Die Szenerie passt ins Bild: Als Boris Zielinski Bilanz zieht für den Freibadsommer in Frankfurt, toben im Hausener Freibad bei Sonnenschein und angenehmen 25 Grad mehrere Schulklassen im Becken herum, im abgeleinten Bereich ziehen Hobbyschwimmer ihre Bahnen in ambitionierterem Tempo. Das Angebot des letzten, bis zum 2. Oktober noch geöffneten Freibads wird nach wie vor angenommen. Es werden also noch ein paar Tausend Besucher in die Statistik einfließen, die den Bäderbetrieben vermutlich einen Rekord beschert. „Ich bin mit Rekorden immer etwas vorsichtig, weil früher keine so genauen Statistiken geführt wurden“, sagt Zielinski. „Aber wir haben zumindest nichts gefunden, dass es schon einmal mehr als eine Million Besucher in einer Freibadsaison gegeben haben soll.“ Die Marke wurde in diesem Jahr überwunden, weil der Hitzesommer die Menschen in die Freibäder getrieben hat, gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von rund 200.000 Besuchern. 40 Prozent der Besucher waren Kinder, die nach wie vor kostenlos die Angebote nutzen dürfen. Zehn bis 15 Polizeieinsätze in den Bädern „Der Besucherrekord ist auch eine Abstimmung mit den Füßen für unsere Bäder. Das Freibad ist der Ort, an den Frankfurt hingeht“, sagt Geschäftsführer Zielinski. „Die Identifikation der Frankfurter mit ihren Bädern ist nach wie vor sehr groß.“ Auch deshalb sei in der Stadtpolitik unumstritten, dass Projekte wie die Traglufthallen für die Nutzung von Freibädern in Bergen-Enkheim, Nieder-Eschbach oder Hausen finanziert werden müssen. Die Zufriedenheit der Frankfurter mit ihren Bädern wirke sich zudem auch auf die Zustände aus. Zielinski berichtet von einem Hitzesommer, in dem es trotz teils sehr voller Bäder nur wenige ernsthafte Zwischenfälle gegeben habe. „Und die konnten wir mit unseren Mitarbeitern regeln oder aber in zehn bis 15 Fällen mithilfe der Polizei, die aber auch jeweils von uns gerufen wurde und nicht etwa von Badegästen, die sich nicht unterstützt gefühlt hätten.“ 2027 wird laut Zielinski geprägt werden von der Fertigstellung des Rebstockbads, des größten Prestigeprojekts der vergangenen vier Jahrzehnte bei den Bädern der Stadt. Der Bau schreite weiter voran, aber die Materialbeschaffung sei derzeit ein weltweites Problem. Zielinski setzt aber nach wie vor auf einen Fertigstellungstermin im dritten oder vierten Quartal des nächsten Jahres, auf einen Eröffnungstermin will er sich aber noch lange nicht festlegen, zumal sich alle Beteiligten noch über eine Vorlaufzeit für den Probebetrieb verständigen müssten. Wenn das Bad dann einmal geöffnet ist, erwarten die Bäderbetriebe, dass die maximale Auslastung von über 4000 täglichen Besuchern recht häufig erreicht wird.
