FAZ 02.06.2026
15:39 Uhr

J.P.-Morgan-Chase-Lauf: Ein Lauf für den Teamgeist


Zum 50. Mal wird die J.P. Morgan Chase Corporate Challenge als Serie von Firmenläufen auf der ganzen Welt ausgetragen. So groß wie in Frankfurt ist der Lauf nirgendwo sonst. Das nutzen auch Unternehmen wie Lufthansa fürs Teambuilding.

J.P.-Morgan-Chase-Lauf: Ein Lauf für den Teamgeist

Im Alltag fliegt die Lufthansa um die Welt. In den vergangenen beiden Jahren flogen Laufteams der größten deutschen Fluggesellschaft vor allem dank ihrer Mitarbeiterinnen auch über die 5,6 Kilometer lange Strecke des größten Firmenlaufs der Welt: 2024 war das Frauenteam in der Addition der Zeiten der vier schnellsten Lufthanseatinnen nicht nur das schnellste Quartett in Frankfurt, sondern sogar das zweitschnellste der weltweit in 16 Städten auf fünf Kontinenten ausgetragenen Laufserie. Im vergangenen Jahr gewann das Mixed-Team aus den beiden schnellsten Frauen und Männern zudem die Frankfurter Wertung. Und das natürlich ohne Turbinenunterstützung. Die Erfolge sind aber nur Nebensache. „Wir freuen uns natürlich, dass sich im Unternehmen auch immer eine Gruppe an Spitzenläufern zusammen findet, die um gute Zeiten kämpft und rennt“, sagt Julius Dieckmann, der sich neben seinem Job bei der Airline ehrenamtlich um die unternehmensinterne Vorbereitung für den Lauf kümmert. „Aber natürlich geht es in der Hauptsache um den Spaß an der Bewegung, die gemeinsame Aktivität und eine Gelegenheit, Leute aus unterschiedlichen Bereichen der Lufthansa zusammenzubringen.“ Neben der Spitzenläufergruppe bringt der Luftfahrtkonzern seit vielen Austragungen des Firmenlaufs durch die Frankfurter Hochhausschluchten weit über 1000 Läufer auf die Strecke. So auch an diesem Mittwoch, wenn um 19 Uhr der Startschuss für den Lauf ertönt. Damit stellt die Lufthansa eine der größten Gruppen des größten Firmenlaufs der Welt, zu dem am Mittwochabend 60.000 Teilnehmer erwartet werden. Das Unternehmen beschränkt sich dabei bei Weitem nicht auf die in Frankfurt ansässigen Betriebsteile. „Es kommen Techniker aus Hamburg oder Budapest, Mitarbeiter von Eurowings aus Düsseldorf. Kollegen von unseren Standorten in Paris oder auch Wien von Austrian oder aus Zürich von der Swiss“, sagt Dieckmann. „Das ist ein wunderbarer Mix. Wir feiern, dass wir so international sind.“ In New York, sozusagen beim Original, stellt die Lufthansa dank Mitarbeitern vor Ort ebenfalls eine Gruppe. 50. Auflage des New Yorker Originals Eine Geschichte wie diese steht exemplarisch für die Entwicklung der J.P. Morgan Chase Corporate Challenge, die in diesem Jahr zum 50. Mal Menschen in der Gemeinschaft ihres Arbeitsplatzes ins Laufen bringt. Der Anfang geht zurück auf den 13. Juli 1977 in New York, wo der Lauf unter dem Namen Manufacturers Hanover Corporate Challenge, einer später in J.P. Morgan aufgegangenen Bank, 200 Läufer aus 50 Unternehmen in den Central Park lockte. In Frankfurt liefen 1993 bei der Premiere 57 Unternehmen mit, eine Uferpromenade entlang des Mains genügte als Laufstrecke. Die Veranstaltung entwickelte sich, aufgrund von Fusionen und Unternehmensaufspaltungen immer mal wieder leicht umbenannt, binnen weniger Jahre zum größten Event der gesamten Laufserie. 2008 stellte sie mit 73.719 Teilnehmern aus 2598 Unternehmen eine Weltbestmarke für Firmenläufe auf. Zu dem bis heute nicht gebrochenen Rekord im Rahmen der Laufserie trägt bei, dass die Stadt die Organisatoren kräftig unterstützt, indem sie wichtige Innenstadtstraßen durch die Hochhausschluchten hindurch zur Verfügung stellt. Damit hat der Lauf ein Alleinstellungsmerkmal, während an den meisten Orten wie in New York Parks oder andere weniger zentrale Straßen genutzt werden. Das freut die Läufer und motiviert sie offenkundig zu schnellen Zeiten. Frankfurt befindet sich bei der Durchschnittszeit aller Teilnehmer stets unter den Top-Drei weltweit. Ärger gibt es derweil bei Autofahrern, die nichts vom Lauf mitbekommen haben. Sie müssen in einigen Innenstadtstraßen und Parkhäusern bis nach 22 Uhr warten, ehe sie wieder freie Fahrt haben. Dann geht freilich die Party nach dem Lauf noch weiter: Fast alle Unternehmen nutzen die Gelegenheit, ihren Mitarbeitern bei einem Snack und Getränken noch Gelegenheit zum Teambuilding zu bieten, wie auch die F.A.Z., die stets eine rund 100 Läufer starke Gruppe ins Rennen entsenden kann und in den Wallanlagen eine kleine Zeltlandschaft aufbaut. Die Lufthansa feiert unterdessen etwas größer am Deutschherrnufer nahe der Alten Brücke. Wie alle anderen Unternehmen übernimmt sie die Startgebühr von 35 Euro, die dazu beiträgt, dass am Ende ein guter Zweck unterstützt werden kann. Wie in den Vorjahren sind die Deutsche Behindertensportjugend sowie die Laureus Sports for Good Foundation als Spendenempfänger vorgesehen, für Letztere kehrt der frühere Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic als Botschafter nach Frankfurt zurück, wo er im Ziel die Sieger mit dem Zieleinlaufband empfangen wird.