FAZ 19.05.2026
08:38 Uhr

Business-Ticker: Ifo: Jeder fünfte Selbstständige sieht wirtschaftliche Existenz gefährdet


Bund startet Uniper-Verkauf +++ Standard Chartered streicht 7000 Stellen – die KI soll übernehmen +++ Bundeswehr will bei Rheinmetall Lkw für eine Milliarde Euro bestellen +++  Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Ifo: Jeder fünfte Selbstständige sieht wirtschaftliche Existenz gefährdet

Anklage gegen Tengelmann-Chef Christian Haub erhobenDie Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen Tengelmann-Chef Christian Haub erhoben. Der Vorgang steht im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines Bruders Karl-Erivan Haub in den Schweizer Alpen. Ein Sprecher des Landgerichts Köln bestätigte den Eingang der Anklageschrift vom 13. April der Deutschen Presse-Agentur, ohne den Namen des Beschuldigten zu nennen. Zuvor hatte das „Manager Magazin“ berichtet.Christian Haub wird vorgeworfen, 2021 im Verschollenheitsverfahren um seinen Bruder – den früheren Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub – eine falsche Versicherung an Eides statt abgegeben zu haben. Mark Binz, der Anwalt von Christian Haub, äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu dem Vorgang. Eine Sprecherin von Tengelmann teilte mit: „Das ist eine private Angelegenheit von Herrn Haub, daher nehmen wir unternehmensseitig keine Stellung.“ Die Staatsanwaltschaft hatte 2024 wegen Anfangsverdachts ein Ermittlungsverfahren gegen Christian Haub eingeleitet. In der Strafanzeige war unter anderem vorgebracht worden, dass dem Beschuldigten – entgegen seinen Angaben – belastbare Hinweise darauf vorgelegen hätten, dass sein Bruder noch leben könnte. Christian Haubs Anwalt wies den Vorwurf unrichtiger Angaben damals zurück.Nach dem Verschwinden seines Bruders Karl-Erivan Haub hatte Christian Haub die alleinige Geschäftsführung des milliardenschweren Handelskonzerns übernommen, zu dem unter anderem der Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette Obi gehören. Karl-Erivan Haub, einer der reichsten Deutschen, war im April 2018 in Zermatt allein zu einer Skitour aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Die Familie geht davon aus, dass der damals 58-Jährige am Klein Matterhorn tödlich verunglückte. 2021 wurde er vom Kölner Amtsgericht für tot erklärt. Immer wieder kursieren seitdem aber Medienberichte mit Zweifeln am Tod des erfahrenen Skiläufers. Das Gericht hielt sie nicht für belegbar.Im laufenden Zwischenverfahren prüft das Gericht nun, ob ein hinreichender Tatverdacht besteht und die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird. Erst danach kann das Hauptverfahren eröffnet werden. Einen Zeitrahmen für die Entscheidung nannte der Gerichtssprecher nicht. 

Google und Blackstone planen offenbar KI-Cloud-Firma für fünf Milliarden DollarDie Alphabet-Tochter Google ​und der Finanzinvestor Blackstone planen einem ⁠Medienbericht zufolge die Gründung eines gemeinsamen Cloud-Unternehmens für Künstliche Intelligenz (KI). Blackstone werde ‌sich mit fünf Milliarden Dollar an dem noch namenlosen US-Projekt beteiligen ‌und die ‌Mehrheit halten, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf Insider. Eine ​offizielle Ankündigung ⁠werde in Kürze erwartet. Google solle die Hardware, darunter die ​als Tensor Processing Units (TPU) bekannten Spezialchips, ⁠sowie Software und ‌Dienstleistungen beisteuern. Geleitet werden soll das neue Unternehmen demnach von dem ⁠langjährigen Google-Manager ⁠Benjamin Treynor Sloss. Stellungnahmen der beiden ⁠Konzerne lagen ​zunächst nicht ⁠vor. 

Bund startet offenbar Verkauf von Energiekonzern UniperGut dreieinhalb Jahre nach der staatlichen Milliarden-Rettung des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper leitet die Bundesregierung laut Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ am Dienstag den weitgehenden Wiederverkauf des Unternehmens ein. Das Privatisierungskonzept des Finanzministeriums sehe vor, dass der Bund seine Beteiligung ab Ende 2026 von aktuell 99,1 Prozent auf 25 Prozent plus eine Aktie reduziert, berichtete die Zeitung.Der Börsenwert von Uniper liegt derzeit bei rund 18 Milliarden Euro. Diese Summe sei angesichts der sehr geringen Zahl gehandelter Anteilsscheine aber „mit Vorsicht zu genießen“, schreibt die „Süddeutsche“. So könnte der Aktienkurs in dem Moment, da der Bund größere Mengen zum Verkauf anbietet, deutlich sinken. Dennoch deuteten die derzeitigen Werte darauf hin, dass Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) mit mindestens hohen einstelligen Milliardeneinnahmen rechnen könnte. 

Standard Chartered streicht 7000 Stellen – KI soll übernehmenDie britische Großbank Standard Chartered will ​ihre Profitabilität mit einem umfassenden Stellenabbau steigern und hat ⁠dafür ein neues Renditeziel ausgegeben. Bis zum Jahr 2030 sollen mehr als 15 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen, was mehr als 7000 Jobs ‌entspricht, wie der Finanzdienst Reuters mitteilt. Die Eigenkapitalrendite (ROTE) solle im Gegenzug bis zum Jahr 2028 auf mehr als 15 Prozent und bis 2030 auf rund 18 Prozent ‌steigen, teilte ‌das auf Asien und Afrika fokussierte Institut am Dienstag mit.\"Es geht hierbei nicht um reine Kostensenkungen\", sagte Bankchef Bill Winters. Es gehe ​darum, einfache Arbeit durch ⁠Investitionen in Automatisierung und Künstliche Intelligenz (KI) zu ersetzen.

Hornbach gewinnt trotz gestiegener Kosten Marktanteile hinzu – Gewinn stabilDie Baumarktkette Hornbach hat ​sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 trotz eines schwierigen ⁠Konsumumfelds behauptet. Gestiegene Personal- und Betriebskosten hätten zwar das Ergebnis belastet, teilte der Konzern am Dienstag ‌mit. Hornbach habe aber Marktanteile in Deutschland und Europa hinzugewonnen und von einer verbesserten Handelsspanne profitiert. ‌So kletterte ‌der Umsatz um 3,8 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, während das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) mit 264,7 Millionen ​Euro nur leicht unter ⁠dem Vorjahreswert lag. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von ​2,40 Euro je Aktie erhalten.Für das laufende ⁠Geschäftsjahr 2026/27 rechnet ‌das Management mit einem Umsatz auf oder leicht über dem Niveau des Vorjahres und einem ⁠bereinigten Ebit ⁠in etwa auf Vorjahreshöhe. „Wir blicken zuversichtlich auf ⁠das ​laufende ⁠Geschäftsjahr 2026/27, auch wenn das ​Marktumfeld anspruchsvoll bleibt“, sagte der Vorstandschef ‌Albrecht Hornbach. 

Bundeswehr will bei Rheinmetall 2030 Lkw für eine Milliarde Euro bestellen Die Bundeswehr ​will beim Rüstungskonzern Rheinmetall 2030 Lastwagen für etwas über ⁠eine Milliarde Euro bestellen. Die Lieferung soll bis November 2026 abgeschlossen sein, wie aus einer Vorlage ‌des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag. Konkret sollen die ‌Transportfahrzeuge bei ‌der Rheinmetall-Tochter Rheinmetall MAN Military Vehicles geordert werden.Mit den Fahrzeugen sollen die Transportkapazitäten und die Mobilität der Truppe für ​die Landes- und ⁠Bündnisverteidigung gestärkt werden. Die Bestellung ist die vierte aus einem bestehenden Rahmenvertrag, der ​die Lieferung von insgesamt bis zu 6500 Fahrzeugen vorsieht. ⁠Bislang wurden ‌aus dem Vertrag knapp 1400 Fahrzeuge abgerufen. Die voraussichtlichen Nutzungskosten für die nun bestellten Lkw werden in ⁠dem Dokument über ⁠die kommenden 15 Jahre auf ebenfalls etwas über ⁠eine Milliarde ​Euro ⁠beziffert. Rheinmetall MAN Military ​Vehicles ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und ‌dem zum Volkswagen-Konzern gehörenden Lkw-Bauer MAN. 

Uber wird größter Aktionär von Delivery HeroDer US-Fahrdienst Uber hat sich zum größten Aktionär des ​Berliner Essenslieferdienstes Delivery Hero aufgeschwungen. Der mit „Uber Eats“ auch als Lieferdienst aktive US-Konzern ⁠hält nach eigenen Angaben vom Montag inzwischen 19,5 Prozent der Anteile an Delivery Hero. Darüberhinaus habe Uber über Optionen Zugriff auf weitere 5,6 Prozent der Anteile ‌und könne damit auf eine Sperrminorität kommen, teilte Delivery Hero ergänzend mit. Eine weitere Aufstockung auf 30 Prozent – was ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre ‌nach sich ziehen würde – ‌sei „derzeit“ aber nicht beabsichtigt, erklärte Uber in einer Pflichtmitteilung. Trotzdem sprang die Delivery-Hero-Aktie um 5,6 Prozent auf 31,15 Euro.Delivery Hero sieht die Investition von Uber als „weitere Bestätigung seiner ​Plattform und seiner Everyday-App-Strategie“, wie es in ⁠einer Mitteilung hieß. „Das Unternehmen konzentriert sich weiterhin auf seine Performance im operativen Geschäft sowie auf die Prüfung ​strategischer Optionen, um langfristigen Wert für alle Aktionäre zu schaffen.“ Erst Mitte April hatte Uber dem ⁠bisher größten ‌Aktionär des Berliner Unternehmens, dem niederländischen Finanzinvestor Prosus, ein Aktienpaket abgekauft und war damit auf 7,2 Prozent der Anteile gekommen. 

66 Milliarden Dollar KI-Deal im US-Strommarkt: Nextera schluckt DominionDer wachsende Strombedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) treibt die nächste Mega-Fusion in der US-Energiebranche ​an. Der US-Versorger Nextera Energy übernimmt den Rivalen Dominion Energy für 66,8 Milliarden Dollar und schafft damit den nach ⁠Börsenwert weltweit größten regulierten Stromversorger. Die Transaktion werde vollständig in Aktien abgewickelt, teilte der Konzern aus Florida am Montag mit. Nextera bietet 0,8138 eigene Aktien je Dominion-Papier. Das entspricht einem Wert von 75,97 Dollar pro Aktie und einem Aufschlag ‌von rund 23 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Die Dominion-Aktien legten im vorbörslichen US-Handel um knapp 15 Prozent zu, während Nextera-Papiere rund zwei Prozent verloren. Nach Abschluss der Übernahme sollen die bisherigen Nextera-Aktionäre 74,5 Prozent an dem ‌kombinierten Konzern halten, der weiterhin von NextEra-Chef ‌John Ketchum geführt werden soll.Mit Dominion sichert sich Nextera Zugang zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte der Branche. Der Versorger aus Virginia verfügt über vertraglich gesicherte Rechenzentrumskapazitäten von fast 51 Gigawatt. Zu den Kunden zählen Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta und weitere große Technologiekonzerne. Zum Netzgebiet ​von Dominion gehört auch die sogenannte „Data Center Alley“ im Norden ⁠Virginias – die weltweit größte Konzentration von Rechenzentren und einer der am schnellsten wachsenden Strommärkte der Welt.

Wechsel bei Ritter Sport: Firmengründer-Urenkel neue ChefsFührungswechsel beim Schokoladenhersteller Ritter Sport: Bei dem Unternehmen aus dem schwäbischen Waldenbuch bei Stuttgart haben zum 15. Mai Moritz Ritter und Tim Hoppe als Doppelspitze den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen, wie das Familienunternehmen mitteilte. Damit liegt die Verantwortung für das operative Geschäft des Unternehmens wieder bei Mitgliedern der Inhaberfamilie, denn die neuen Chefs sind die Urenkel der Unternehmensgründer Clara und Alfred Ritter.Andreas Ronken, der seit 2015 Chef des Schokoladenherstellers war, werde das Unternehmen verlassen, hieß es laut Mitteilung. Er habe den Konzern maßgeblich geprägt und wichtige Impulse für dessen Weiterentwicklung gesetzt, sagte Ritter laut Mitteilung. „Wir haben großen Respekt vor dieser Leistung in erfolgreichen wie in herausfordernden Zeiten und danken ihm für sein großes Engagement im Namen aller Gesellschafter“, sagte Hoppe laut Mitteilung.Aufgrund der herausfordernden wirtschaftlichen Situation habe Ritter Sport in den letzten Monaten ein Programm mit schmerzhaften Einschnitten auf den Weg gebracht, teilten die beiden neuen Chefs mit. „Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, selbst Verantwortung zu übernehmen, um gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitenden die notwendige Transformation abzuschließen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen“, so Ritter und Hoppe.Ritter Sport hatte Ende April mitgeteilt, dass nach einem Verlust im vergangenen Jahr etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen soll. Das sei der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Als Gründe nannte der Sprecher stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao. 

Commerzbank-Führung rät Aktionären von Unicredit-Angebot abVorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank raten den ​Aktionären der Bank, ihre Papiere nicht gegen Anteilsscheine der italienischen Unicredit ⁠einzutauschen. Unicredit biete den Aktionären keinen angemessenen Aufschlag auf den Aktienkurs und habe „keinen nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss ‌vorgelegt“, bekräftigte die Commerzbank am Montag ihre Ablehnung in der offiziellen Stellungnahme, die sie zu der vor knapp zwei Wochen ‌vorgelegten Offerte abgeben ‌muss. Beide Gremien seien der Überzeugung, dass die Commerzbank mit ihrer eigenen Strategie mehr Wert schaffen könne.„Was die Unicredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich ​als Restrukturierungsvorschlag, der massiv ⁠in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde“, sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp. Die strategischen Pläne von ​Unicredit seien vage. Aufsichtsratschef Jens Weidmann pflichtete Orlopp bei: „Die unausgereiften Vorstellungen der UniCredit ⁠bergen erhebliche Risiken ‌und gefährden die auf Vertrauen und Verlässlichkeit aufgebauten Kundenbeziehungen der Commerzbank ebenso wie die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Das Übernahmeangebot habe auch ⁠am Freitag ⁠mit rechnerisch 34,56 Euro unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie von 36,48 Euro gelegen. ⁠Der ​Mittelwert ⁠der Kursziele von Analysten liege ​sogar bei 41,50 Euro. Das Angebot orientiere sich ‌nur an der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgegenleistung und sei „ein opportunistischer Versuch, Kontrolle zu ​erwerben“. 

OMV nimmt den größten österreichischen Gasfund seit 40 Jahren in BetriebDer österreichische Energiekonzern OMV hat die ​Förderung bei seinem größten heimischen Gasfund seit vier Jahrzehnten gestartet. ⁠In der ersten Phase des Projekts Wittau in Niederösterreich sollen elf Terawattstunden Erdgas erschlossen werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. ‌Dies reiche aus, um etwa 100.000 Haushalte zehn Jahre lang zu versorgen. Die Lieferungen aus dem neuen Feld sollen ‌im Winter 2026/27 ‌zur Verfügung stehen. OMV investiert in diesen ersten Schritt rund 150 Millionen Euro.Bei einem vollständigen Ausbau des Feldes, das vor ​drei Jahren entdeckt worden war, könnte ⁠der Konzern seine Gasproduktion in Österreich verdoppeln. Die förderbaren Ressourcen belaufen sich laut OMV ​auf bis zu 48 Terawattstunden. Für die Erweiterung sehe das Unternehmen ⁠ein Investitionspotenzial von rund ‌500 Millionen Euro. 

US-Investor Elliot steigt offenbar bei Sartorius-Großaktionär Bio-Rad einDer US-Investor Elliott hat laut einem Medienbericht eine beachtliche Beteiligung an dem Sartorius-Großaktionär Bio-Rad Laboratories aufgebaut. Der aktivistische Investor wolle den Anbieter von Laborausrüstung und Diagnostikprodukten dazu drängen, etwas gegen seinen mauen Aktienkurs zu unternehmen, berichtet das „Wall Street Journal“ am Sonntagabend (Ortszeit) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.Elliott ist dem Bericht zufolge auch ein bedeutender Investor bei Sartorius. An dem deutschen Labor- und Pharmazulieferer ist Bio-Rad strategisch beteiligt, an den im MDax notierten Vorzugsaktien halten die Amerikaner derzeit rund 28 Prozent. Bei den Stammaktien kommen sie auf rund 38 Prozent. Bio-Rad hält damit an Sartorius auf Basis der Schlusskurse vom Freitag Anteile von insgesamt gut 4,1 Milliarden Euro (rund 4,8 Milliarden US-Dollar). 

Thyssenkrupp schließt Autozulieferwerk in den USADer Industriekonzern Thyssenkrupp steckt tief in einem Spar- und Restrukturierungsprogramm, von dem auch die Autozuliefersparte betroffen ist. Im Zuge dessen hat das Unternehmen am Montag bekanntgegeben, ein Werk in den USA mit 230 Mitarbeitern zu schließen. In Terre Haute im Bundesstaat Indiana produziert Thyssenkrupp Fahrgestelle. Dies solle künftig am Standort Hamilton in Ohio gebündelt werden, der ‌als Produktionsbasis weiterentwickelt und ‌personell gestärkt werden soll. „Ziel ist es, das Nordamerika-Geschäft unter veränderten Markt- und Kundenanforderungen langfristig wettbewerbsfähiger aufzustellen“, schreibt der Konzern in einer Mitteilung. „Die Automobilindustrie verändert sich tiefgreifend“, lässt sich Viktor Molnar, operativer Chef von Thyssenkrupp Automotive Technology zitieren. „Kundenanforderungen, Volumenentwicklungen und Kostenstrukturen erfordern schlankere, fokussiertere und leistungsfähigere Produktionsstrukturen.“ Die Schließung des Standorts in Indiana soll bis spätestens 31. März 2027 vollzogen sein, heißt es weiter. Nordamerika bleibe gleichwohl für Thyssenkrupps Autozuliefersparte „ein wichtiger Markt und Produktionsraum“.

Ryanair wagt trotz Milliardengewinn keine Gewinnprognose wegen IrankriegEuropas größter Billigflieger Ryanair rechnet wegen des Irankriegs mit deutlich steigenden Kosten im laufenden Geschäftsjahr. Kerosin, Personal und Flugzeugwartung dürften teurer zu Buche schlagen, teilte die irische Fluggesellschaft am Montag mit seiner Jahresbilanz in Dublin mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März erzielte Ryanair zwar einen überraschend hohen Milliardengewinn. Eine Prognose für das neue Geschäftsjahr wollte Konzernchef Michael O'Leary jedoch nicht nennen – obwohl die Gesellschaft ihre Treibstoffkosten schon zu 80 Prozent abgesichert hat.Es sei noch viel zu früh, um eine aussagekräftige Gewinnprognose abzugeben, erklärte O'Leary. Wie das Geschäftsjahr ausgehe, hänge stark von externen Entwicklungen ab, darunter die Eskalation der Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine, Risiken für die Kerosinversorgung und langanhaltende hohe Treibstoffpreise für den nicht abgesicherten Bedarf. O'Leary hofft, mit den nächsten Quartalszahlen im Juli eine klarere Einschätzung abgeben zu können.Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März steigerte Ryanair den Umsatz dank mehr Passagieren und höherer Ticketpreise um elf Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Der Überschuss stieg sogar um gut ein Drittel auf fast 2,2 Milliarden Euro. Wenn man eine verbuchte Strafzahlung in Italien herausrechnet, lag der Gewinn von 2,26 Milliarden immer noch höher als von Analysten im Schnitt erwartet. Ryanair wehrt sich weiterhin gegen die von Italiens Wettbewerbsbehörde verhängte Geldstrafe und hat nur ein Drittel der geforderten Summe als Sondereffekt verbucht.