FAZ 17.08.2026
16:55 Uhr

Junge Arbeitslose: Ziellos im Niemandsland


Die Zahl junger Menschen ohne Beruf und Bildungsperspektive wächst. Das ist ein doppeltes Problem: Es hat hohe soziale Kosten. Und es verschärft das demographische Problem am Arbeitsmarkt.

Junge Arbeitslose: Ziellos im Niemandsland

Deutschland mit seinem besonderen Berufsbildungssystem galt lange als Vorbild für Länder mit hoher Jugendarbeitslosigkeit. Doch diese Position bröckelt. Seit 2019, seit Beginn der zähen Wirtschaftskrise, ist die Jugend­arbeits­losigkeit hierzulande um ein Drittel gestiegen. Zwar ist sie im EU-Vergleich noch nicht hoch, sie läuft aber stetig in die falsche Richtung. Überdies gibt es neben den als arbeitslos Erfassten immer mehr Jugendliche, die – oft nach einem Schulabbruch – im Niemandsland zwischen Bildungs- und Arbeitswelt stecken bleiben. Dass heute mehr als jeder Zehnte in so ein Abseits gerät, hat enorme Folgekosten. Je mehr Ältere in Rente gehen, desto mehr käme es auf viel und guten Berufsnachwuchs an. Doch es fehlt an schlüssiger Politik. Wer, wie heute selbst Teile der CDU, Betriebe mit Strafgebühren namens „Ausbildungsumlage“ bedroht, wenn sie keine Azubis finden, versteht den ökonomischen Kern des Problems nicht. Und wer immer noch Frührenten propagiert, verschärft es doppelt. Neben Arbeitskräften fehlen dann auch noch die Finanzen, um das Schulwesen bis hin zur Berufsschule zu reparieren.