FAZ 29.07.2026
11:11 Uhr

Irankrieg: Frankreich wirft Iran Misshandlung eines Diplomaten vor


Zwei seiner Diplomaten seien grundlos in Teheran verhört worden, sagt der französische Außenminister. Einer wurde demnach sogar geschlagen.

Irankrieg: Frankreich wirft Iran Misshandlung eines Diplomaten vor

Zwei französische Diplomaten sind nach Paris zurückgekehrt, nachdem sie am 19. Juli von den iranischen Behörden „ohne Grund mehrere Stunden lang festgehalten, verhört und misshandelt wurden“, wie der französische Außenminister Jean-Noël Barrot der Presse am Mittwoch sagte. Die beiden Diplomaten stehen nach den Worten ihres Dienstherrn „unter Schock“. Sie sollen ihre Mission von Paris aus zu Ende führen und wollen nicht nach Iran zurückkehren. Barrot sprach von einem „äußerst schwerwiegenden Einschüchterungsversuch“ des iranischen Regimes. Die beiden Diplomaten waren in ihren privaten Wohnungen an einem Sonntagabend von iranischen Sicherheitsbeamten ohne Vorwarnung festgenommen und zu einem Verhör abgeführt worden. Vier Stunden lang durften sie keinen Kontakt zur Außenwelt aufnehmen und konnten auch die Botschaft nicht informieren. Einer der beiden Diplomaten, ein Kulturattaché, sei körperlich misshandelt worden, teilte der Außenminister mit. Er sei im Verhör geschlagen worden. Dies stelle einen klaren Verstoß gegen die diplomatische Immunität dar. Die beiden Diplomaten waren für Programme zur Unterstützung iranischer Künstler und Wissenschaftler zuständig. Ihre Identität wurde nicht bekannt gegeben. Die EU fordert gerichtliche Aufklärung Die iranische Seite weist alle Vorwürfe zurück. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums prangerte „Einmischungen in die inneren Angelegenheiten seines Landes“ an. Frankreich handele „unter trügerischen Vorwänden wie der Förderung der Menschenrechte und der Verteidigung der Zivilgesellschaft“. Der französische Botschafter Pierre Cochard wurde in das iranische Außenministerium vorgeladen. Frankreich bestellte den iranischen Geschäftsträger in Paris am Dienstag ins Außenministerium ein. Ihm sei „die entschiedenste Verurteilung dieses äußerst schwerwiegenden und vorsätzlichen Übergriffs“ mitgeteilt worden, sagte der Sprecher des Außenministeriums. Auch die EU verurteilte die Aggression. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von einem „eklatanten Verstoß“ gegen die Wiener Konventionen. Die EU bekundete zudem ihre Solidarität mit Frankreich und forderte Iran auf, „die Täter dieses Angriffs vor Gericht zu stellen und seinen internationalen Verpflichtungen uneingeschränkt nachzukommen“.