Fühungsvertreter in dieser Weise in der Öffentlichkeit erschienen.
UN: 22.000 zivile Gebäude in Iran beschädigtIm Irankrieg sind nach Angaben eines UN-Vertreters bislang fast 22.000 zivile Gebäude im Land beschädigt worden. Darunter seien mehr als 17.000 Wohneinheiten, berichtete Salvador Gutierrez, Repräsentant der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Teheran. Tausende Familien seien vor den Angriffen geflohen, viele davon in den Norden des Iran, hieß es in einer Stellungnahme von Gutierrez. Es sei unerlässlich, den Konflikt zu deeskalieren, um weiteres Leid zu verhindern. „Der Schutz von Zivilisten muss absolute Priorität haben“, sagte er.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz droht Libanon mit „Gebietsverlusten“ Mit Blick auf die Zerstörung einer Brücke über den südlibanesischen Litani-Fluss durch die israelische Armee am Freitagmorgen sagte Katz bei einer Lagebesprechung mit der Armeeführung, dies sei „erst der Anfang“. Er warf der libanesischen Regierung vor, sie habe ihre Zusage nicht eingehalten, die Hizbullah zu entwaffnen. Bis dieses Versprechen erfüllt sei, werde sie „einen immer höheren Preis in Form von Infrastrukturschäden und Gebietsverlusten zahlen“. Die zerstörte Brücke war laut Armeeangaben ein wichtiger Übergang für die Hizbullah, um Kämpfer in den Süden Libanons zu bringen. Die Drohungen vonseiten der israelischen Regierung haben sich in den vergangenen Tagen zusehends verschärft, einhergehend mit massiven Angriffen der Hizbullah auf den Norden und die Mitte Israels. Am Donnerstag hatte Katz, der für seine hartleibige Rhetorik bekannt ist, mit dem Einmarsch der Armee in Libanon gedroht. Israelische Truppen sind schon seit mehreren Tagen nördlich der Grenzlinie aktiv, die Armee beharrt bislang aber darauf, dass es sich nicht um eine Bodenoffensive handele, sondern um „Vorwärtsverteidigung“.
Unions-Politiker gegen Lockerung der Russland-SanktionenZu den Lockerungen von Öl-Sanktionen gegen Russland sagte der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Jürgen Hardt, der F.A.Z.: „Die größte Gefahr für das Wohlergehen Europas geht nicht von vorübergehend gestiegenen Energiepreisen, sondern vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine aus. Deshalb bin ich gegen eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland. Ich denke, der amerikanische Präsident hat Recht, wenn er mittelfristig sogar von sinkenden Energiepreisen ausgeht.“ Das Angebot sei da, so Hardt, viele Staaten seien auf Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft dringend angewiesen. „Kurzfristig werden andere Lieferanten ihre Produktion hochfahren. Mittel- und langfristig wird eine sinkende Nachfrage nach fossiler Energie bei immer noch wachsenden Reserven tendenziell zu sinkenden Preisen führen, auch wenn russisches Öl und Gas für uns Tabu bleibt.“Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der sich seit längerem für einen neuen Dialog mit Russland und die Wiederaufnahme von Gas- und Öllieferungen ausspricht, sagte zu den rasant steigenden Energiepreisen im Deutschlandfunk: „Da ist extrem gefährlich für uns Verbraucher und die Wirtschaft.“ Amerika agiere „mit Rambo-Methoden, weil es gerade dem eigenen Interesse entspricht“. Auf die Frage, ob in der konkreten Situation nach dem amerikanischen Vorbild die Russland-Sanktionen gelockert werden sollten, um den hohen Energiepreisen zu begegnen, sagte der CDU-Politiker, „wer den Glauben hatte, es sei noch irgendwie rational, was dieser amerikanische Präsident und seine Administration tun, der muss doch an dieser Stelle aufwachen. Wir sind in Deutschland und Europa in dieser Lage zu Recht an der Seite der Ukraine, aber wir haben doch auch außer Acht gelassen, was unsere Interessen sind.“ Amerika negiere das vollkommen.
Merz und Støre kritisieren Sanktionslockerung durch WashingtonBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Lockerung der US-Russland-Sanktionen kritisiert. „Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch“, sagte Merz bei einer Pressekonferenz zusammen mit dem norwegischen Ministerpräsident Jonas Gahr Støre im norwegischen Andöya. Merz sagte, im Rahmen der G7 sei über das Thema gesprochen worden, es habe die sehr klare Meinung von sechs der sieben Mitglieder gegeben, dass eine Sanktionslockerung nicht das Richtige sei. Doch die amerikanische Regierung habe sich anders entschieden. Warum, sei unklar, schließlich gebe es derzeit ein Preis- und kein Mengenproblem. In der Nacht auf Freitag hat der US-Finanzminister bekanntgegeben, dass zeitweise russisches Erdöl gekauft werden darf, das sich bereits auf Schiffen befindet. Diese Lockerung der US-Sanktionen gegen Russland gelte bis zum 11. April.In der Ukraine zeige Russland weiterhin keine Verhandlungsbereitschaft. „Wir werden uns durch den Irankrieg nicht abbringen oder ablenken lassen von der Unterstützung der Ukraine“, so Merz. Es gelte sicherzustellen, dass Russland nicht den Irankrieg nutze, um die Ukraine zu schwächen. Zudem werde man verhindern, dass Russland die NATO im Osten und Norden Europas teste. Auch Støre sagte, eine Lockerung der Sanktionen sei „ganz falsch“. Es gelte, weiter wirtschaftlichen Druck auf Russlands Energiesektor aufrechtzuerhalten, damit Russland den Krieg in der Ukraine beende.
Merz will keinen Militäreinsatz zum Schutz von SchiffenBundeskanzler Friedrich Merz sieht derzeit keinen Anlass für einen internationalen Militäreinsatz zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus. Der CDU-Chef kritisierte bei seinem Besuch in Norwegen, dass weiterhin keine Strategie erkennbar sei, wie der Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu Ende gebracht werden solle. „Die Fragen sind ja auch nicht wirklich beantwortet. Im Augenblick gibt es aus meiner Sicht deswegen auch keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken“, sagte Merz auf die Frage nach seiner Haltung zu einer solchen Mission und einer möglichen deutschen Beteiligung.