FAZ 14.09.2026
10:43 Uhr

Japans Halbleiterbranche: Das KI-Puzzle aus Japan


Anleger schauen gerne auf die Profiteure von KI, die im Rampenlicht stehen. Dabei vergessen sie oft die Kleinen hinter den Kulissen.

Japans Halbleiterbranche: Das KI-Puzzle aus Japan

Wer in KI investieren will, denkt an den Chipdesigner Nvidia. Oder an TSMC, den weltgrößten Chiphersteller aus Taiwan. Und an die Google-Mutter Alphabet oder in Europa an den Hersteller von Lithographieanlagen für die Halbleiterproduktion, ASML. Aber an einen japanischen Lebensmittelkonzern, der Natriumglutamat herstellt – und zugleich Isolierfilme für Nvidia-Chipgehäuse? Für Ajinomoto, das auf einen Börsenwert von 34 Milliarden Dollar kommt, ist die Halbleitersparte ein wichtiges Standbein geworden. Das klingt nach einer Kuriosität, ist aber symptomatisch für den KI-Boom. Er wird nicht nur von den großen Konzernen getragen, sondern auch von Spezialisten aus anderen Branchen. Vor allem japanische Unternehmen aus der zweiten Reihe decken wichtige Teile der Halbleiterlieferkette ab. Die große Unbekannte: Der Yen Japans Börse ist reich an Halbleiterunternehmen – und arm an Namen, die Anleger international kennen. Ein genauer Blick in das Land, das eine jahrzehntelange Deflation hinter sich hat, lohnt sich daher. Für Anleger aus dem Euroraum kommt eine Unbekannte hinzu: der Yen. Schwächt sich der Yen weiter ab, kann sie Kursgewinne in Tokio schmälern. Und der KI-Boom schützt weder vor überzogenen Bewertungen noch vor einem Abschwung der Halbleiterbranche. Die großen Namen stehen im Rampenlicht. Die japanischen Spezialisten liefern, was dahinter gebraucht wird. Japan ist deshalb vielleicht nicht der Ort für den nächsten Nvidia-Moment. Aber ein guter Ort, um zu sehen, wie viele unbekannte Unternehmen daran mitverdienen.