FAZ 21.03.2026
08:21 Uhr

Hoeneß und seine Hypemen: Zwei plappern nach beim FC Bayern


Wie im Hip-Hop: Wenn Uli Hoeneß über die Benachteiligung des FC Bayern zürnt, kann man gewiss sein, dass ihm alsbald seine zwei Verstärker zur Seite springen. Für einen eigenen Beitrag reicht es nicht.

Hoeneß und seine Hypemen: Zwei plappern nach beim FC Bayern

In München springt vor der Stichwahl des Oberbürgermeisters ein Mann über seinen Schatten, der davor wie der Sonnenkönig aufgetreten ist. Aber sprechen wir nicht über Dieter Reiter, sondern über den Rathausbalkon, den der FC Bayern wohl auch in diesem Mai für seine Meisterfeier nutzen darf. Albert-Riera-Gedächtnis-Frage: Wenn Uli Hoeneß mit auf diesem Balkon stehen und sagen würde, dass zwei Männer springen sollen, wer wäre es? Seit vergangener Woche haben wir eine starke Vermutung: der Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Hainer und der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen. Was war? Am Samstag hat Hoeneß nach dem Spiel der Bayern in Leverkusen zur „Bild“-Zeitung gesagt: „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe.“ Am Sonntag, also nachdem sie einmal darüber schlafen konnten, haben ihm dann sowohl Dreesen als auch Hainer nachgeplappert. „Wir betrachten die Entwicklung […] mit Sorge“, sagte Dreesen. „In Bayern sagt man zu so was: ‚Satz mit x, das war wohl nix‘”, sagte Hainer. Im Hip-Hop sagt man zu solchen Nachplapperern: Hypemen. Das sind die, die die Worte des Hauptsängers wiederholen. Und eigentlich passt das Bild mit Blick auf die beiden Vorsitzenden des FC Bayern ganz gut: weil sich der Eindruck verfestigt, dass sie zwar oft das letzte Wort, aber selten etwas Eigenes zu sagen haben.