FAZ 11.03.2026
10:20 Uhr

„Die Bombe ist scharf“: Tausende müssen Dresdner Stadtzentrum verlassen


Auf dem Gelände der abgerissenen Carolabrücke wurde eine Weltkriegsbombe gefunden. Es ist die bisher größte Evakuierung der Stadt. Weil der Zünder der Bombe beschädigt ist, wird die Entschärfung wohl etwas länger dauern.

„Die Bombe ist scharf“: Tausende müssen Dresdner Stadtzentrum verlassen

Wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe haben am Mittwochmorgen in Dresden rund 18.000 Anwohner ihre Wohnungen in der Innenstadt verlassen müssen. Es ist die bisher größte Evakuierung in der Stadt. Die 250 Kilogramm schwere Bombe war am Vortag auf dem Gelände der abgerissenen Carolabrücke freigelegt worden. Die Elbbrücke war im November 2024 in Teilen eingestürzt. Für die Entschärfung der britischen Fliegerbombe wurde ein Sperrkreis von einem Kilometer Radius angeordnet. Betroffen sind neben Wohnungen auch Pflegeheime und Kitas, mehrere Hotels, die Frauenkirche, der Landtag und die Staatskanzlei, der Alt- und der Neumarkt und der Zwinger. In der Messe Dresden wurde eine Notunterkunft eingerichtet, dorthin fuhren ab 8 Uhr Shuttlebusse und eine Straßenbahn. Den Sperrkreis sollten alle Personen bis 9 Uhr verlassen. Danach begann die Polizei zu kontrollieren, ob sich niemand mehr dort aufhielt. Dafür kämen eine Drohne und ein Hubschrauber zum Einsatz, sagte ein Polizeisprecher. Er wollte keine Angaben dazu machen, wie lange es bis zur Sprengung der Bombe dauern werde. „Die Bombe ist scharf“, sagte der Sprecher, Sicherheit sei deshalb das oberste Gebot. Der Zünder der Bombe ist beschädigt und muss mit einem Wasserschneidgerät entfernt werden. In Dresden gibt es mittlerweile schon eine gewisse Routine, wenn es um Sprengung von Weltkriegsbomben geht: Im Zuge der Arbeiten an der Carolabrücke waren schon mehrfach Fliegerbomben gefunden worden, zuletzt im Januar und im August 2025. Die Dresdner Innenstadt war bei schweren Luftangriffen der britischen und amerikanischen Luftwaffe im Februar 1945 fast vollständig zerstört worden; dabei kamen nach Angaben einer Historikerkommission bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Bis heute werden immer wieder Blindgänger dieser Angriffe bei Bauarbeiten gefunden.