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02.10.2026
02:53 Uhr
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Nach Vorfällen um den britischen Luftwaffenstützpunkt Fairford +++ Iran bestellt britischen Botschafter ein +++ Bericht: Erneut Schiff in Straße von Hormus unter Beschuss +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Milliardenauftrag für RaketenNach Berichten über Engpässe bei den Raketenbeständen der Vereinigten Staaten infolge des Iran-Krieges hat das Pentagon einen milliardenschweren Auftrag zur zügigeren Herstellung von Mehrzweck-Lenkwaffen vergeben. Der Vertrag mit dem Unternehmen Raytheon mit einem Volumen von 24 Milliarden Dollar (rund 21,3 Milliarden Euro) werde die Produktion der SM-6-Raketen beschleunigen, erklärte das Pentagon am Donnerstag.Die Geschosse seien „entscheidende Munition für die Luft- und Überwasserkriegsführung“. Der auf fünf Jahre ausgelegte Vertrag mit optionaler Verlängerung um zwei Jahre werde „eine schnellere Produktion vorantreiben“. Zudem biete der Auftrag „der Verteidigungsindustrie langfristige Planungssicherheit“.SM-6-Raketen sind bordgestützt und können Flugzeuge und Marschflugkörper treffen. Der Rüstungskonzern Raytheon hatte am Mittwoch erklärt, dass seine SM-6-Raketen „erfolgreich von verschiedenen bordgestützten Plattformen der US-Marine sowie von Abschussanlagen an Land abgefeuert“ worden seien. Sie seien eine „kampferprobte Waffe“.
Nach Geiselhaft: „Das Leben wird nie wieder dasselbe sein“Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker in Israel kämpfen Überlebende und ihre Familien noch immer mit den traumatischen Folgen. „Das Leben wird für uns nie wieder dasselbe sein“, sagt Efrat Machikawa der Deutschen Presse-Agentur. Ihre Tante und ihr Onkel wurden damals in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer schliefen sie und ihre Angehörigen schlecht. „Wir haben noch nicht wieder ins Leben zurückgefunden.“In der Geiselhaft hätten ihre Verwandten unter schlechten hygienischen Bedingungen und Nahrungsknappheit gelitten, sagt Machikawa. Ihr Onkel, der Deutsch-Israeli Gadi Moses, habe viel Zeit damit verbracht, in seinem Zimmer auf und ab zu gehen. Der heute 83-Jährige wurde am 7. Oktober 2023 aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt und 482 Tage lang von Mitgliedern der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) alleine festgehalten. Besonders grausam seien für ihn die Lügen seiner Entführer über seine Familie gewesen, berichtet seine Nichte.
Medien: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach NahostDas Pentagon schickt Medienberichten zufolge eine dritte Flugzeugträgerkampfgruppe sowie weitere Kriegsschiffe in den Nahen Osten. Das berichten das „Wall Street Journal“ und das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf US-Beamte. Demnach wird erwartet, dass neu entsandte Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge, Marineinfanteristen und Matrosen dort bis Ende November eintreffen. Laut dem „Wall Street Journal“ stocken die USA ihre Truppenpräsenz in der Region um 9.000 bis 10.000 Soldaten auf. Die Berichte schüren Spekulationen, dass die USA nach den wichtigen Parlamentswahlen Anfang November neue Angriffe auf Iran starten könnten. Auf eine entsprechende Frage in einem Interview mit dem „Time“-Magazin, sagte US-Präsident Donald Trump zuletzt schlicht: „Möglich“.
USA streichen wegen des Iran-Kriegs Menschenrechtsauflagen für Militärhilfe an ÄgyptenDie USA haben nach Regierungsangaben wegen des Krieges gegen Iran die Menschenrechtsauflagen für Militärhilfen an Ägypten in Höhe von mehr als 300 Millionen Dollar aufgehoben. US-Außenminister Marco Rubio habe die entsprechenden Anforderungen für 320 Millionen Dollar im Haushaltsjahr 2025 ausgesetzt, hieß es in einem Schreiben an Kongressausschüsse, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Das Außenministerium in Washington teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, dass es den Schritt bestätige. Eine Stellungnahme des ägyptischen Außenministeriums lag zunächst nicht vor.Zur Begründung hieß es in einem begleitenden Memorandum, die Ausnahme sei für die nationalen Sicherheitsinteressen der USA unerlässlich. Dies gelte insbesondere angesichts der „hilfreichen Rolle“ Ägyptens nach dem Beginn des gemeinsamen Militäreinsatzes der USA und Israels gegen den Iran. Worin genau diese Rolle bestand, wurde nicht erläutert. Ein Ministeriumssprecher erklärte, die Entscheidung trage der Bedeutung der Sicherheitskooperation in einer Zeit großer regionaler Herausforderungen Rechnung.
Berichte: Explosionen in Jemens Hauptstadt SanaaIn Jemen ist es erneut zu Kampfhandlungen gekommen. Nach Angaben von Augenzeugen waren in der Hauptstadt Sanaa mehrere schwere Explosionen zu hören. In der Folge seien Rauchsäulen in der Nähe des Präsidentenpalasts zu sehen gewesen, hieß es weiter.Der Huthi-nahe Sender Al-Masirah berichtete von Angriffen Saudi-Arabiens auf Sanaa sowie auf die Provinzen Saada, Tais und Amran. Details zu den Zielen der Angriffe oder zu möglichen Schäden nannte der Sender nicht.
Bericht: Abermals Schiff in Straße von Hormus unter BeschussEin Tanker ist einem Bericht zufolge beim Durchfahren der Straße von Hormus unter Beschuss geraten. Wie die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, brach ein Feuer aus. Die Besatzung des Schiffes soll sich demnach in Sicherheit befinden. Über den genauen Umfang der Schäden und mögliche Folgen für die Umwelt war zunächst nichts bekannt.Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge am Donnerstagabend. Bisher hat niemand den Angriff für sich reklamiert.In der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Straße von Hormus kam es zuletzt regelmäßig wieder zu Beschuss. Der Iran blockiert im Konflikt mit den USA mit Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge weitestgehend. Auch das US-Militär hatte zivile iranische Schiffe attackiert.
Vorfall bei Militärbasis: Festnahme in LondonNach dem Vorfall nahe einer Luftwaffenbasis in Großbritannien, die auch von den USA genutzt wird, meldet die britische Anti-Terror-Polizei eine weitere Festnahme. Ein 27-jähriger Mann mit britischer und iranischer Staatsangehörigkeit ist in London wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Tat festgenommen worden, wie die Behörde mitteilte. Zudem hätten Beamte zwei Immobilien im Stadtteil Westminster durchsucht. Auch ein 26-jähriger Brite wurde demnach im Zusammenhang mit den Ermittlungen befragt.In der Nacht zum Sonntag waren fünf Männer nahe dem von der US-Luftwaffe genutzten britischen Militärstützpunkt RAF Fairford aufgegriffen worden. Sie wurden inzwischen unter strengen Auflagen freigelassen und werden ebenso der Vorbereitung einer terroristischen Tat verdächtigt, ermittelt wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Der britische Premierminister Andy Burnham sprach am Mittwoch von einer möglichen Verbindung des Vorfalls zum Iran.
Iran bestellt britischen Botschafter einNach Terrorvorwürfen gegen Iran hat das Außenministerium in Teheran den britischen Botschafter einbestellt. Irans Vizeaußenminister Madschid Tacht-Rawantschi forderte die Regierung in London zu einer „Korrektur“ auf, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Der Minister sprach von einer „unbegründeten und geschmacklosen Behauptung britischer Vertreter“, wonach Iran mit Sabotageplänen gegen den Luftwaffenstützpunkt Fairford in Verbindung stehe.Nach der Festnahme von fünf Männern unter Terrorverdacht hatte der britische Premierminister Andy Burnham Anzeichen für eine mögliche Verbindung zu Iran bestätigt. „Es gibt starke Hinweise darauf, dass Iran an den Ereignissen vom Wochenende auf dem RAF-Stützpunkt Fairford beteiligt war“, sagte der britische Regierungschef der BBC. Es handle sich jedoch „weiterhin um eine laufende, komplexe und ernste polizeiliche Ermittlung“. Die fünf Männer waren in der Nacht zum Sonntag nahe dem von der US-Luftwaffe genutzten Stützpunkt aufgegriffen worden und sind inzwischen unter strengen Auflagen freigelassen worden. Sie werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat verdächtigt. Ermittelt wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Das von den Männern mitgeführte verdächtige Material hat sich laut Polizei jedoch nicht als funktionsfähiger Sprengstoff herausgestellt. Einer der Festgenommenen soll Medienberichten zufolge selbst den Notruf gewählt und die Polizei auf den Plan gerufen haben.
Irans Revolutionsgarden begrüßen US-Truppenabzug aus IrakIrans Revolutionsgarden haben den amerikanischen Truppenabzug aus dem Irak begrüßt. Er sei „ein großes, bedeutungsvolles historisches Ereignis und eine gewaltige Errungenschaft für die Achse des Widerstands“, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung der mächtigen Militärorganisation. Aus Sicht der iranischen Streitkräfte beginne damit die „Vertreibung Amerikas“ aus der Region und aus dem geografischen Raum der islamischen Gemeinschaft.Nach Angaben des Pentagons vom Mittwoch haben die letzten US-Soldaten den Irak verlassen. Damit endet eine Zeit von teils heftig umstrittenen US-Militäreinsätzen in dem Nachbarland des Irans, mit denen der frühere Machthaber Saddam Hussein gestürzt und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpft wurde. 2003 waren die USA im Zuge ihres „Kriegs gegen den Terror“ mit Verbündeten im Irak einmarschiert.Unter dem einflussreichen General Ghassem Solemani bauten die Revolutionsgarden insbesondere nach der US-Invasion ihre Beziehungen zu schiitischen Milizen im Irak aus und banden diese enger an das von Teheran unterstützte Netzwerk der „Achse des Widerstands“ gegen die USA und Israel. Auch in der irakischen Politik suchte und fand Teheran Verbündete. 2020 wurde Solemani bei einem US-Drohnenangriff nahe Bagdad getötet.
Britische Behörde: Zwei Schiffe in der Straße von Hormus unter Beschuss geratenZwei Tankschiffe sind Berichten zufolge in der Straße von Hormus unter Beschuss geraten. Wie die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) in zwei separaten Meldungen mitteilte, wurden beide Schiffe von unbekannten Projektilen getroffen. Die Vorfälle ereigneten sich demnach bereits am Dienstag. Iran reklamierte die Angriffe zunächst nicht für sich. Ein Sprecher der Revolutionsgarde sagte jedoch am Mittwoch: „In der Straße von Hormus kommt es innerhalb jedes Zeitraums von 24 Stunden zu militärischen Auseinandersetzungen, aber seit einiger Zeit reagiert Amerika nicht mehr.“
USA verstärken den Druck auf Iran Die USA verstärken ihren wirtschaftlichen Druck auf Iran und verhängen weitere Sanktionen gegen Unterstützer Teherans. Durch die Maßnahmen werden sämtliche Vermögenswerte von zehn Einzelpersonen und Organisationen in den Vereinigten Staaten gesperrt und Geschäfte mit den sanktionierten Unternehmen untersagt, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Die betroffenen Personen und Unternehmen sind demnach in China, Hongkong, Pakistan, Saudi-Arabien und in der Türkei ansässig. Vorgeworfen wird ihnen, Waffenteile für das iranische Verteidigungsministerium beschafft zu haben. Die Maßnahme schwäche die Fähigkeit der Führung in Teheran, ihre Waffenprogramme wiederaufzunehmen, und erhöhe die Kosten für diejenigen, die Iran bei der Beschaffung militärischer Komponenten unterstützten, hieß es in einer entsprechenden Mitteilung.Bereits mehrfach waren die USA zuletzt gegen Unterstützer des Irans vorgegangen. So verhängten sie Sanktionen gegen die zweitgrößte Bank Russlands, die VTB Bank, und die türkische Golden Global Bank. Zudem setzten sie Maßnahmen gegen Organisationen und Einzelpersonen um, die die Miliz Kataib Hisbollah und die libanesische Hisbollah unterstützen. Zuvor belegten die USA zudem mehrere wichtige Fluggesellschaften Irans mit Sanktionen. Auf die US-Sanktionsliste wurden 27 iranische Airlines gesetzt, darunter die Gesellschaften Kish Airlines, Iran Air Tour und ATA Airlines.
Zuletzt mehr Öllieferungen durch die Straße von HormusÖllieferungen durch die umkämpfte Straße von Hormus nehmen zu. Derzeit flössen etwa 65 bis 70 Prozent der Ölmenge verglichen mit Vorkriegsniveaus durch die Meerenge, schrieb der Energie-Datenanbieter Vortexa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.Die Angabe fasst sämtliche Ölprodukte wie etwa Flüssiggas oder raffinierte Produkte – etwa Benzin – zusammen. Im Vergleich zum Zeitraum vor dem Krieg flössen nun etwa 80 Prozent des unverarbeiteten Rohöls sowie Kondensate durch die Straße von Hormus, hieß es weiter. Nach Angaben von Vortexa passieren somit derzeit im Wochendurchschnitt täglich 11,2 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ berichtet.Die Analystin Amena Bakr vom Datenanbieter Kpler berichtete ebenfalls von einer Erholung der Ölexporte am Golf. Auf X schrieb sie, dass Kpler zentrale Produzenten des Nahen Ostens im September täglich 12,8 Millionen Barrel exportiert hätten. Im Februar seien dies noch 18,8 Millionen Barrel gewesen, schrieb sie weiter.
Teheran warnt Bevölkerung vor EnergieengpässenDie iranische Regierung hat die eigene Bevölkerung vor Engpässen bei der Energieversorgung im Winter gewarnt. „Wir waren Zeugen von Angriffen, die unser wirklich hartherziger Feind gegen unseren Energiesektor durchgeführt hat“, sagte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani mit Blick auf die israelisch-amerikanischen Angriffe im Irankrieg.Erhebliche Produktionskapazität sei verloren gegangen, sagte Mohadscherani vor Journalisten. Sie sprach von täglich fast 230 Millionen Kubikmetern Erdgas, was knapp einem Viertel der nationalen Produktion entspricht. Man sei bemüht, 100 Millionen Kubikmeter Produktionskapazität wiederherzustellen.Bereits vor dem militärischen Konflikt hatte Iran zeitweise mit Energieengpässen zu kämpfen. Irans Regierung kritisiert seit Jahren, dass die harten internationalen Sanktionen eine Modernisierung der Energieinfrastruktur verhindern. „Daher dürfte es, wie bereits in den vergangenen Jahren und wie die Bevölkerung aus eigener Erfahrung weiß, in den nördlichen Provinzen zu Problemen kommen“, warnte Mohadscherani.
Iran streitet Vorwürfe gegen Atomprogramm abIran hat abermals Vorwürfe gegen das umstrittene Atomprogramm des Landes zurückgewiesen. „Die Behauptung, Iran sei nur noch wenige Wochen vom Erwerb einer Atomwaffe entfernt, ist dieselbe Lüge, die bereits vor 25 Jahren aufgestellt wurde“, sagte der Sprecher der iranischen Revolutionsgarde, General Hussein Mohebi, laut der Nachrichtenagentur Tasnim.Mohebi warf den USA vor, die eigene Bevölkerung zu täuschen. Wäre Iran zu Beginn der Jahrtausendwende tatsächlich nur wenige Wochen von einer Atombombe entfernt gewesen, so hätte man sie längst gebaut, sagte Mohebi weiter. „Heute sehen wir, dass diese Behauptung eine große Lüge ist.“Das umstrittene iranische Atomprogramm war nach offizieller Darstellung ein Grund dafür, warum Israel und die USA Iran seit dem vergangenen Jahr bombardiert hatten. Israel, das selbst über Atomwaffen verfügt, sieht sich durch das Nuklearprogramm in seiner Existenz bedroht. Internationalen Atominspektoren bereitete vor allem das fast waffenfähige, hochangereicherte Uran Sorgen. Iran beteuert hingegen, nicht nach Kernwaffen zu streben.