FAZ 05.08.2026
14:53 Uhr

LKA Sachsen ermittelt: Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig entdeckt


Ein Frachtflugzeug ist in der Nähe des Flughafens Leipzig/Halle mit einem unbekannten ⁠Gegenstand zusammengestoßen. Kurz zuvor hatte ein Flughafenmitarbeiter am Boden eine Drohne entdeckt.

LKA Sachsen ermittelt: Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig entdeckt

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen unterbricht Bundesinnenminister Alexander Dobrindt seinen Urlaub. Der CSU-Politiker reise zu einer Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern am Flughafen an, teilte sein Ministerium in Berlin mit. Erwartet werde, dass unter anderem Bundespolizei-Präsident Dieter Romann und Verfassungsschutz-Chef Sinan Selen teilnehmen würden, hieß es. Zuvor hatte das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen mitgeteilt, dass die am Flughafen Leipzig/Halle gefundene Drohne mit einer „unbekannten Sprengvorrichtung“ versehen war. Laut dem LKA, das die Ermittlungen wegen des Vorfalls am Mittwoch übernommen hat, war die Drohne im Sicherheitsbereich des Frachtflugbetriebs in der Nähe einer der Start-und-Lande-Bahnen von einem Mitarbeiter des Flughafens entdeckt worden. Der Flugbetrieb sei daraufhin komplett eingestellt worden. Außerdem soll es zu einem weiteren Vorfall gekommen sein: Ein Frachtflugzeug, das aufgrund der erfolgten Sperrung nicht landen konnte und wieder durchstarten musste, sei in der Luft mit einem bislang unbekannten Flugobjekt kollidiert. Ob es sich dabei ebenfalls um eine Drohne handelt, ist unklar. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin hatte den Vorfall bestätigt. Das Flugzeug habe anschließend in Hannover landen können. Medienberichten zufolge handelt es sich um ein Frachtflugzeug der DHL. Wie das LKA Sachsen mitteilte, wurden nach der Landung leichte Beschädigungen an der Maschine festgestellt. Ermittler schließen politisches Motiv nicht aus Laut LKA wurde die auf dem Vorfeld gefundene Drohne in der Nacht mit Unterstützung der Bundespolizei und eines Sprengstoffroboters untersucht. Eine spezialisierte Einheit der Bundespolizei habe den Zünder des Sprengsatzes entfernt, so das LKA. Laut der Nachrichtenagentur dpa wurde die Drohne geröntgt. Entdeckt wurde sie Medienberichten zufolge in der Nähe mehrerer ukrainischer Frachtflugzeuge. Die Ermittlungen werden nun von der Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und dem Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des LKA Sachsen geführt. Die Behörden schließen ein politisches Motiv nicht aus, weshalb das PTAZ zum Einsatz kommt. Flughäfen gehören zum Bereich der kritischen Infrastruktur. Der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) bezeichnete die Zwischenfälle am Mittwoch in Dresden als „sehr ernsten Sicherheitsvorfall“. „Deshalb ermitteln Landes- und Bundessicherheitsbehörden seit heute Nacht unter Hochdruck Hand in Hand“, sagte Schuster. Auch das gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen und die Drohnenabwehr der Bundespolizei seien involviert. Schuster erklärte, er stehe „in ständigem Austausch“ mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Dem Leipziger Polizeisprecher Olaf Hoppe zufolge kommt es am Flughafen im Norden von Leipzig immer wieder zu Drohnensichtungen. Manchmal könne man die Flugobjekte auch nicht identifizieren. In Bezug auf die Kollision in der Luft sagte er: „Im Moment wissen wir tatsächlich nicht, was es für ein Objekt war. Jetzt gilt es also herauszufinden, was dieses Objekt war und ob das mit diesem Objekt, was wir am Boden gefunden haben, zusammenhängt.“ Er stellte klar, dass Unbefugte nicht einfach auf das Rollfeld gelangen können. Es liege der Schluss nahe, dass das besagte Objekt auch aus der Luft auf den Boden gelangt sei. Ein Passagierflugzeug sowie mehrere Frachtflieger seien wegen des Fundes auf andere Flughäfen umgeleitet worden, hatte die sächsische Landespolizei am Morgen mitgeteilt. „Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht“, hieß es von der Polizei. Der Flugverkehr wurde laut Polizei um 1.55 Uhr wieder aufgenommen und läuft seitdem vollständig über die Nordpiste des Flughafens, während an der Südpiste nach Spuren gesucht wird. Tobias Meyer, Chef des Logistikkonzerns DHL, sagte am Mittwochmorgen, der Zwischenfall in Leipzig habe „betriebliche Auswirkungen“, die „durchaus spürbar“ seien. Bei dem umgeleiteten Passagierflugzeug handelte es sich um einen verspäteten Flug aus Palma de Mallorca. Das Flugzeug wurde nach Angaben des Polizeisprechers und des Flughafens in der Nacht nach Nürnberg umgeleitet.