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21.03.2026
10:58 Uhr
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Amazon entwickelt ein neues Smartphone +++ Pötsch soll weitere Amtsperiode VW-Aufsichtsratschef bleiben +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

4000 Luxusautos auf kenianischer Mini-Insel gestrandetTausende Luxusautos sind im Zuge des Iran-Kriegs auf dem Weg von Japan nach Dubai Hafenbehörden zufolge auf einer kenianischen Insel gestrandet. Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Örtliche Medien zeigten zahlreiche glänzende Wagen der deutschen Automarke Porsche, die einem Lagergebäude auf der Insel Lamu geparkt waren. Die Autos gehören zu insgesamt 4000 Fahrzeugen, die in der vergangenen Woche von zwei Schiffen der italienischen Grimaldi-Gruppe auf Lamu abgeladen wurden.Das zuletzt angekommene Schiff hatte am 24. Februar die japanische Hafenstadt Yokohama verlassen – vier Tage, bevor der Iran-Krieg mit US- und israelischen Angriffen auf den Iran begann. Am 1. März wurde das Ziel des Schiffs, der Hafen Dschebel Ali in Dubai, von iranischen Gegenangriffen getroffen.
Amazon entwickelt ein neues SmartphoneGut ein Jahrzehnt nachdem sein erstes Smartphones scheiterte, arbeitet der Internetkonzern Amazon an einem neuen Mobiltelefon. Das berichtet der Finanzdienst Reuters und bezieht sich auf vier mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das intern unter dem Namen \"Transformer\" laufende Projekt zielt demnach auf ein stark personalisiertes Gerät ab, das eng mit dem Sprachassistenten Alexa verzahnt ist.Das Projekt könne aufgrund strategischer oder finanzieller Bedenken noch gestoppt werden. Ein Schwerpunkt liege auf der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI). Das Telefon solle als ständiger Begleiter dienen und den nahtlosen Zugriff auf Amazon-Dienste wie Prime Video oder Einkäufe erleichtern. Ein Amazon-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.
Volkswagen-Chefaufseher Pötsch soll weitere Amtsperiode bleiben Die Entscheidung über die künftige Führung des Aufsichtsrats von Europas größtem Autobauer Volkswagen ist gefallen. Hans Dieter Pötsch soll das Kontrollgremium des Wolfsburger Konzerns auch in den kommenden fünf Jahren leiten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats werde dem Gremium bei der nächsten Sitzung einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten, teilte das Unternehmen am Freitag nach Börsenschluss mit. Anschließend sollen die Aktionäre bei der Hauptversammlung im Juni über die Personalie abstimmen. Der 74-jährige Pötsch sagte, er habe sich dazu entschieden, für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. „Dem Wunsch, das Unternehmen weiterhin an der Spitze des Kontroll- und Beratungsgremiums durch diese herausfordernden Zeiten zu führen, komme ich gerne nach.“Für Pötsch ist es die dritte Amtszeit an der Spitze des VW-Aufsichtsrats. Er war im Oktober 2015 nach Auffliegen des Dieselskandals erstmals in das Gremium gewählt worden, nachdem er das Finanzressort im Volkswagen-Vorstand geleitet hatte. Seine Wiederwahl durch die VW-Aktionäre gilt als Formsache.Zudem bleibt Pötsch Vorstandschef des VW-Großaktionärs Porsche Automobil Holding SE. Der Aufsichtsrat der Porsche SE habe beschlossen, Pötschs Mandat als Vorstandschef um eine weitere Amtszeit bis Ende 2031 zu verlängern, teilte die Obergesellschaft der Autobauer VW und Porsche AG mit. Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche sagte, die Bereitschaft von Pötsch, in schwierigen Zeiten weiter Verantwortung zu übernehmen und die Interessen des Unternehmens zu vertreten, verdiene große Anerkennung. „Gleichzeitig ermöglicht diese Kontinuität in der Person eine Fokussierung auf die anstehenden Aufgaben in der Sache, da insbesondere die Transformation der Automobilindustrie große Herausforderungen mit sich bringt“, sagte Porsche-Vize-Aufsichtsratschef Hans Michel Piech.Volkswagen steht derzeit mitten im Umbau. Konzernweit fallen nach Angaben von VW-Chef Oliver Blume in den kommenden Jahren rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland weg, allein 35.000 davon bei der Hauptmarke Volkswagen. Der Gewinn war 2025 um die Hälfte eingebrochen. Der harte Wettbewerb in China, die Zölle von US-Präsident Donald Trump und hohe Investitionen in Elektromobilität und Software machen dem Unternehmen zu schaffen.
Dieselgate: Richter im Volkswagen-Prozess abgesetzt Wegen Befangenheit muss der bisherige Vorsitzende Richter im zweiten Strafprozess zum Abgasskandal („Nox-Verfahren\") am Landgericht Braunschweig seinen Stuhl räumen. Der Antrag eines Angeklagten auf Ablehnung des Richters sei begründet, teilte das Landgericht mit. Grundlage für die Entscheidung ist ein Beschluss, den die übrigen Richter der 11. Strafkammer am Freitagmorgen ohne den Vorsitzenden Richter gefasst haben. In Strafprozessen kommen Befangenheitsanträge gegen gesamte Spruchkörper und einzelne Richter durchaus vor, jedoch haben sie selten Erfolg. In dem konkreten Fall habe der Vorsitzende in einem Telefonat mit der Verteidigung eines Angeklagten Äußerungen getätigt, die aus Sicht der Verteidigung Misstrauen gegen seine Unparteilichkeit begründeten, heißt es aus Braunschweig. Nun rückt ein sogenannter Ergänzungsrichter in der Strafkammer nach. Der bisherige Berichterstatter in dem Verfahren wird zum Vorsitzenden Richter in dem Strafprozess.Der Betrugsprozess gegen fünf, teils ehemalige Manager des Volkswagen-Konzerns hatte im November 2025 begonnen. Die Strafkammer verhandelte bisher an 22 Tagen und ist in der Beweisaufnahme. Wie das Landgericht erklärte, bleiben alle schon anberaumten Termine bestehen. Ursprünglich hatte die Strafkammer 95 Verhandlungstage bis zum Jahresende 2026 vorgesehen. Mehr als zehn Jahre nach dem Bekanntwerden von Abgasmanipulationen in Dieselmotoren gibt es in Deutschland bisher nur eine rechtskräftige Entscheidung. Kurz vor Weihnachten 2025 bestätigte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Schuldsprüche gegen Rupert Stadler, den einstigen Audi-Chef, den früheren Audi-Motorenchef sowie einen leitenden Ingenieur.
Borouge geht später an die BörseDer österreichische Energie- und Chemiekonzern OMV und die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten haben den Börsengang ihres Gemeinschaftsunternehmens Borouge Group International (BGI) auf 2027 verschoben. Das teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. Ursprünglich war ein früherer Zeitpunkt geplant. Die Zusammenlegung der OMV-Tochtergesellschaft Borealis, der ADNOC-Tochter Borouge und der zugekauften Nova Chemicals wird bis Ende März erwartet, vorbehaltlich üblicher Bedingungen. Darüber hinaus sei eine Anpassung der Dividende der BGI vereinbart worden. OMV erhält demnach für dieses Jahr eine Ausschüttung in Höhe von 250 Millionen US-Dollar (217 Millionen Euro), statt der bisher angenommenen 500 Millionen Dollar. Die Auswirkung auf die OMV-Dividende beziffert das Unternehmen auf rund 0,6 bis 0,7 Euro je Anteilsschein. Über die Zusammenlegung der Chemiesparten war bereits seit 2023 verhandelt worden, geeinigt hatte man sich dann im März 2025. Die Streubesitzaktionäre von Borouge sollen ein Angebot für Aktien an dem Jgemeinsamen Unternehmen bekommen, auch dieses und eine geplante Kapitalerhöhung verschieben sich nun nach hinten. Bei Bedarf sollen auch für 2027 weitere Unterstützungsmaßnahmen geprüft werden, um die Bonitätsnote der BGI zu sichern.
Milliardendeal: Novartis erweitert BrustkrebsportfolioDer Schweizer Pharmakonzern Novartis blättert bis zu drei Milliarden Dollar auf den Tisch, um sich einen neuen Wirkstoff gegen Brustkrebs in die Forschungspipeline zu holen. Konkret geht es um die Rechte an einem experimentellen Wirkstoffkandidaten namens SNV4818 der Firma Pikavation Therapeutics. Wie Novartis mitteilt, soll die Transaktion zum Ende des ersten Halbjahrs 2026 abgeschlossen werden. Ob die teure Wette für den Basler Pharmariesen aufgeht, ist indes noch offen. Der oral zu verabreichende Wirkstoff befindet sich derzeit noch in einer frühen klinischen Studienphase. Er zielt nach Angaben von Novartis auf eine Mutation ab, die bei etwa 40 Prozent der Patientinnen mit einer bestimmten Form von Brustkrebs (HR+/HER2-) auftrete und oft mit einer schlechteren Heilungsprognose einhergehe. Im Gegensatz zu bisherigen Behandlungen solle der neue Wirkstoff gezielt nur das mutierte Enzym in den Krebszellen angreifen und die normale Variante in gesunden Zellen verschonen. Dies verringere unerwünschte Nebenwirkungen und verbessere die Verträglichkeit. Dadurch lasse sich das Mittel künftig leichter mit Hormontherapien und anderen Behandlungen kombinieren. Mit Piqray verfüge Novartis bereits über ein Medikament, das Patientinnen mit dieser Form von Brustkrebs helfe, schreiben die Analysten der Bank Vontobel. Daher sei die Aufnahme eines Medikaments der nächsten Generation in die Pipeline ein sinnvoller Schritt.
Jeff Bezos plant 100-Milliarden-Dollar-Fonds für KI-gestützte FertigungAmazon-Gründer Jeff Bezos plant einem Zeitungsbericht zufolge einen 100 Milliarden Dollar schweren Fonds für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Fertigungsindustrie. Das „Wall Street Journal“ (WSJ) berichtete am Donnerstag, Ziel sei es, Unternehmen zu übernehmen und deren Automatisierung voranzutreiben. Bezos führe bereits Gespräche mit großen Vermögensverwaltern. Zudem sei er vor einigen Monaten in den Nahen Osten gereist, um bei dortigen Staatsfonds um Kapital zu werben. In Investorenunterlagen werde das Vorhaben als „Instrument zur Transformation der Fertigung“ beschrieben. Im Fokus stünden Branchen wie die Chipherstellung, die Rüstungsindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt.Der neue Fonds dürfte eng mit Bezos' Engagement im KI-Sektor verknüpft sein. Die „New York Times“ hatte im vergangenen Jahr berichtet, dass Bezos Co-Chef des Start-Ups Project Prometheus werden solle. Dieses konzentriere sich auf KI-Anwendungen für die technische Entwicklung und die Fertigung von Computern, Autos und Raumfahrzeugen. Prometheus verhandelt dem WSJ zufolge derzeit unabhängig davon über eine Finanzierung von bis zu sechs Milliarden Dollar. Laut einem Bericht der „Financial Times“ vom Februar hatte das Unternehmen Ende vergangenen Jahres 6,2 Milliarden Dollar eingesammelt. Bezos war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Auch die Mitgründer von Prometheus reagierten nicht auf Anfragen.
DWS-Chef rückt in Deutsche-Bank-Vorstand auf – Technologiechef gehtDie Deutsche Bank bekommt zwei neue Vorstandsmitglieder. Der Vorstandschef des Vermögensverwalters DWS, Stefan Hoops, rückt zum 1. Mai zusätzlich in das Gremium des Mutterkonzerns ein, wie Deutschlands größte Bank am Donnerstagabend mitteilte. Zugleich übernimmt Marie-Jeanne Deverdun den Posten des Technologie- und Innovations-Vorstands. Sie löst Bernd Leukert ab, der die Bank nach sieben Jahren im Vorstand Ende Juni verlässt. Deverdun arbeitet seit 16 Jahren für die Deutsche Bank, zuletzt als Verantwortliche für den operativen Betrieb der Firmenkunden- und Investmentbank-Sparte. Sie bringe „die besten Voraussetzungen mit, um auf das Geschäft fokussierte Innovationen zu beschleunigen und das Kundenerlebnis in allen Geschäftsbereichen erheblich zu verbessern“, sagte Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts.Hoops Berufung in den Vorstand hängt auch mit dem Abschied von Finanzvorstand James von Moltke zusammen, der die Deutsche Bank Ende Juni wie angekündigt verlässt. Von Moltke war im Vorstand auch für die Vermögensverwaltung zuständig, nun wird daraus ein eigenes Ressort. Das „spiegelt die Bedeutung der Vermögensverwaltung für die Wachstumsstrategie der Deutschen Bank in den kommenden Jahren wider“, hieß es in der Mitteilung. Die börsennotierte DWS soll stärker mit den anderen Sparten der Deutschen Bank verzahnt werden. Nach von Moltkes Abgang rückt der Chef des Firmenkunden- und Investmentbanking-Geschäfts, Fabrizio Campelli, zum 1. Juli zum offiziellen Stellvertreter von Vorstandschef Christian Sewing auf. An seinen Zuständigkeiten ändert sich nichts.
Unerlaubte Sportwetten: EuGH-Gutachten stärkt Verbraucherrechte im Prozess gegen TipicoIn der Klage eines Spielers gegen den Wettanbieter Tipico hat ein Gutachter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) die Klägerseite gestärkt. Sportwetten-Anbieter ohne Lizenz können demnach zur Rückerstattung von verlorenen Wetteinsätzen verpflichtet werden. Eine Ausnahme gelte aber für Fälle, in denen Behörden zugesichert hätten, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, stellte der Generalanwalt in Luxemburg fest. Das Gutachten ist für die Richter am EuGH nicht bindend, doch häufig folgen sie ihm. Tipico mit Sitz in Malta war jahrelang ohne Erlaubnis in Deutschland aktiv. Der Anbieter hatte sie zwar beantragt, jedoch erst 2020 bekommen. Die Spielerseite fordert die Rückzahlung von Wetteinsätzen, weil die entsprechenden Verträge bis 2020 nichtig seien.
Ulrike Brouzi wird Aufsichtsratschefin von Salzgitter Der Aufsichtsrat der Salzgitter AG hat Ulrike Brouzi zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie folgt auf Hans-Jürgen Urban, der interimsweise den Posten an der Spitze des Kontrollgremiums übernommen hatte. Der vormalige Aufsichtsratschef Heinz-Gerhard Wente hatte im Sommer seinen Rücktritt angekündigt, obwohl er mit einem Mandat bis 2028 ausgestattet war. Der frühere Contitech-Chef Wente gilt als einer der Architekten der Grünstahl-Strategie, mit der sich Salzgitter in eine Pionierrolle gebracht hat. Die 60 Jahre alte Diplom-Mathematikerin Ulrike Brouzi ist im Vorstand der DZ Bank in Frankfurt zuständig für Finanzen und Compliance. Dem Salzgitter-Aufsichtsrat gehört sie seit dem Jahr 2013 an.
Volkswagen zahlt Mitarbeitern eine Prämie trotz KriseVolkswagen will trotz der Krise seine Mitarbeiter nun doch mit einer zusätzlichen Prämie am Gewinn beteiligen. Der Vorstand habe eine einmalige Zahlung im Mai von 1.250 Euro für die Tarifbeschäftigten beschlossen, teilte der Wolfsburger Autobauer mit. In einer schwierigen Zeit der Restrukturierung mit vielen Unsicherheiten arbeiteten die Kollegen mit großem Fachwissen, viel Leidenschaft und Teamgeist an einer erfolgreichen Zukunft von Volkswagen, sagte der Chef der Marke Volkswagen, Thomas Schäfer. Der VW-Konzern hatte in der vergangenen Woche einen Gewinneinbruch nach Steuern um rund 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro vermeldet. Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo lobt den „hohen Einsatz der gesamten Belegschaft“ und findet es laut Mitteilung folgerichtig und fair, dass nun alle Beschäftigtengruppen profitieren.Aus dem Umfeld des Gesamtbetriebsrates war zu hören, dass die Vorstellungen zur Prämienhöhe zuvor weit auseinanderlagen. Während die Arbeitnehmervertretung 1.500 Euro anvisiert habe, habe der Vorstand ursprünglich höchstens 500 Euro gewollt. Nach einigen Runden habe Cavallo 1.250 Euro durchgesetzt somit das Ergebnis zugunsten der Belegschaft verschoben.
Ölfeldausrüster SBO blickt auf VenezuelaDer österreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) blickt angesichts des eskalierenden Krieges im Nahen Osten mit Sorge auf die globalen Lieferketten. Trotz eines Gewinnknicks im abgelaufenen Jahr sieht der Vorstandsvorsitzende Klaus Mader das Unternehmen aber gerüstet. Durch eine breite Diversifizierungsstrategie will sich die SBO künftig vom reinen Ölfeldausrüster zum Hochpräzisionstechnologie-Konzern wandeln. Der Krieg im Nahen Osten trifft eine für die SBO wichtige Region. Das größte Geschäftsrisiko sei aktuell die Störung der Transport- und Logistikwege, heißt es. Der sprunghafte Anstieg der Energiepreise sei gar nicht im Sinne des Unternehmens, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Der ideale Ölpreis für unser Geschäft wäre zwischen 70 und 90 Dollar\", erklärte er am Donnerstag anlässlich der Bilanzvorlage. Ein höherer Preis sei gefährlich, da er die Inflation antreibe und das Wirtschaftswachstum abwürge. Sollte der Konflikt im Nahen Osten zu nachhaltigen globalen Engpässen führen, rechnet Mader mit verstärkten Investitionen in anderen Förderländern wie den USA oder Südamerika. Speziell mit Blick auf Venezuela sieht er die SBO gut positioniert. Eine Wiederbelebung der dortigen Erdölindustrie passiere jedoch sofort, da die lokalen Verfahren veraltet seien und das Land einen massiven „Brain Drain\" erlitten habe. SBO sei jedoch durch Niederlassungen im texanischen Houston und in Mexiko geografisch nah am Markt und produziere exakt jene Ausrüstung, welche die großen Service-Unternehmen dort nun für den Wiederaufbau der Infrastruktur benötigen würden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr schrumpfte der Umsatz um 18,8 Prozent auf 455,3 Millionen Euro. Der Nettogewinn halbierte sich auf 23,6 Millionen Euro. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie vor.
Samsung kündigt Rekord-Investitionen in KI-Ausbau an Der Technologiekonzern Samsung will im Zusammenhang mit dem KI-Boom in diesem Jahr umgerechnet rund 63,7 Milliarden Euro in den Ausbau der Chip-Produktionskapazitäten und Forschung investieren. Das Geld soll in den Ausbau des Geschäfts mit Halbleitern für Künstliche Intelligenz (KI) fließen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Seoul mit. Im laufenden Jahr sollen die Ausgaben um 22 Prozent gesteigert werden; damit will Samsung die Marktführerschaft von SK Hynix bei KI-Chips zurückerobern. Dieser hat sich zum dominanten Anbieter von Speichermodulen mit hoher Bandbreite für Nvidia entwickelt.Die Entscheidung von Samsung spiegelt eine strategische Neuausrichtung hin zu KI-getriebener Nachfrage wider. Samsung, SK Hynix und der US-Anbieter Micron Technology verzeichnen einen beispiellosen Nachfrageanstieg nach High-End-Speichern für KI-Anwendungen. Diese Produktionsverlagerung führt jedoch zu einem historischen Mangel an herkömmlichen Speicherchips, die in den meisten modernen Geräten - von Autos bis zu Smartphones - verbaut werden.Viele erwarten, dass sich die Lage zunächst verschärft, bevor sie sich bessert. SK Hynix bereite Maßnahmen zur Preisstabilisierung vor, sagte der Vorsitzende der SK Group, Chey Tae-won, diese Woche, ohne weitere Details zu nennen. Chey geht davon aus, dass der weltweite Mangel aufgrund der systembedingten Engpässe in der Halbleiterproduktion noch vier bis fünf Jahre andauern wird.
Lanxess verschärft Sparkurs Der unter der Branchenkrise ächzende Spezialchemiekonzern Lanxess reagiert mit einem weiteren Stellenabbau auf einen Gewinneinbruch und eine historisch niedrige Auslastung. 550 Jobs sollen nun wegfallen, rund zwei Drittel davon in Deutschland, wie Konzernchef Matthias Zachert am Donnerstag ankündigte. Dies solle sozial verträglich geschehen, doch könne er betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen. Bereits 2023 hatte Lanxess wegen des anhaltend schweren Fahrwassers den Abbau von 870 Stellen beschlossen, 460 davon in Deutschland, mit dem Ziel, ab 2025 dauerhaft rund 150 Millionen Euro einzusparen.Um die Kosten nun weiter zu senken, will Lanxess bis Ende 2028 weitere rund 100 Millionen Euro pro Jahr dauerhaft einsparen. Der Stellenabbau solle vor allem Verwaltungsfunktionen betreffen. Obwohl der Konzern einen sozialverträglichen Abbau anstrebt, schloss Zachert betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Über die bereits angekündigten Maßnahmen hinaus seien aber derzeit keine weiteren Stellenstreichungen und Standortschließungen geplant. Zusätzlich gelte für Tarifbeschäftigte zunächst eine 35-Stunden-Woche, für das Management gebe es eine Nullrunde bei den Gehältern.Für die Zukunft zeigte sich der Vorstandschef verhalten optimistisch. „Seit März ist eine erste Geschäftsbelebung spürbar“, sagte Zachert. „Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.“ Eine Belebung des Geschäfts erwarte er frühestens im zweiten Halbjahr, etwa durch das Infrastrukturpaket der Bundesregierung. Als Risiko nannte er den Krieg im Nahen Osten, der wahrscheinlich einen negativen Einfluss auf die Rohstoffkosten haben werde. Bei einem Fortbestand des Konflikts werde es in der Industrie zu weiteren Preisanstiegen kommen. Lieferkettenunterbrechungen seien derzeit jedoch nicht absehbar.Für das laufende Jahr 2026 stellte der Vorstand ein operatives Ergebnis (Ebitda) zwischen 450 und 550 Millionen Euro in Aussicht. Im Vorjahr war das um Sondereinflüsse bereinigte Ebitda um 16,9 Prozent auf 510 Millionen Euro gefallen, während der Umsatz um 10,9 Prozent auf 5,673 Milliarden sank. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von zehn Cent je Anteilsschein erhalten.
Klagen gegen Tauschgeschäft von RWE und Eon scheitern Die Klagen von neun deutschen Stadtwerken gegen die Übernahme der RWE-Ökostromtochter Innogy durch Eon sind vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gescheitert. Der EuGH bestätigte am Donnerstag in Luxemburg die von der EU-Kommission 2019 erteilte Genehmigung. Die beiden Energieriesen hatten im März 2018 ein großes Tauschgeschäft angekündigt.Eon wurde so in erster Linie zum Strom- und Gaslieferanten und RWE vor allem zum Stromproduzenten und Großhändler. Genehmigt wurden drei Transaktionen. RWE übernahm Kraftwerke von Eon, Eon seinerseits die RWE-Ökostromtochter Innogy. RWE erwarb eine Beteiligung von 16,67 Prozent an Eon.Elf deutsche Stadtwerke befürchteten Nachteile für den Wettbewerb. Sie fochten die erste und zweite Genehmigung vor dem Gericht der Europäischen Union an, das die Klagen aber abwies. Neun der Kläger wandten sich daraufhin an den EuGH als nächsthöhere Instanz. Auch dort hatten sie aber keinen Erfolg. Vor einem Jahr bestätigte der EuGH bereits die erste Transaktion, nun auch die zweite, schreibt die Nachrichtenagentur AFP.