|
23.09.2026
18:30 Uhr
|
Holt war seit Ende August auf der Flucht +++ Flixtrain bestellt neue Hochgeschwindigkeitszüge +++ ADAC fordert Abschaffung der Zwölf-Uhr-Regel an Tankstellen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog

Deutschland und Indien wollen gemeinsam U-Boote bauenDeutschland und Indien stehen kurz vor dem Abschluss eines milliardenschweren Rüstungsabkommens. Die Verträge für den gemeinsamen Bau von sechs U-Booten müssten nur noch unterzeichnet werden, sagte der deutsche Botschafter in Indien, Jasper Wieck, am Mittwoch vor Journalisten. Demnach soll der deutsche Hersteller Thyssenkrupp Marine Systems(TKMS) gemeinsam mit dem staatlichen indischen Unternehmen Mazagon Dock Shipbuilders die U-Boote für die indische Marine fertigen.Von deutscher Seite aus könne das Abkommen \"morgen\" unterzeichnet werden, sagte Wieck. Jetzt müsse nur noch die indische Seite final zustimmen. Die Regierung in Neu Delhi hat sich bislang nicht zum Stand der Verhandlungen geäußert.Das Abkommen könnte lokalen Medienberichten zufolge rund acht Milliarden US-Dollar wert sein und es Indien ermöglichen, seine in die Jahre gekommene Flotte russischer U-Boote zu ersetzen. Das Land ist einer der größten Waffenimporteure der Welt. Im vergangenen Jahr hatte das indische Verteidigungsministerium angekündigt, bis 2033 Rüstungsaufträge im Wert von mindestens 100 Milliarden Dollar neu zu vergeben.Für TKMS wäre es ein weiterer Milliardenauftrag: Im Juli hatte Kanada entschieden, seine neue U-Boot-Flotte von dem in Kiel ansässigen Hersteller bauen lassen zu wollen. Für den Marineschiffbauer ist dies der größte Einzelauftrag in der Unternehmensgeschichte. (AFP)
Flixtrain bestellt neue Hochgeschwindigkeitszüge Beim Fernzugunternehmen Flixtrain sollen bald auf wichtigen Strecken dichtere Takte angeboten werden - etwa auf der Strecke Hamburg-Berlin. Im Laufe des Jahres 2027 sollen die grünen Züge des Konzerns zwischen diesen beiden Metropolen im Stundentakt unterwegs sein, sagte Flixtrain-Chef Matthias Müller auf der Mobilitätsmesse Innotrans in Berlin. Die Fahrzeit werde dabei schneller sein als bei den ICE-Zügen des Wettbewerbers Deutsche Bahn.Flixtrain plant bis 2028 etwa eine Verdoppelung der bisherigen Flotte, die bislang aus 16 Zügen besteht. Die zusätzlichen Züge sollen über mehr Komfort verfügen als die bisherigen. Es handelt sich dabei auch um umgerüstete gebrauchte Fahrzeuge.Ab 2028 wächst die Flotte dann deutlich stärker - mit nach und nach 65 neu bestellten Hochgeschwindigkeitszüge vom Hersteller Talgo. Damit plant Flix eine deutliche Expansion auf dem deutschen Markt. Einen ersten fertigen Wagon stellte Flix auf der Innotrans vor.Ziel sei, in Deutschland ein weiteres Fernverkehrsnetz aufzubauen und dabei auch kleinere Städte und Mittelzentren anbinden, sagte Flix-Konzernchef André Schwämmlein. Bislang ist Flixtrain vor allem auf einzelnen lukrativen Fernverkehrsstrecken zwischen den großen Metropolregionen vertreten. Ab 2028 soll dann auch der Großraum München ans Fernverkehrsnetz angeschlossen werden, etwa mit einer Verbindung nach Berlin.In den Ausbau der Flotte investiert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge rund 2,4 Milliarden Euro. Flix ist bisher der größte Wettbewerber der Deutschen Bahn im Fernverkehr. Der bundeseigene Konzern dominiert den Markt aber weiterhin mit einem Anteil von rund 95 Prozent. Ab 2028 plant auch das italienische Zugunternehmen Italo den Einstieg in den deutschen Fernverkehrsmarkt. Die Bundesnetzagentur hat dafür die Regeln für die Trassenvergabe geändert. Die Deutsche Bahn muss künftig mindestens ein Viertel der Trassenkapazitäten auf hochbelasteten Strecken an Wettbewerber vergeben. Der Konzern geht juristisch gegen den Beschluss der Behörde vor. (dpa)
Bosch wächst leicht – Kerngeschäft belastet ErgebnisDer Technologiekonzern und Autozulieferer Bosch hat im ersten Halbjahr keine großen Sprünge gemacht. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen aus Gerlingen bei Stuttgart mitteilte. Einen Rückgang gab es hingegen bei der Profitabilität. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) – Bosch spricht von einem operativen Ebit – sank hingegen von 2,3 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro. Sein Anteil am Umsatz sank von 5,1 Prozent auf 4,6 Prozent. Vor allem Sondereffekte aus dem Mobilitätsgeschäft hätten das Ergebnis belastet, hieß es laut Mitteilung. Bosch führte unter anderem Wertminderungen auf Produktionsanlagen an. Das Ergebnis nach Steuern lag bei rund 1,1 Milliarden Euro. Trotz des anspruchsvollen Umfelds bestätigte Bosch seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr.Dass Bosch einen Halbjahresbericht veröffentlicht, ist neu. Bislang hatte das Unternehmen lediglich Zahlen zu den kompletten Geschäftsjahren bekanntgegeben. 2025 hatte Bosch erstmals seit der Finanzkrise rote Zahlen geschrieben. Das Ergebnis nach Steuern lag unter anderem wegen Milliardenkosten für den Stellenabbau, US-Zöllen und einer hohen Steuerbelastung bei minus 363 Millionen Euro.Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag 2025 bei 1,8 Milliarden Euro (minus 42 Prozent). Der Umsatz stieg leicht auf rund 91,0 Milliarden Euro. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch gut 1,3 Milliarden Euro betragen.
Diese Top-Manager kommen zu Trumps Staatsbankett für XiZum Staatsbankett von US-Präsident Donald Trump für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Donnerstag im Weißen Haus werden Insidern zufolge zahlreiche hochrangige US-Konzernchefs erwartet. Neben Meta-Chef Mark Zuckerberg und Pfizer-CEO Albert Bourla stünden unter anderem die Chefs von Amazon, Apple, Alphabet, OpenAI, Dell und Nvidia auf der Gästeliste, hieß es aus mit den Plänen vertrauten Kreisen. Auch JPMorgan-CEO Jamie Dimon und Citigroup-Chefin Jane Fraser würden voraussichtlich teilnehmen.Tesla-Chef Elon Musk ist den Insidern zufolge ebenfalls beim Staatsbankett dabei. Dieser lobte Xi in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview mit dem chinesischen Staatsfernsehen CCTV als „großartigen Anführer“. Unter Xis Führung habe China enorm floriert, sagte Musk. „Es ist offensichtlich, wenn man einfach nur durch die Straßen geht, dass der durchschnittliche chinesische Bürger wohlhabender wird.“Ob chinesische Unternehmenschefs mit Xi reisen, ist noch offen. Zunächst gab es Berichte, dass die Vorstandsvorsitzenden des Elektroautoriesen BYD, des Technologiekonzerns Xiaomi und von CATL, dem größten Batteriehersteller der Welt, dabei sein könnten. Da es Unstimmigkeiten in Bezug auf chinesische Investitionen in den USA gebe, sei offen, ob eine Wirtschaftsdelegation mitreise, schrieb die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ am Mittwoch. Das Treffen in Washington ist der zweite Gipfel der Staatschefs der beiden weltgrößten Volkswirtschaften in diesem Jahr. Dabei geht es um eine Stabilisierung der Beziehungen, die unter anderem durch Streitigkeiten über Handel, Taiwan, den Iran und Künstliche Intelligenz (KI) belastet sind.
USA prüfen wegen hoher Spritpreise Exportstopp für DieselAngesichts steigender Preise vor allem für Diesel prüft die US-Regierung einen Exportstopp des Kraftstoffs. Die USA produzierten viel Diesel und eine Unterbrechung der Ausfuhren könnte auch einen kleinen Effekt auf die Spritpreise im Land haben, sagte US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Er habe sich bereits seit längerem für die Maßnahme ausgesprochen.Finanzminister Scott Bessent fügte hinzu, die Regierung prüfe derzeit die Machbarkeit eines solchen Schritts. Möglich sei ein vollständiger oder auch ein Teil-Stopp der Ausfuhren. Die Folgen eines solchen Schritts könnten dann auch in Europa spürbar sein: Nach dem Nahen Osten waren die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren Europas wichtigster Lieferant von Diesel. Vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine war Russland noch einer der wichtigsten Diesel-Lieferanten der EU-Staaten gewesen. Infolge des Iran-Kriegs sind die Spritpreise in den USA erheblich gestiegen – ein Thema, das Trump vor den Kongresswahlen im November immer stärker unter Druck setzt. Für Benzin zahlen US-Amerikaner im Schnitt fast 50 Prozent mehr als vor Kriegsbeginn. Der Preis für Diesel stieg kürzlich sogar auf ein neues Rekordhoch. Vor diesem Hintergrund hatten einige Republikaner zuletzt einen Exportstopp gefordert und den Iran-Krieg in ungewöhnlicher Deutlichkeit für die hohen Preise verantwortlich gemacht.
ADAC fordert Abschaffung der 12-Uhr-Regel an TankstellenSeit April dürfen nur um 12 Uhr die Spritpreise an den Tankstellen erhöht werden. Der ADAC kritisiert, dass die Regel vor allem zu noch größeren Preisschwankungen im Tagesverlauf geführt habe.Der ADAC hat sich für die Abschaffung der sogenannten 12-Uhr-Regel an den Tankstellen ausgesprochen. Die Regel habe zwar die Zahl der täglichen Preisänderungen erheblich reduziert und den Zeitpunkt der Preiserhöhung vorhersehbarer gemacht - das habe die Preise aber keinesfalls gesenkt, teilte der ADAC mit. „Vielmehr hat sich die Preisdifferenz innerhalb eines Tages deutlich ausgeweitet“, hieß es.Die sogenannte 12-Uhr-Regel gibt es in Deutschland seit dem 1. April. Tankstellen dürfen die Preise für Benzin und Diesel seitdem nur einmal am Tag erhöhen - eben um 12.00 Uhr. Preise senken können sie jederzeit.„Wer mittags nach 12 Uhr tanken muss, hat erhebliche Zusatzkosten, die sich in keiner Weise rechtfertigen lassen“, hieß es vom ADAC. Die 12-Uhr-Regel habe ihr Ziel aus Verbrauchersicht nicht erreicht. „Deshalb sollte sie abgeschafft werden“, sagte ADAC-Verkehrspräsident Peter König.
Deutschland und Niederlande fördern Entwicklung von KI-ChipsDeutschland und die Niederlande wollen mit einem gemeinsamen Förderprogramm die Entwicklung europäischer KI-Prozessoren vorantreiben. Dabei gehe es nicht um die lediglich schrittweise Verbesserung bestehender Technologien, betonte Jano Costard, Leiter der Innovationswettbewerbe bei der deutschen Agentur für Sprunginnovation (Sprind), am Mittwoch in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Nur so haben wir die Chance, einen strategischen Vorteil gegenüber anderen Teilen der Welt zu erlangen.“Hierfür stellt Sprind gemeinsam mit ihrem neu gegründeten niederländischen Pendant National Agency for Disruptive Innovation (Nadi) 40 Millionen Euro zur Verfügung. Das Ziel des Programms sei es, die Entwicklungszeit für neue Prozessoren deutlich zu verkürzen. Zu Beginn würden mehrere Forschungsteams gefördert, um aus verschiedenen technologischen Ansätzen die vielversprechendsten herauszufiltern, erläuterte Costard.Die Kooperation zwischen den beiden Agenturen habe auf der Hand gelegen, sagte Nadi-Mitgründer und -Chef Jelle Prins. Die Niederlande verfügten mit ASML über den weltweit führenden Anbieter von Anlagen zur Chip-Herstellung. Deutschland sei stark in der Forschung und habe eine breite industrielle Basis. Potenzial sieht Prins vor allem bei Prozessoren für den laufenden Betrieb Künstlicher Intelligenz (KI). Die enorm leistungsstarken Chips des Weltmarktführers Nvidia seien zwar ideal für das KI-Training, für die sogenannte Inferenz jedoch überdimensioniert. „Es ist so, als würde man seinen Einkauf mit einem Laster erledigen statt mit einem Einkaufswagen.“
Trump will Begriff KI mit „Superintelligenz“ ersetzenUS-Präsident Donald Trump will den Begriff „Superintelligenz“ anstelle der gewohnten Bezeichnung Künstliche Intelligenz etablieren. In amerikanischen Regierungsdokumenten werde künftig von Superintelligenz die Rede sein – und hoffentlich werde der Rest der Welt das übernehmen, sagte Trump vor der UN-Vollversammlung. Der Begriff Künstliche Intelligenz lasse die Technologie „fake“ erscheinen, begründete der US-Präsident seinen Vorstoß. „Und sie ist nicht fake. Sie ist tatsächlich erstaunlich.“Zugleich bekräftigte Trump, dass er auf eine beschleunigte KI-Entwicklung in den USA setzt – trotz wachsender Warnungen vor existenziellen Risiken der Technologie. „Ich werde nicht das Wachstum von etwas abwürgen, das größer sein wird als die Industrie-Revolution“, sagte er in New York. Die USA seien bei KI China und dem Rest der Welt weit voraus, und dies werde auch so bleiben.
100 Euro für Berufstätige: Frankreich weitet Tankhilfen für Berufstätige und Firmen ausAngesichts der wegen der Spannungen im Nahen Osten stark steigenden Kraftstoffpreise weitet Frankreich seine Tankzuschüsse für Berufstätige und bestimmte Wirtschaftszweige aus. Der Zuschuss von 100 Euro für Berufstätige, die für die Fahrt zur Arbeit auf das Auto angewiesen sind, wird für die Monate Oktober bis Dezember erneut gezahlt, kündigte die Regierung in Paris an. Weil die Einkommensgrenze für die Inanspruchnahme des Zuschusses angehoben wird, können statt drei Millionen künftig 5,5 Millionen Menschen die Hilfe beantragen. Auch Pflegekräfte, die per Auto zu ihren Patienten fahren, erhalten einen Zuschuss.Wie zuvor bereits angekündigt, verlängert Frankreich außerdem die Tankzuschüsse für die Landwirtschaft, das Baugewerbe und Fischer bis zum Jahresende. Firmen können ihren Angestellten zudem eine steuerfreie Tankprämie von bis zu 1.000 Euro pro Jahr zahlen, kündigte die Regierung an. Ebenfalls wird der an einkommensschwache Haushalte einmal im Jahr gezahlte Energiescheck im kommenden Jahr erneut gezahlt, und zwar nicht wie üblich im April, sondern bereits in der Heizperiode im Januar.„Wir sind uns bewusst, dass die Situation für unsere Bürger sehr schwierig ist“, sagte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Roland Lescure. Die Tankzuschüsse sollten Menschen mit geringem Einkommen helfen, die Wirtschaft stützen und zugleich den Haushalt nicht vollkommen aus dem Gleichgewicht bringen. Insgesamt geht es um Hilfen im Umfang von 450 Millionen Euro.
Nicht mehr größter Anteilseigner von Wafer-Hersteller Siltronic: Wacker Chemie verkauft weiteres AktienpaketDer Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie trennt sich von einem weiteren Aktienpaket der ehemaligen Tochter Siltronic und dürfte damit seine Position als größter Anteilseigner des Wafer-Herstellers verlieren. Wacker will über Nacht 2,2 Millionen Siltronic-Aktien bei institutionellen Investoren platzieren und seine Beteiligung dadurch von bisher 21,67 Prozent auf knapp 15 Prozent reduzieren, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Den Auftrag dafür haben die Bank of America (BofA Securities) und die Deutsche Bank.Der Verkauf könnte zum Xetra-Schlusskurs von 82,75 Euro einen Erlös von rund 182 Millionen Euro bringen, allerdings werden Aktien bei solchen Platzierungen meist mit einem Abschlag von drei bis sieben Prozent verkauft. Im Frankfurter Parketthandel lagen Siltronic am Abend bei 81,60 Euro.Siltronic hatte zuletzt an der Börse vom KI-Boom profitiert. Anleger setzen darauf, dass für die neuen Rechenzentren für die Künstliche Intelligenz (KI) mehr Chips benötigt werden, für die Siltronic in Form von Siliziumscheiben die Grundlage schafft. Wacker Chemie hatte bereits Ende Mai die Gelegenheit genutzt, um seine Beteiligung von 31 auf knapp 24 Prozent zu reduzieren. Mit einer Kapitalerhöhung wurde der Anteil weiter verwässert. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft HAL Trust, die bereits zuvor 15,1 Prozent an Siltronic gehalten hatte, hatte sich an der Kapitalerhöhung dem Unternehmen zufolge „mit einer bedeutenden Order beteiligt“ und dürfte mit der neuen Wacker-Platzierung zum größten Aktionär werden.
Siemens und Hitachi erhalten Milliardenauftrag der ÖBBDie Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben einen Milliardenauftrag zur Digitalisierung ihrer Stellwerke an Siemens Mobility und den japanischen Bahntechnikkonzern Hitachi Rail vergeben. Die Rahmenvereinbarung hat ein Gesamtvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro, teilten die ÖBB am Dienstag mit. Auf Siemens Mobility entfallen davon eigenen Angaben zufolge Aufträge im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro, der Rest auf Hitachi Rail. Ein erster Pilotbetrieb ist für 2030 geplant, danach soll die neue Technik schrittweise in ganz Österreich eingeführt werden.Johann Pluy, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur, bezeichnete das digitale Stellwerk als Schlüsseltechnologie für die Eisenbahn der Zukunft. Ziel sei es, den Bahnverkehr in Österreich effizienter, robuster und leistungsfähiger zu machen. Österreichs Infrastrukturminister Peter Hanke sagte, die Investition werde die Verlässlichkeit und Pünktlichkeit verbessern. Die digitalen Stellwerke steuern Weichen und Signale und sollen langfristig die bestehenden Anlagen ersetzen. Den ÖBB zufolge erfüllt die Technologie zudem hohe Anforderungen an die Cybersicherheit.
Bitkom: Deutscher KI-Markt wächst 2026 um fast 50 ProzentDie Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) ziehen in Deutschland rasant an. Nach Berechnungen des Digitalverbands Bitkom steigen die Gesamtausgaben für KI-Software, Dienstleistungen und Hardware im laufenden Jahr um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr 2025 hatte das Marktvolumen noch bei 19,4 Milliarden Euro gelegen.Grundlage der Erhebung sind Daten des IT-Marktforschungsunternehmens IDC. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte, bei KI sei der Übergang von der bloßen Experimentierphase hin zu einem breiten produktiven Einsatz zu beobachten. Entsprechende Anwendungen würden mittlerweile branchenübergreifend und in Betrieben jeder Größe genutzt, um Prozesse zu beschleunigen und Produkte zu verbessern.Der Löwenanteil der Ausgaben stellt laut Verband die KI-Software dar. Für sie werden in diesem Jahr voraussichtlich 16,0 Milliarden Euro aufgewendet, was einem Zuwachs von 65 Prozent entspricht. Für damit verbundene Dienstleistungen veranschlagt die Branche 6,8 Milliarden Euro (plus 30 Prozent), während auf Hardware-Investitionen 5,8 Milliarden Euro entfallen (plus 32 Prozent). Ein Ende des Aufwärtstrends ist nach Einschätzung der Analysten nicht in Sicht: Für das Jahr 2027 prognostiziert das Marktforschungsinstitut IDC für Deutschland ein weiteres Marktwachstum um 40 Prozent auf dann 40,3 Milliarden Euro.
Tui erwartet leichten Gewinnrückgang und bremst das AngebotDer Reisekonzern Tui rechnet für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr mit einem Ergebnisrückgang. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) werde zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro liegen, präzisierte das Unternehmen am Dienstag seine bisherige Prognose. Zuvor war die Spanne breiter mit 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro; das obere Ende entsprach dem Vorjahresniveau. Im Kerngeschäft mit Pauschalreisen blieben die gebuchten Umsätze unter Vorjahr. In der zu Ende gehenden Sommersaison belief sich der Rückgang auf fünf Prozent, die bevorstehende Wintersaison verzeichnet sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.Tui führte die Entwicklung auf das herausfordernde geopolitische und wirtschaftliche Umfeld zurück. „Der Trend zu kurzfristigen Buchungen setzt sich fort“, erklärte der Tourismusriese. „In diesem Umfeld steuern wir unsere Kapazitäten weiterhin vorsichtig und erhalten uns die Flexibilität, diese entsprechend der Kundennachfrage anzupassen.“ Die Durchschnittspreise waren etwas höher; in den Hotels und Resorts im zu Ende gehenden Schlussquartal vier Prozent, bei den weiterhin boomenden Kreuzfahrten zwei Prozent über dem Vorjahr. Seine Bilanz wird Tui im Dezember vorlegen.
Evonik hält an Abbau von 3.200 Stellen festDer Spezialchemiekonzern Evonik wird angesichts der Branchenkrise seinen Umbau auch unter Interimschef Claus Rettig fortsetzen. „Wir werden diese Polykrise nutzen, um alte Strukturen zu ändern und uns besser aufzustellen“, sagte Rettig am Dienstag nach einer Strategieklausur von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Umbau von Evonik werde auf allen Ebenen fortgesetzt. Der Essener Konzern hatte bereits angekündigt, bis Ende 2029 rund 3200 Arbeitsplätze zu streichen, 2150 davon in Deutschland.Von den Tochtergesellschaften Oxeno und Syneqt mit rund 4300 Beschäftigten will sich der Konzern trennen. „Wir sprechen bei Oxeno mit Investoren, im Falle Syneqts ist das noch nicht der Fall“, sagte Rettig: „Aber es ist klar, dass es in beiden Fällen zum Verkauf kommen wird.“ Bei Oxeno soll es im laufenden Jahr Fortschritte geben, bei Syneqt – mit 3500 Beschäftigten in Marl und Wesseling – soll der Verkaufsprozess 2027 starten.Der 66-jährige Rettig ist vorübergehend an die Spitze des Essener Konzerns gerückt. Vorstandschef Christian Kullmann war im August überraschend wegen einer Erkrankung „bis auf Weiteres“ ausgeschieden. Er soll nach seiner Genesung aber wieder zurückkehren. „Christian Kullmann hat seine Operation gut überstanden“, sagte Rettig. Kullmann befinde sich auf dem Weg der Besserung. „Ich bin zuversichtlich, dass er im kommenden Jahr zurückkommen wird“, betonte Rettig.Kullmann hatte den Umbau Evoniks angestoßen, Rettig will nun Kurs halten. Details des Umbauprogramms seien ausgearbeitet. Erstmals sollen nun auch Mitarbeiter mit Abfindungen dazu gebracht werden, den Konzern zu verlassen, bei dem es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. Ein erstes Restrukturierungsprogramm hatte bei jährlichen Einsparungen von rund 400 Millionen Euro etwa 250 Millionen Euro gekostet, das aktuelle werde „wohl teurer werden“. Evonik brauche aber die Fokussierung auf profitable Geschäfte, um das eigene Wachstum zu stärken, sagte Rettig.