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17.09.2026
19:26 Uhr
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Italienische Marine soll eigene Schiffe schützen +++ UN-Ermittler sehen mögliche Kriegsverbrechen der USA +++ Libanons Präsident will Sicherheitsabkommen mit Israel +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Italien beschließt Alleingang an der Meerenge Bab al-Mandab Angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Meerenge Bab al-Mandab hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mit Hilfe der Marine zu gewährleisten. Das Land wolle dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten, teilte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto mit. „Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen.“Wenn die Seeroute nicht befahren werden könne, habe das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, warnte Crosetto. „Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen.“Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Durch diesen Wasserweg führt die wichtigste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien. Die mit Iran verbündete Huthi-Miliz hatte in einer Blitzoffensive in der vergangenen Woche die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und strategisch gelegene Inseln erobert. Hintergründe zu den Huthi und wie sie die internationale Schifffahrt bedrohen, können Sie bei meinem Kollegen Gregor Grosse nachlesen:
Saudi-Arabien: Ein Mensch von herabfallenden Trümmerteilen getötetDurch Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz ist in Saudi-Arabien dem Zivilschutz zufolge ein Mensch ums Leben gekommen. Die herabfallenden Trümmer hätten in der Region Taif östlich von Mekka „zu einem Todesopfer, zwei Verletzten sowie Sachschäden an mehreren Gebäuden und Fahrzeugen“ geführt, erklärte die saudi-arabische Zivilschutzbehörde am Donnerstag. Bei dem Toten handelte es sich demnach um einen Jemeniten. Verletzt wurden ein Pakistaner und eine Frau aus Saudi-Arabien.Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Huthis. Zuletzt hatten die gegenseitigen Angriffe zugenommen. Nach Angaben aus Riad griff die Miliz dabei auch die für Muslime heilige Stadt Mekka mit einer Drohne an. Der nun betroffene Verwaltungsbezirk Taif gehört zur Region Mekka.Der von den Huthis betriebene Fernsehsender Almasirah meldete unterdessen drei getötete Kinder durch Angriffe der jemenitischen Regierungstruppen in der Region Tais. Bei den Attacken wurden demnach auch mehrere jemenitische Staatsbürger verletzt.
UN-Kommission sieht mögliche Kriegsverbrechen der USAZwei US-Luftangriffe in der frühen Phase des Irankriegs könnten nach Einschätzung einer UN-Kommission als Kriegsverbrechen eingestuft werden. Luftangriffe auf eine Mädchenschule in Minab im Süden des Landes sowie ein separater Angriff auf einen Sportkomplex in der Provinz Fars seien willkürliche Angriffe mit tödlichen Folgen für die Zivilbevölkerung, heißt es in einem Bericht einer unabhängigen UN-Untersuchungsmission.Bei dem Angriff auf die Schule waren nach offiziellen Angaben 168 Schülerinnen getötet worden. Die UN-Kommission spricht unter Berufung auf unabhängige Berichte von insgesamt 157 Toten. US-Streitkräfte hätten dabei nicht nur aufgrund veralteter Informationen gehandelt. „Die USA haben den Angriff auf das Gebäude der Schule unter Bewusstsein eines erheblichen Risikos angeordnet, ein ziviles Objekt zu treffen und fahrlässig gehandelt.“Bei einem weiteren Angriff auf ein Sportkomplex in Lamerd in der Provinz Fars seien nach offiziellen Angaben 22 Menschen getötet worden, heißt es in dem Bericht. Internationale Medien hatten über den Einsatz neuartiger US-Munition bei dem Vorfall berichtet. Bei der Explosion einer Rakete in der Luft sei Schrot aus Wolfram weit verstreut worden. Auch dieser Angriff in einem bewohnten Gebiet wird als mögliches Kriegsverbrechen bewertet.
Saudi-Arabien wehrt Huthi-Drohne bei Mekka abDie saudi-arabische Luftabwehr hat nach Militärangaben nahe der für Muslime heiligen Stadt Mekka eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz abgefangen. Das unbemannte Flugobjekt wurde demnach im Süden der Stadt zerstört. Turki al-Maliki, der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft, bezeichnete den Angriff auf der Plattform X als „schändliche Tat“. Ein Huthi-Vertreter wies den Vorwurf zurück. „Die Behauptung, Mekka sei das Ziel gewesen, ist eine abgedroschene Lüge, die schon früher verbreitet wurde und inzwischen niemanden mehr täuscht“, schrieb Hesam al-Assad auf X. Bereits am Dienstag hatten die Behörden in der Pilgerstadt eine Warnung ausgegeben. Die Menschen sollten ruhig bleiben und offizielle Anweisungen befolgen, teilte der saudische Zivilschutz mit. Es war das erste Mal seit der neuen Eskalation des Konflikts mit der Huthi-Miliz, dass in Mekka Alarm ausgelöst wurde. Al-Maliki zufolge war die versuchte Drohnen-Attacke der erste Huthi-Angriff auf die für Muslime heilige Stadt seit 2017. Damals hatte die Miliz demnach versucht, Mekka mit einer ballistischen Rakete anzugreifen.
USA wollen Israel offenbar Zehntausende schwere Bomben liefernDie Regierung von US-Präsident Donald Trump will Israel Zehntausende tonnenschwere Bomben im Milliardenwert liefern. Wie die „Washington Post“ und die „New York Times“ unter Berufung auf einen US-Beamten berichten, umfasst der 2,8 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) schwere Deal 40.000 Ein-Tonnen-Bomben. Israel hatte mit dem Einsatz solcher Bomben im Gazastreifen und im Libanon international Empörung ausgelöst, da aufgrund der gewaltigen Explosionskraft und des großen Zerstörungsradius viele Zivilisten getötet wurden.
US-Repräsentantenhaus stimmt abermals gegen IrankriegDas US-Repräsentantenhaus hat Präsident Donald Trump abermals zum Abzug des Militärs aus Kampfhandlungen mit Iran aufgefordert. Für eine entsprechende Resolution stimmten in der Parlamentskammer 220 Abgeordnete aus beiden Parteien, 204 stimmten dagegen. Die Abstimmung hat keine unmittelbare Konsequenz für den US-Kurs gegenüber Iran. Vielmehr ist die Resolution vor allem ein Versuch, den politischen Druck auf Trump hochzuhalten – zumal in weniger als zwei Monaten die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen.Es ist nicht die erste Resolution, die im Kongress im Kontext des Irankriegs verabschiedet wurde. Die aktuelle war von demokratischer Seite eingebracht worden. Ausgenommen vom Abzug sind in der Resolution diejenigen Teile der Streitkräfte, die möglicherweise erforderlich sind, um die Vereinigten Staaten oder Verbündete gegen Angriffe zu verteidigen.
US-Regierung rät von Reisen nach Saudi-Arabien abDie US-Regierung rät ihren Staatsbürgern von Reisen nach Saudi-Arabien ab. Mögliche Reisepläne sollten überprüft werden, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Grund sei das „Risiko von Angriffen iranischer Drohnen und Raketen“ auf amerikanische Einrichtungen in dem verbündeten Königreich, bewaffnete Konflikte sowie die Gefahr von Terroranschlägen. Damit galt für das ganze Land die zweithöchste Warnstufe. Für Gebiete nahe der jemenitischen Grenze gelte die höchste Warnstufe, also eine Reisewarnung, hieß es. Hintergrund sind die jüngsten Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi-Miliz aus dem Nachbarland.
Irans Außenminister macht sich über US-Verluste lustigDer Munitionsmangel des US-Militärs und die Verluste im Krieg gegen Iran sind von der Führung in Teheran mit reichlich Spott quittiert worden. Hunderte US-Militärstützpunkte in der Region seien „in Stücke geschossen“ worden, Dutzende US-Flugzeuge verbrannt, höhnte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform x. Er bezog sich dabei auf Angaben des US-Verteidigungsministeriums. Die Behauptung, Iran sei wehrlos, sei nichts als „Fiktion“, schrieb Araghtschi.Zuvor hatte das US-Militär in einem Bericht an das Parlament in Washington eingeräumt, dass iranische Angriffe „Hunderte Gebäude und Strukturen“ auf US-Militärstützpunkten in den verbündeten Staaten Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Staaten, Saudi-Arabien, dem Irak, Oman und Jordanien beschädigt oder zerstört hätten. Zudem seien im Verlauf des Krieges Dutzende Kampfjets und andere Flugzeuge des US-Militärs zerstört oder beschädigt worden, hieß es. Das sei „nur die Spitze des Eisberges“, höhnte Araghtschi.
USA räumen erstmals Munitionsknappheit im Irankrieg einErstmals seit Beginn des Irankrieges vor gut sechs Monaten haben die USA einen Munitionsmangel eingeräumt: Die Generalinspektion des Pentagon verwies in ihrem Pflichtbericht an den Kongress darauf, dass Munition infolge des Krieges knapp geworden sei. Das unabhängige Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) bezifferte die bisherigen Gesamtkosten des Krieges am Dienstag auf 38 Milliarden Dollar.Davon entfielen bis Ende Juni rund 22,3 Milliarden Dollar auf Munition, wie die Generalinspektion des Pentagon weiter mitteilte. Der Krieg habe zu „strategischen Bestandslücken und Engpässen bei der Industrie in der Nachschubversorgung mit Munition“ geführt.Um mit Engpässen umzugehen, arbeite das Pentagon daran, „Beschaffungsprozesse und Produktionsvorläufe zu straffen sowie kritische Materialien, Komponenten und ausgewählte Munition zu bevorraten“, hieß es weiter in dem Bericht. Der Ausbau der Produktionskapazitäten erfordere jedoch „erhebliche Vorlaufzeiten“.
Israels Armee tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur im GazastreifenDas israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Kommandeur der islamistischen Hamas im Gazastreifen getötet. Der Chef der Hamas-Brigade von Rafah, Nayal Abu Obeid, sei eine „Schlüsselfigur in der Führungsebene der Hamas“ gewesen, teilten die Streitkräfte auf der Plattform X mit. Er sei unter anderem für die Aktivitäten der Brigade und Terroranschläge verantwortlich gewesen. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.An dem Einsatz seien neben den Streitkräften auch der Inlandsgeheimdienst Shin Bet beteiligt gewesen, schrieb Verteidigungsminister Israel Katz am Abend auf der Plattform X. Das Portal „Ynet“ berichtete, der Kommandeur sei am Nachmittag bei einem Drohnenangriff getötet worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, bei israelischen Luftangriffen im Zeltlager im Gebiet Al-Mawasi im Süden des Küstenstreifens seien zwei Menschen, darunter ein achtjähriges Kind, getötet worden. Mindestens zehn Menschen seien verletzt worden. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zudem blieb unklar, ob es sich bei dem Vorfall um den gleichen Angriff handelte, bei dem der Brigade-Kommandeur getötet wurde.
USA bestätigen hochrangiges Militärtreffen in DeutschlandDas US-Militär hat vergangene Woche hochrangige Militärvertreter von acht Nationen zu einer Konferenz in Deutschland empfangen. „Die Teilnehmer sprachen über Möglichkeiten zur Stärkung der Sicherheitskooperation im Nahen Osten“, teilte ein US-Regierungsbeamter auf Anfrage mit. Weitere Details etwa über den Umfang und den Ort des Treffens waren zunächst unklar.Zuvor hatte das Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf israelische Quellen berichtet, dass sich hochrangige Militärkommandeure der USA, Israels und mehrerer arabischer Länder in Deutschland getroffen hätten, um über den Irankrieg und die anhaltenden Spannungen in der Region zu sprechen. Der Kommandeur des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, habe dabei beteuert, dass das US-Militär seine Truppen trotz der iranischen Angriffe auf US-Stützpunkte nicht aus dem Nahen Osten abziehen werde. Cooper habe demnach zu dem privaten Treffen eingeladen. Neben ihm hätten die Generalstabschefs Israels, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains, Kuwaits, Katars, Jordaniens und Ägyptens teilgenommen.
US-Energieminister: Saudische Pipeline wohl bald wieder in BetriebDer Ölfluss durch die wichtige saudi-arabische Ost-West-Pipeline soll nach Einschätzung von US-Energieminister Chris Wright in wenigen Tagen wieder anlaufen. Die Reparaturen dürften einige Tage in Anspruch nehmen, sagte Wright am Rande eines G20-Energietreffens in Houston dem Sender CNBC. Saudi-Arabien hatte die Pipeline nach Angriffen von mit Iran verbündeten Gruppen vorübergehend geschlossen. Mit der Angelegenheit vertraute Personen machten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters jedoch unterschiedliche Angaben über die Dauer des Ausfalls. Während eine Person von einer Reparaturzeit von fünf bis sechs Wochen spricht, heißt es von einer anderen, die Pipeline könne den Betrieb während der Arbeiten teilweise wieder aufnehmen. Durch die 1200 Kilometer lange Leitung fließen normalerweise vier bis fünf Millionen Barrel pro Tag.
Vor dem Hintergrund des jüngsten Vorstoßes der Huthi-Rebellen im Jemen kommen die Staaten des UN-Sicherheitsrats in New York zu einer Dringlichkeitssitzung über die Situation an der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab zusammen. Das Treffen sei von Bahrain, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Lettland und Großbritannien angefragt worden und solle um 21.00 Uhr MESZ beginnen, hieß es von der britischen UN-Mission in New York. Zusätzlich zu den 15 Mitgliedstaaten des mächtigsten UN-Gremiums sollen auch Vertreter des Jemen und Saudi-Arabiens an dem Treffen teilnehmen.Qatar warnte am Dienstag vor „katastrophalen“ Folgen, sollte die Meerenge Bab al-Mandab für die Schifffahrt geschlossen werden. „Die Welt leidet schon genug durch die Schließung der Straße von Hormus, deshalb können wir es uns nicht leisten, auch noch Bab al-Mandab mit in diese Gleichung aufzunehmen“, sagte ein Vertreter des Außenministeriums in Doha vor Journalisten. Die Huthi haben seit Ende vergangener Woche mehrere strategisch wichtige Positionen an der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Welche militärischen Möglichkeiten sich den Rebellen dadurch eröffnen, lesen Sie hier:
Revolutionsgarden: Öltanker in Straße von Hormus explodiertIn der Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden ein Öltanker auf eine Seemine gefahren und explodiert. Der Tanker „El Gaia“ sei auf der von Iran verminten südlichen Route durch die Meerenge unterwegs gewesen, berichtete der staatliche Rundfunk Irib unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Das gesamte Schiff sei nach der Detonation der Mine in Flammen aufgegangen.„Die Straße von Hormus ist geschlossen und bleibt unter unserer Kontrolle“, teilte demnach die Marine-Führung der Revolutionsgarden mit. Sie habe zuvor vor dem Befahren der südlichen Route gewarnt. Die Marine hat die südliche Passage vermint, lediglich eine nördliche Route entlang der iranischen Küste für sicher erklärt und verlangt Gebühren für die Durchfahrt.Das US-Militär wies die Darstellung der Revolutionsgarden zurück. „El Gaia“ sei vielmehr bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen worden, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) mit. Am Wochenende habe Iran das Schiff dann vor der Küste des Omans abermals mit einer Drohne angegriffen. Gegenwärtig werde der manövrierunfähige Tanker von einem regionalen Partner abgeschleppt.