FAZ 18.03.2026
13:58 Uhr

Helene Fischer im Interview: „Die Tour lebt von der Nähe zum Publikum“


Im Sommer geht Sängerin Helene Fischer auf große Konzerttour durch die Stadien. Ein neues Bühnenkonzept soll ihren Fans einen Rundumblick ermöglichen.

Helene Fischer im Interview: „Die Tour lebt von der Nähe zum Publikum“

Frau Fischer, im Juni starten Sie Ihre Stadiontour. Freuen Sie sich, wieder auf der Bühne zu stehen? Oder ziehen Sie mittlerweile das Familienleben vor? Ich freue mich sehr darauf, wieder auf der Bühne zu stehen. Diese unmittelbare Begegnung mit dem Publikum hat eine Energie, die man kaum beschreiben kann. Gleichzeitig ist mir wichtig, mein Privatleben bewusst zu schützen und zu trennen. Beides hat seinen Platz. Wenn eine Tour beginnt, konzentriere ich mich ganz auf die Musik und auf das Erlebnis, das wir gemeinsam mit dem Publikum schaffen wollen. Ihre vorangegangenen Tourneen waren ja stets auch visuelle Spektakel mit allerhand Artistik. Planen Sie Ähnliches, oder setzen Sie dieses Mal vor allem auf die Musik? Die Musik steht diesmal noch stärker im Mittelpunkt. Natürlich wird es auch visuelle Elemente geben – das gehört zu meinen Shows einfach dazu. Aber die neue Tour lebt vor allem von der besonderen Nähe zum Publikum. Die 360-Grad-Bühne verändert die Dynamik komplett. Man steht nicht mehr vor den Menschen, sondern mitten unter ihnen. Dadurch entsteht eine Intensität, die fast automatisch den Fokus wieder stärker auf die Songs lenkt. Ihre letzte Albumveröffentlichung war eine Kinderliedersammlung. Die werden Sie nun kaum live darbieten. Gibt es neue Lieder im Programm? Der Schwerpunkt liegt auf den Songs, die die Menschen über viele Jahre begleitet haben. Gleichzeitig wird es musikalisch auch Überraschungen geben – neue Arrangements und vielleicht auch den einen oder anderen neuen Titel. Wichtig ist mir, dass sich der Abend wie eine musikalische Zeitreise durch meine Karriere anfühlt. Planen Sie auch schon ein neues Album? Ideen für neue Musik gibt es immer. Aber im Moment steht die Tour im Vordergrund, weil eine Produktion dieser Größe sehr viel kreative Energie bindet. Neue Songs entstehen oft parallel – wann daraus ein neues Album wird, entscheide ich aber ganz bewusst ohne Zeitdruck. Sie feiern dieses Jahr das Jubiläum Ihrer ersten Albumveröffentlichung. Lassen Sie mit dem neuen Programm Ihre Karriere Revue passieren, und präsentieren Sie auch Lieder aus den Anfangstagen? Ja, die vergangenen zwanzig Jahre spielen natürlich eine Rolle. Es wird kein klassisches Best-of-Programm, aber die Show wird viele Stationen meiner musikalischen Reise berühren. Manche Lieder bekommen eine neue Form, andere tauchen vielleicht überraschend wieder auf. Mir ist es wichtig, dass das Publikum diese Entwicklung miterleben kann. Sie wollen in den Stadien eine Mittelbühne nutzen, um für alle Zuschauer gut sichtbar zu sein. Können Sie etwas zu dem Bühnenkonzept sagen? Die Bühne steht in der Mitte des Stadions und wird von Laufstegen umgeben. Dadurch gibt es kein klassisches „Vorn“ mehr. Ich bewege mich während der Show ständig durch den Raum, sodass das Publikum von allen Seiten Teil des Geschehens ist. Dieses Konzept schafft eine Nähe, die man selbst in großen Stadien sehr deutlich spürt. Bei den vorherigen Tourneen durfte man immer wieder Ihre Fitness bewundern. Nun sind Sie vergangenes Jahr wieder Mutter geworden und entsprechend gefordert. Verordnen Sie sich trotzdem ein ausgeprägtes Sportprogramm? Eine Tour verlangt körperlich sehr viel, deshalb gehört Training immer dazu. Ich versuche aber, dabei auf meinen Körper zu hören und ein gutes Gleichgewicht zu finden. Es geht nicht um Extreme, sondern darum, fit genug zu sein, um jeden Abend mit voller Energie auf der Bühne stehen zu können. Wie bereiten Sie sich körperlich und auch stimmlich auf die Tour vor? Haben Sie schon mit den Übungen begonnen? Und stehen auch schon bald die Proben mit dem großen Tross an? Sie haben ja nicht nur eine Band, sondern auch Tänzer und Artisten dabei. Die Vorbereitung beginnt tatsächlich lange vor dem ersten Konzert. Dazu gehören vorwiegend körperliches Training und natürlich auch viele konzeptionelle Proben. Schritt für Schritt wächst dann alles zusammen – die Musik, die Band, die Tänzer und das gesamte Bühnenteam. Wenn wir schließlich in die ersten gemeinsamen Proben gehen, merkt man schnell, wie aus vielen einzelnen Elementen eine Show entsteht. Helene Fischer startet ihre „360° Stadion Tour 2026“ am 10. Juni in Dresden. Es folgen Auftritte in Berlin (13. Juni), Stuttgart (16. Juni), Frankfurt (19. und 20. Juni im Deutsche Bank Park), Gelsenkirchen (23. Juni), Köln (26. und 27. Juni), Amsterdam (30. Juni), Hamburg (3. und 4. Juli), Hannover (7. Juli), Wien (11. Juli), Zürich (14. Juli) und München (17. Juli). Tickets gibt es hier.