FAZ 16.09.2026
11:20 Uhr

Business-Ticker: Nvidia-Chef lehnt langsamere KI-Entwicklung und neue Regeln ab


Mark Zuckerberg mischt sich in KI-Streit ein +++ KI-Startup Langdock verlegt Sitz nach Deutschland +++ SK Hynix erwägt Chipproduktion in Intel-Werk in den USA +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Nvidia-Chef lehnt langsamere KI-Entwicklung und neue Regeln ab

Allianz versichert fahrerlose Waymo-Taxis in EuropaDie Allianz will die fahrerlosen Taxis von Waymo ​als Versicherer und Dienstleister bei ihrem Markteintritt in Europa begleiten. Der Münchner ⁠Versicherungskonzern werde die entstehende Robotaxi-Flotte über seine Tochter Allianz Partners versichern und mögliche Schäden regulieren, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Weitere Dienstleistungen, etwa ‌bei der Bergung von Fahrzeugen, seien angedacht. Darüber hinaus wollen die Allianz und die Tochtergesellschaft des Google-Konzerns Alphabet gemeinsam zur Sicherheit autonomer Fahrzeuge, Schadentrends ‌und Risiken forschen. Autonomes Fahren ist für die Versicherungsbranche Neuland. Lange war etwa umstritten, inwieweit die Hersteller für mögliche Unfälle mit Robotaxis ​selbst haften müssten. Zwar dürften ⁠sie weniger Schäden verursachen, deren Regulierung aber viel teurer werden. „Autonome Mobilität und künstliche Intelligenz zählen zu den ​bedeutendsten Veränderungen, die unsere Branche in den kommenden Jahren prägen werden“, sagte Allianz-Partners-Chef Tomas Kunzmann. ⁠Es gehe ‌darum, den Passagieren stets ein Gefühl der Sicherheit zu geben.Waymo hatte Ende August angekündigt, autonom fahrende Taxis in München auf die Straße zu bringen. ⁠Es wäre der ⁠erste Schritt der Expansion nach Europa. Der kommerzielle Betrieb solle Ende 2027 aufgenommen werden. ⁠Testfahrten ​seien ⁠bereits für den Herbst geplant. In ​den USA sind fahrerlose Waymo-Autos bereits in einer Reihe ‌von Städten unterwegs. In Deutschland testet die Volkswagen-Tochtergesellschaft Moia ihr Robotaxi in ​Hamburg, andere Städte sollen folgen. 

KI-Start-up Langdock verlegt Sitz nach DeutschlandDas schnell wachsende Berliner KI-Start-up Langdock verlegt seinen juristischen Hauptsitz aus den USA zurück nach Deutschland. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf die beiden Co-Chefs Lennard Schmidt und Judith Dada berichtet, wandelt das Unternehmen seine US-Muttergesellschaft in eine europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) um.Die Entscheidung gilt als ungewöhnlicher Schritt gegen den vorherrschenden Trend, bei dem viele europäische Gründer ihre Unternehmenssitze vor allem wegen des Zugangs zu Wagniskapital in die Vereinigten Staaten verlagern. Außerdem werden in den USA geringere Steuern auf Gewinne fällig. Ausschlaggebend für die Rückkehr nach Europa seien neben strategischen Gründen auch Rechtsrisiken: US-Gesetze wie der Cloud Act und der Patriot Act, die Behörden unter bestimmten Bedingungen Zugriff auf Kundendaten erlauben, schafften zunehmend Vorbehalte bei Unternehmenskunden, so das „Handelsblatt“.Langdock bietet Unternehmenskunden datenschutzkonforme Zugänge zu Sprach- und Bildmodellen verschiedener KI-Anbieter an. Nach Angaben des Start-ups nutzen bereits mehr als 13.000 Unternehmen die Plattform, darunter Konzerne wie Merck und Trumpf. Das erst vor drei Jahren gegründete Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben profitabel und erzielte zuletzt einen wiederkehrenden Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro.Mit dem Umzug verbindet das Führungsteam zudem weitreichende Ausbaupläne: Langdock will mittelfristig zu einem europäischen Cloud- und KI-Infrastrukturanbieter („Hyperscaler“) heranwachsen und damit die geforderte digitale Souveränität Europas stärken. Noch in diesem Jahr soll dafür ein erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb gehen, in das das Start-up zwischen 10 und 15 Millionen Euro investieren will. 

SK Hynix erwägt Chipproduktion in Intel-Werk in den USADer südkoreanische Chiphersteller SK Hynix führt Insidern zufolge Gespräche mit dem US-Konzern Intel ​über eine erstmalige Produktion von Speicherchips in den USA. Dabei werde unter anderem erwogen, dass SK ⁠Hynix einen Teil von Intels geplanter Fabrik im US-Bundesstaat Ohio anmietet, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Eine andere Möglichkeit sei ein Joint Venture mit Intel und großen Cloud-Konzernen, die an einer gesicherten Versorgung ‌mit Speicherchips interessiert sind, berichteten zwei der Personen.Ein Abschluss wäre ein großer Erfolg für die Regierung von US-Präsident Donald Trump, die den Druck auf Chiphersteller erhöht, angesichts der steigenden Nachfrage durch Künstliche Intelligenz ‌in den USA zu fertigen. ‌Eine große Hürde könnte jedoch der potenzielle Widerstand der Regierung in Seoul sein.Für SK Hynix wäre eine Fertigung in den USA trotz deutlich höherer Kosten attraktiv, da der Konzern unter dem Druck von Kunden und der ​US-Regierung steht. US-Handelsminister Howard Lutnick hatte mit Zöllen von ⁠bis zu 100 Prozent gedroht, sollten sich Unternehmen aus Südkorea und Taiwan nicht zu mehr Produktion in den USA verpflichten. Intel ​wiederum könnte durch einen solchen Schritt seine seit Jahren geplante milliardenschwere Fabrik in Ohio finanziell entlasten. Eigentlich hätte diese Anfang 2025 die ⁠Produktion aufnehmen ‌sollen, nun ist der Start der beiden Anlagen für 2030 und 2031 anvisiert. Die Regierung in Seoul könnte sich den Insidern zufolge jedoch gegen einen Transfer von Spitzentechnologien wie HBM-Speicherchips sperren, da diese als nationale Kerntechnologie gelten.SK ⁠Hynix teilte mit, ⁠man prüfe verschiedene Maßnahmen, es sei aber noch nichts entschieden. Intel lehnte eine Stellungnahme ab, erklärte aber, dass ⁠man die ​Investitionen in Ohio ⁠zur Vorbereitung des Standorts fortsetze. Das südkoreanische Handelsministerium ​sagte, eine solche Entscheidung liege im Ermessen des Unternehmens. Sollte es ‌sich jedoch um eine „nationale Schlüsseltechnologie“ handeln, unterläge das Vorhaben einer Prüfung gemäß dem Gesetz zum Schutz industrieller Technologien.

OpenAI will KI mit Konkurrenten selbst regulierenDas US-Technologieunternehmen Open AI will gemeinsam mit den Konkurrenten Anthropic und Google Regeln für Künstliche Intelligenz (KI) festlegen. Dafür solle eine Selbstregulierungsorganisation geschaffen werden, erklärte Open AI am Dienstag. Hintergrund sind Warnungen aus der Branche, die Technologie könne unkontrollierbar werden.Vorbild ist den Angaben zufolge die private Aufsichtsorganisation Finra, die im Auftrag der Börsenaufsicht SEC den Wertpapierhandel in den USA beaufsichtigt. Mehrere frühere Mitarbeiter von KI-Unternehmen hatten wegen der Risiken Alarm geschlagen.

Sabotage legt Bahnverkehr in Teilen der Niederlande lahmDer Zugverkehr in weiten Teilen der zentralen und nördlichen Niederlande ist am Morgen durch Sabotage an den Gleisanlagen zum Erliegen gebracht worden. Nach Angaben des Netzbetreibers ProRail legten bislang unbekannte Täter auf verschiedenen Streckenabschnitten Rohre über die Gleise. Insgesamt seien an 30 Stellen solche und ähnliche Materialien entdeckt worden.Es sei klar, dass die Rohre \"dort vorsätzlich abgelegt\" wurden, sagte eine Sprecherin von ProRail der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Dadurch habe das Computersystem der Bahn Signale bekommen, wonach die Gleise an den betroffenen Stellen belegt und nicht befahrbar seien.Der niederländische Regierungschef Rob Jetten bezeichnete die Sabotageakte als \"lebensgefährlich\". Sie ziele darauf ab, \"die Gesellschaft zu destabilisieren\", sagte Jetten laut ANP. Er könne sich aber bislang nicht dazu äußern, ob es sich um Terrorismus handele oder nicht. Dafür müssten die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen abgewartet werden.Laut Polizei wurden nach der Räumung der Gleise am Morgen an mehreren der Stellen erneut Materialien entdeckt, die zu Störungen hätten führen können. Der Bahnverkehr sei dennoch bis gegen Mittag weitgehend normalisiert worden, hieß es von ProRail.Der Zugverkehr war am Morgen rund um Zwolle zeitweise komplett zusammengebrochen. Auch zwischen Utrecht und Gouda sowie zwischen Apeldoorn und Deventer verkehrten keine Züge. Die Probleme hätten sich aber als kontrollierbar erwiesen: An den betroffenen Bahnhöfen sei es \"etwas voller als sonst\" gewesen, sagte die ProRail-Sprecherin. (dpa-AFX) 

DeepL rüstet Sprach-KI auf: Echtzeit-Übersetzung mit eigener Stimme Das Kölner KI-Startup DeepL baut seine Technologie zur Sprachübersetzung in Echtzeit deutlich aus. Mit neuen Sprachmodellen für die Anwendung \"DeepL Voice\" will der deutsche KI-Vorreiter nicht mehr nur gesprochene Wörter übersetzen, sondern auch den individuellen Klang der Stimme sowie Tonfall, Sprechtempo und Emotionen über Sprachgrenzen hinweg bewahren. Damit will sich das Kölner Unternehmen gegen die Konkurrenz von US-Technologiekonzerne wie Microsoft, OpenAI und Google behaupten. Bislang lieferte die vor gut einem Jahr gestartete Lösung vor allem Untertitel in Videokonferenzen. Nun rückt die direkte Voice-to-Voice-Übersetzung ins Zentrum: Eine neu vorgestellte Desktop-App für Windows und Mac klinkt sich nahtlos in Plattformen wie Zoom, Microsoft Teams und Google Meet ein. Sprecher können in über 30 Sprachen übersetzt werden; die Funktion \"Speaker Match\" erhält die Stimmidentität dabei zunächst in 14 Sprachen aufrecht.\"Über die Stimme zeigen wir, wer wir sind. Sie transportiert weit mehr als nur Worte\", sagte Gründer und CEO Jarek Kutylowski der Deutschen Presse-Agentur (dpa). \"Ziel ist, dass man sich zurücklehnen kann und vergisst, dass überhaupt eine KI-Übersetzungslösung dazwischensteht\", sagte Kutylowski. Wenn etwa jemand aufgeregt oder hastig spreche, solle dies auch im übersetzten Tonfall spürbar werden.Der Fokus des Kölner KI-Spezialisten liege klar auf Firmenkunden: \"Für Unternehmen geht es nicht nur darum, an einzelnen Stellen eine E-Mail oder ein Meeting zu übersetzen. Es geht darum, ein größeres System aufzubauen, das Dokumente und Sprache einheitlich handhabt und die unternehmensspezifische Terminologie über alle Kanäle hinweg konsistent übernimmt.\"DeepL hatte zuletzt im Mai mit einem angekündigten Stellenabbau Schlagzeilen gemacht. Kutylowski hatte damals angekündigt, dass das Personal um 250 Stellen reduziert wird - rund ein Viertel der Belegschaft. Hintergrund seien die veränderten Arbeitsabläufe in der KI-Ära gewesen. Das 2017 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 900 Mitarbeiter und zählt über 200.000 Geschäftskunden. Zu den Geldgebern gehören renommierte Wagniskapitalgeber wie Benchmark, IVP und Index Ventures. (dpa)

SpaceX gewinnt ersten Kunden für Rücktransport aus dem AllDas US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat für sein neues Geschäftsfeld Starfall ​den ersten Kunden gewonnen. Das auf die Integration von Weltraumfracht spezialisierte Unternehmen ⁠Space Cargo habe einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, erklärte dessen Chef Nicolas Gaume der Nachrichtenagentur Reuters. Die Mission sei für das Jahr 2028 an Bord ‌des ersten kommerziellen Fluges des neuen SpaceX-Raumschiffs Starship geplant. Starfall ist ein Dienst für den Rücktransport von Produkten und anderer Fracht aus der Erdumlaufbahn.Das in ‌Luxemburg ansässige Unternehmen ‌Space Cargo werde sein \"BentoBox\"-System in der Starfall-Kapsel unterbringen. Damit positioniere sich Space Cargo als Integrator im SpaceX-Programm und plane, künftig weitere solcher Missionen zu buchen, so Gaume. \"Mit unseren ​derzeitigen Systemen transportieren wir 200 Kilogramm, ⁠aber mit Starship und Starfall werden wir Nutzlasten von Kunden im Tonnenbereich befördern – und genau das ​ist unser Ziel\", fügte er hinzu.Der Rücktransport aus dem All gilt als Zukunftsmarkt, ⁠etwa für die Pharmaforschung ‌oder die Herstellung von Glasfaserkabeln unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Der Weltraumkonzern des Milliardärs Elon Musk tritt dabei in Konkurrenz zu kleineren Anbietern wie Varda Space ⁠aus den ⁠USA oder dem deutschen Start-up ATMOS Space Cargo. Das Starship-Programm von SpaceX ist jedoch ⁠seit ​Jahren im ⁠Verzug. Der erste kommerzielle Flug ​im Jahr 2028 deutet darauf hin, dass die Rakete ‌in den kommenden Jahren zunächst für interne Missionen wie den Transport von Starlink-Satelliten ​eingesetzt wird. (Reuters)

KI von Mistral soll Total Energies bei Erkundung neuer Öl- und Gasvorkommen helfenDer französische Mineralölkonzern Total Energies setzt bei der Erkundung fossiler Förderstätten auf Künstliche Intelligenz (KI). Er gab am Dienstag in Paris eine dreijährige Partnerschaft mit dem französischen KI-Unternehmen Mistral bekannt, die mit einer Investition von mehr als 100 Millionen Euro verbunden ist. Ziel sei, eine neue Generation von KI-Spitzenmodellen zu entwickeln, um die Geowissenschaftler des Konzerns „bei der Exploration, Charakterisierung und Erschließung von Öl- und Gaslagerstätten zu unterstützen“.Exploration und Lagerstättenplanung gehörten zu den Bereichen, in denen KI „den größten Mehrwert für unsere Aktivitäten“ schaffen könne, erklärte Total-Energies-Chef Patrick Pouyanné. Geowissenschaftliche Daten eines gesamten Jahrhunderts  – kombiniert „mit dem Fachwissen unserer Teams und den Kompetenzen von Mistral“  – sollten die Entwicklung einer neuen Generation von Tools ermöglichen, „die unsere Experten bei der Analyse komplexester Daten und bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützen“. Geplant ist dem Energiekonzern zufolge die Einrichtung eines gemeinsameseines gemeinsamen Forschungslabors. Die KI-Modelle sollen dann nicht nur Szenarien für die Erschließung neuer Förderstätten liefern, sondern auch für „die Optimierung und Verlängerung der Lebensdauer bestehender Projekte“. Die Partnerschaft unterstreiche zudem das Engagement von Total Energies, „zur Entwicklung eines leistungsstarken europäischen digitalen Ökosystems beizutragen“, erklärte Pouyanné. 

Musk lässt Wettbewerbsklage gegen Apple fallenTech-Milliardär Elon Musk verfolgt eine Klage, in der er Apple unfairen Wettbewerb vorwirft, nicht weiter. Er hatte den iPhone-Konzern sowie den ChatGPT-Erfinder OpenAI vor gut einem Jahr vor Gericht gezerrt. Musks Behauptung damals: Apple behindere andere Chatbots wie seine Software Grok, um ChatGPT einen Vorteil zu verschaffen. Jetzt hieß es in Gerichtsunterlagen, die Vorwürfe gegen Apple seien ausgeräumt worden - ohne Details dazu, auf welche Weise genau. Die Klage gegen OpenAI bleibe aber bestehen. Musk, einst ein früher Investor bei dem ChatGPT-Entwickler, führt schon seit Jahren eine Fehde gegen OpenAI-Chef Sam Altman.Musks Vorwürfe gegen Apple gingen auf eine 2024 vorgestellte Kooperation des Konzerns mit OpenAI zurück. Dabei können Nutzer von iPhones und anderen Geräten Anfragen, die die hauseigene Sprachassistentin Siri nicht beantworten kann, an ChatGPT weiterreichen. Kurz bevor Musks Rückzieher bekannt wurde, führte Apple in den USA eine neue Version von Siri ein, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz verbessert wurde. Sie wurde bei Apple selbst entwickelt - Googles KI-Modell Gemini diente dabei als Basis für einige Funktionen. 

BYD will auch Lastwagen in Europa produzieren  Der chinesische Elektroautobauer ​BYD will im kommenden Jahr seinen ersten Schwerlaster \"ETT 44\" in Europa einführen und plant langfristig ⁠auch eine LKW-Produktion. \"Langfristig werden wir alles, was wir in Europa verkaufen, hier produzieren\", sagte Stella Li, die BYD-Vizechefin, die für das internationale Geschäft verantwortlich ist, am Montag auf der Nutzfahrzeugmesse IAA ‌in Hannover. \"Wir arbeiten an den Details, das dauert eine Weile.\" Auf der Messe präsentierte BYD das künftige \"Flaggschiffmodell\" seiner Nutzfahrzeuge. Der LKW ETT 44 soll ab dem zweiten Quartal ‌2027 ausgeliefert werden.BYD wolle aber ‌nicht nur die vorerst in China gebauten und von dort importierten Fahrzeuge verkaufen, sondern Flottenkunden ein ganzes Paket zusammen mit Dienstleistungen von der Finanzierung über eigene, mit Solarstrom betriebene Ladestellen bis hin zu ​einem Werkstattnetz mit mobilen Pannenhelfern anbieten. \"Wir wollen den ⁠Kunden ein ganzes Geschäftsmodell offerieren\", sagte Li. Der weltweit größte Elektroautohersteller BYD gehört im Pkw-Geschäft zu den schnell wachsenden Konkurrenten ​aus China in Europa.Eine lokale Produktion in Europa würde auch Einfuhrzölle auf die LKW vermeiden. Europäische Hersteller ⁠wie die Traton-Tochter MAN ‌fordern, dass die Europäische Union bei LKW so vorgehen soll wie gegen subventionierte Elektroautos aus China. Zölle und Vorschriften für lokale Produktionsanteile wären Instrumente, um unfaire Wettbewerbsvorteile auszugleichen. \"Wir mögen diese Zölle nicht, ⁠das nützt ⁠niemandem\", sagte Li. \"Aber wir müssen damit umgehen.\" BYD bereite sich vor, noch mehr in die Fertigung ⁠in Europa ​zu investieren, ⁠so wie schon in die Pkw-Produktion. Dafür ​wird gerade eine Fabrik in Szeged/Ungarn gebaut. Dort werde im ‌kommenden Jahr die Massenproduktion starten. BYD sei gerade dabei, sich zu einem europäischen Produzenten zu entwickeln, ​ergänzte Li. \"Zölle sind nur ein kurzfristiger Druck. Aber ​langfristig, sobald alles lokal produziert wird, werden wir ein europäisches Unternehmen.\"  (Reuters)

Vier Investmentbanken sollen BASF-Agrarsparte an die Börse bringenDer Chemieriese BASF treibt die Pläne für den ​milliardenschweren Börsengang seiner Agrarsparte im kommenden Jahr voran. Der Ludwigshafener Konzern hat vier ⁠Investmentbanken damit beauftragt, BASF Agricultural Solutions an die Frankfurter Börse zu begleiten, wie er am Montag mitteilte: Neben den US-Investmentbanken Citi, Goldman Sachs und JPMorgan ‌ist auch die Deutsche Bank mit von der Partie. Dem Quartett winkt ein lukratives Geschäft: Nach einem Bericht der \"Börsen-Zeitung\" könnte die BASF-Sparte dabei mit ‌mehr als 20 ‌Milliarden Euro bewertet werden. Der Konzern will beim Börsengang die Mehrheit der Anteile behalten.BASF Agricultural Solutions soll bis Mitte des kommenden Jahres börsenreif sein, so dass der ​Börsengang im zweiten Halbjahr über die Bühne ⁠gehen könnte. Er könnte damit einer der größten der vergangenen Jahre in Frankfurt werden. Eine Entscheidung ​über den Zeitpunkt der Emission sei aber noch nicht gefallen, betonte BASF. Gewöhnlich werde ⁠die Banken ‌etwa ein halbes Jahr vor der Erstnotiz ausgewählt.Konzernchef Markus Kamieth will den Chemieriesen mit der Ausgliederung stärker auf die Kerngeschäfte fokussieren, die eng in den BASF-Produktionsverbund ⁠eingebunden sind. Die ⁠Agrarchemie zählt nicht mehr dazu. BASF Agricultural Solutions stellt Pflanzenschutzmittel und Saatgut her. Am ⁠24. ​November will ⁠BASF die Sparte auf einem Kapitalmarkttag ​präsentieren. Die rechtliche und operative Trennung der Sparte laufe ‌planmäßig, hieß es in der Mitteilung. Etwa 80 Prozent des Geschäfts seien bereits ​auf eigenständige Gesellschaften übertragen worden. (Reuters)

Novo Nordisk heißt künftig nur noch NovoDer dänische Pharmakonzern Novo Nordisk, Hersteller der Abnehmmedikamente Ozempic und Wegovy, ändert seinen Namen: Das Unternehmen heißt künftig nur noch Novo.  Käuferinnen und Käufer werden außerdem nicht mehr als Patienten angesprochen, sondern als Kunden, sagte Konzernchef Micke Doustdar dem dänischen Fernsehsender TV2 am Montag. \"Diejenigen, die Insulin verwenden, haben sich selbst nie anders als als Patienten gesehen. Aber in den letzten vier oder fünf Jahren ist eine immer größer werdende Gruppe aufgetaucht, die uns sagt: 'Ich bin kein Patient. Ich habe keine Krankheit. Ich möchte einfach nur abnehmen.'\"Novo Nordisk, gegründet in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, ist dank des Erfolgs seiner Abnehmmittel zu einem der wertvollsten Unternehmen Europas aufgestiegen. Wichtigster Markt sind die USA, wo die Konkurrenz insbesondere durch den US-Konzern Eli Lilly groß ist. Die von den Unternehmen entwickelten Medikamente gegen Fettleibigkeit ahmen ein vom Darm ausgeschüttetes Hormon nach. Sie können zur Gewichtsreduktion oder zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. (AFP)

Französischer IT-Konzern Capgemini verkauft US-FilialeNach der Kritik an seiner Zusammenarbeit mit der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE verkauft das französische IT-Beratungsunternehmen Capgemini seine US-Tochtergesellschaft. Mit dem US-Unternehmen ITC Federal sei eine Vereinbarung über den Kauf von Capgemini Government Solutions geschlossen worden, teilte Capgemini am Samstag mit. Das Geschäft werde voraussichtlich in den kommenden Wochen abgeschlossen. ITC Federal bietet Dienstleistungen für US-Bundesbehörden in den Bereichen Strafverfolgung, innere Sicherheit und Verteidigung an. Capgemini hatte den Verkauf im Februar angekündigt, nachdem publik geworden war, dass das Tochterunternehmen der US-Einwanderungsbehörde unter anderem eine Software zur Identifizierung und Lokalisierung von Ausländern zur Verfügung gestellt hat. Capgemini ist in rund 50 Ländern aktiv. Der Anteil der US-Tochter am gesamten Jahresumsatz des Konzerns hatte 2025 0,4 Prozent ausgemacht. US-Präsident Donald Trump hatte nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 ein deutlich verschärftes Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen irreguläre Migranten angeordnet. Tödliche Schusswaffeneinsätze von ICE-Mitarbeitern heizten im Januar die Proteste gegen Massenabschiebungen der Trump-Regierung an. (AFP)

Lufthansa-Partner Air Baltic beantragt Gläubigerschutz Zuletzt war die Not der lettischen Fluggesellschaft Air Baltic immer größer geworden, nun hat die Airline mit Sitz in Riga Gläubigerschutz nach Chapter 11 unter amerikanischem Recht beantragt. Der Prozess solle die mehrheitlich staatliche Air Baltic, an der aber auch die Deutsche Lufthansa mit zehn Prozent beteiligt ist, zu einer „stärkeren, nachhaltigeren Kapitalstruktur, einer wettbewerbsfähigen Kostenposition und einer soliden Grundlage für die Zukunft“ verhelfen, teilte Air Baltic mit. Einschränkungen für Passagiere gebe es vorerst nicht. „Wir fliegen, verkaufen Tickets und planen unseren zukünftigen Flugplan“, sagte Chef Erno Hilden. Zur Sicherung der Liquidität während des Chapter-11-Verfahrens hat sich die Airline nach eigenen Angaben eine neue Finanzierung von 350 Millionen Euro gesichert.