FAZ 25.09.2026
14:53 Uhr

Bei Hofe: Seine Neffen William und Harry wollte Graf Spencer schützen


Charles Spencers Buch über Diana beschäftigt den Palast, Prinz Harry steht ohne Teleprompter da, und gleich zwei Königinnen nehmen an der UN-Generalversammlung in New York teil. Unser royaler Wochenrückblick.

Bei Hofe: Seine Neffen William und Harry wollte Graf Spencer schützen

Die beiden kennen sich seit mehr als 20 Jahren. Schon als Kronprinzessinnen wurden Mathilde von Belgien und Máxima der Niederlande zu Strippenzieherinnen bei den Vereinten Nationen. Jahr für Jahr reisen sie im September nach New York, um an den Generalversammlungen der UN teilzunehmen. Das hat sich auch nicht geändert, als die beiden 2013 kurz hintereinander Königinnen ihrer Länder wurden. Mathilde ist seit zehn Jahren eine offizielle Sonderbotschafterin (Advocate) der Vereinten Nationen für die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der sogenannten Agenda 2030. Zu den 17 Zielen, die bis Ende dieses Jahrzehnts erreicht werden sollen, zählen unter anderem: keine Armut, kein Hunger, Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige Bildung, Geschlechtergleichheit. Máxima ist schon seit 2009 Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für finanzielle Inklusion und Entwicklung (UNSGSA). In dieser Funktion setzt sie sich weltweit dafür ein, Finanzdienstleistungen für alle – einschließlich Geringverdiener und kleine und mittlere Unternehmen – zugänglich zu machen. Treffen unter anderen mit UN-Generalsekretär António Guterres Da die beiden weder Staatsoberhäupter noch Regierungschefinnen sind, bleibt ihnen zwar die ganz große Bühne versagt. Doch im Hintergrund haben Mathilde und Máxima eine Vielzahl von Terminen absolviert und auch bilaterale Treffen, unter anderen mit UN-Generalsekretär António Guterres, dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric Egger, dem Administrator des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, Alexander De Croo, sowie der UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. Mathilde fand sogar noch die Zeit, am Mahnmal für den 11. September einen Kranz niederzulegen – 25 Jahre nach den Anschlägen auf die Zwillingstürme des World Trade Center. Unter den Opfern befand sich auch ein Belgier. Auch Prinz Harry reiste diese Woche nach New York Am Mittwoch war auch Prinz Harry in New York. Er war nicht zur Generalversammlung der Vereinten Nationen gekommen, sondern um auf der Jahrestagung der Stiftung von Bill und Hillary Clinton über die Gefahren Künstlicher Intelligenz und die negativen Auswirkungen von sozialen Medien auf Kinder zu sprechen. Mitten während seiner Rede setzte der Teleprompter aus. Nach kurzer Zeit verließ er die Bühne und kam erst nach etwa 40 Minuten zurück, um seine Rede zu beenden. „KI hat sich in meine Rede eingemischt“, scherzte er. Es sei interessant zu sehen, was ihr am zweiten Teil der Rede nicht gefallen habe, fügte er hinzu und spielte damit auf seine Forderungen an, Regierungen sollten die Warnungen ernst nehmen, dass KI zunehmend autonom agiere und in andere Systeme eindringe. Harry reagierte angeblich gelassen auf Spencers Diana-Buch Weder Harry noch sein älterer Bruder William haben sich bisher öffentlich zu dem Enthüllungsbuch ihres Onkels Charles Spencer über ihre Mutter Diana geäußert. Nach Angaben des Autors stehe sein Neffe Harry der Biographie aber gelassen gegenüber. Demnach soll der Herzog von Sussex keine Einwände gegen eine Veröffentlichung von „Swan Song: Diana, meine Schwester“ gehabt haben. Spencer will Harry vorab informiert haben. Das Buch über Harrys und Williams 1997 verstorbene Mutter wird weithin als Abrechnung mit dem Königshaus und „der Presse“ gesehen, die Graf Spencer vor allem für den vorzeitigen Tod Dianas verantwortlich macht. Spencer hatte vorab gesagt, dass er die beiden Neffen schützen wolle, sein Buch geht auf die beiden auch kaum ein. Prinz Harry war im Sommer mit seiner Familie zu Besuch bei seinem Onkel auf dem Familiensitz der Spencers, Althorp House, wohl auch, um mit seiner Frau Meghan und den Kindern Archie und Lilibet das Grab der Mutter dort zu besuchen. Der Onkel schilderte nun das damalige Gespräch mit seinem Neffen folgendermaßen: „Er sagte: ‚Ich hoffe, es steht nichts Peinliches über mich darin.‘ Ich sagte: ‚Tut es nicht.‘“ „Schmerz geschwisterlicher Trauer kann die Vernunft vernebeln“ Besonders die Vorwürfe, König Charles III. habe sich nach Dianas Tod herablassend über sie geäußert, sorgten für Wirbel. Der Buckingham-Palast sah sich sogar veranlasst, darauf zu reagieren: Der König sei sich „bewusst, dass der Schmerz geschwisterlicher Trauer die Vernunft vernebeln, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung auf eine Weise färben kann, die andere nicht erkennen“. Spencer sagte dazu in einem Interview: „Ich respektiere die Institution der Krone, und ich weiß, dass die meisten Menschen in Großbritannien das tun, besonders die ältere Generation. Aber wenn ich dieses Buch schreibe, interessiert es mich nicht, wer die Leute im Hinblick auf ihren Status sind.“ Norwegen verabschiedet Prinzessin Astrid In Oslo fand genau zwei Wochen nach der Beerdigung von König Harald V. die Beisetzung seiner älteren Schwester, Prinzessin Astrid, statt. Sie hatte noch Abschied am Sarg ihres Bruders nehmen können und war zwei Tage später, am 11. September, im Alter von 94 Jahren gestorben. Noch gilt für die norwegische Königsfamilie die Trauerzeit für den alten König, sie endet am 9. Oktober. Die öffentliche Trauerfeier für die Tante des neuen Königs Haakon VIII. bildete insofern eine Ausnahme im Kalender der Königsfamilie. Haakon zählte am Mittwoch auch zu den Sargträgern. Die Trauerfeier fand nicht im Dom, sondern in der viel kleineren Ris-Kirche im Osloer Stadtteil Vestre Aker statt. Dort wurde Prinzessin Astrid anschließend auch auf dem Friedhof beigesetzt, an der Seite ihres Manns Johan Martiner Ferner, der 2015 gestorben war. Ihre fünf Kinder, Cathrine, Benedikte, Alexander, Elisabeth und Carl-Christian, hatten vorher auf die besondere Rolle ihrer Mutter in einem Brief hingewiesen, die „für Großvater König Olav und Onkel König Harald“ stets präsent, loyal und pflichtbewusst gewesen sei. Neben der Familie Ferner kamen auch Königin Mette-Marit und ihre Schwiegermutter, Königin Sonja, sowie Kronprinzessin Ingrid Alexandra. Aus Schweden reiste Kronprinzessin Victoria an, aus Belgien die Schwester von König Philippe, Prinzessin Astrid, mit ihrem Mann Lorenz von Habsburg-Lothringen. Nicht dabei war der Sohn des norwegischen Königspaars, Prinz Sverre Magnus, der Anfang der Woche sein Bachelorstudium im Bereich Business und Management in Lissabon aufnahm. Høiby war ebenfalls nicht dabei Und auch der älteste Sohn von Mette-Marit, Marius Borg Høiby, kam nicht zur Beerdigung. Er habe keinen Hafturlaub beantragt, damit er Gut Skaugum verlassen dürfe, hieß es vonseiten der Behörden. Auf dem königlichen Anwesen hält sich der Neunundzwanzigjährige nach seiner Verurteilung mit einer Fußfessel derzeit im Hausarrest auf. Und das wohl noch bis zum 9. Februar 2027: Dann beginnt sein Berufungsverfahren. Die Verhandlungsdauer ist auf 16 Tage angesetzt. Høiby war Mitte Juni vom Bezirksgericht Oslo wegen zweifacher Vergewaltigung, häuslicher Gewalt sowie weiteren Gewalttaten und Verstößen gegen eine einstweilige Verfügung zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen wurde er freigesprochen. Gegen Teile des Urteils hatte Høiby Berufung eingelegt. An der Beerdigung von König Harald V. hatte er noch auf Antrag teilnehmen dürfen. Und nicht nur das: Er zählte auch zu den Sargträgern. Wie in dieser Woche bekannt wurde, wohl auf besonderen Wunsch seines Stiefgroßvaters Harald V. Eine kleine Randnotiz war dann noch am Donnerstag, dass auch die letzte treue Wegbegleiterin der hochbetagten Prinzessin Astrid gestorben ist: ihre Chihuahua-Hündin Wilma. Die zwölfjährige Wilma war der Prinzessin, die schon länger im Rollstuhl saß, nicht von der Seite gewichen, meist lag sie eingerollt auf ihrem Schoß.