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26.07.2026
19:47 Uhr
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Mutmaßlicher CSD-Täter Abdul Ballout soll Polizisten angegriffen haben +++ Merz: Werden über Konsequenzen mit Entschlossenheit entscheiden +++ Mehrere Personen in Polizeigewahrsam +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Brandenburger Tor leuchtet in Regenbogenfarben nach Angriff Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist das Brandenburger Tor in den Regenbogenfarben angeleuchtet worden. Die Farben gelten als Symbol der queeren Szene und stehen für Vielfalt und Toleranz. Sie sind seit Sonnenuntergang an das Wahrzeichen in Berlins Mitte projiziert.
Dobrindt: Keine akute Gefahr nach Tod von CSD-Verdächtigem Nach dem Tod des Tatverdächtigen des mutmaßlich islamistischen Terroranschlag in Berlin geht Bundesinnenminister Alexander Dobrindt aktuell von keiner weiteren Gefahr aus. „Es gibt weitere Maßnahmen, aber wir gehen jetzt aktuell von keiner weiteren Gefährdung aus. Aber das ist alles immer eher eine Momentaufnahme“, sagte der CSU-Politiker im ARD-„Brennpunkt\".
Wegner wundert sich über Freilassung von Abdul B. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sich verwundert über den früheren Umgang der Berliner Justiz mit dem Tatverdächtigen für den Terroranschlag vom Samstag geäußert. „Er wurde verurteilt (...) nach Jugendstrafrecht“, sagte der CDU-Politiker am Abend in der RBB-\"Abendschau“. „Und dann wurde leider durch das Gericht eine Bewährungsstrafe ausgegeben. Und ich will das nicht bewerten, das ist die Unabhängigkeit der Justiz, aber mir fehlen da schon die Worte.“Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, man werde an diesem Punkt „genau hinschauen“ müssen. „Wir wissen ja, dass er eine Vielzahl von Straftaten begangen hat, dass er mit dem Terror sympathisiert hat, dass es auch eine Verurteilung gab, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde erhoben hat“, so der CSU-Politiker in der ARD. „Und in der Tat wird zurzeit sehr die Frage danach gestellt, wie kann eigentlich bei jemandem, den man als Gefährder identifiziert, eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch dem wird detailliert nachgegangen.“
Queerbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz: Angriff auf Vielfalt verletzt MenschenwürdeNach dem Anschlag auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin sieht der Queerbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Weihbischof Ludger Schepers, die Vielfalt in der Gesellschaft bis ins Mark erschüttert. „Wo Vielfalt angegriffen wird, ist die Menschenwürde verwundet“, sagte Schepers laut Mitteilung.Die unantastbare Würde des Menschen sei bei dem Attentat bis aufs Äußerste verwundet worden. „Jegliche Gewalt gegen Menschen widerspricht diesem Grundsatz und muss entschieden verurteilt werden“, so Schepers weiter. „Jeder Anschlag, der Menschen auseinanderreißen will, erinnert uns daran, diese, unsere Vielfalt umso entschlossener zu bewahren.“Als Queerbeauftragter der DBK trete er weiterhin für eine zugewandte Gemeinschaft und ein tolerantes Miteinander unter den Menschen ein. In seinen Gedanken und Gebeten sei er bei den Opfern und verletzten Menschen.
Wegner erleichtert über FahndungserfolgBerlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sich erleichtert darüber gezeigt, dass der Tatverdächtige des mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) gestellt wurde. „Dass die Berliner Polizei innerhalb von 24 Stunden den Tatverdächtigen hat, ist ein großer Erfolg der Ermittlungsbehörden“, sagte der CDU-Politiker am Abend im RBB. „Und da bin ich sehr dankbar.\"
Steinmeier: Angriff auf unsere offene GesellschaftBundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich erschüttert über den mutmaßlichen Anschlag am Rande des CSD geäußert. „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben“, sagte er in Hamm, wo er an einem Tempelfest der Hinduistischen Gemeinde in Deutschland teilnahm. Er sei „erschüttert und entsetzt über den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin, bei dem Hunderttausende Menschen aus aller Welt friedlich und fröhlich feiern wollten, ein Zeichen setzen wollten für Toleranz und Vielfalt, für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben.“
Merz besucht Tatort im TiergartenBundeskanzler Friedrich Merz hat den Tatort des Anschlags am Rande des Berliner CSD besucht. Der CDU-Politiker machte sich nach einer Gedenk-Andacht auf den Weg zu der Stelle im Tiergarten und legte Blumen ab. Unter anderem mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hielt er kurz inne und gedachte der Opfer.
Prominente äußern Entsetzen und rufen zu Zusammenhalt auf Nach dem tödlichen Angriff am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) haben sich viele Prominente entsetzt geäußert – aber auch kämpferisch. Sängerin Sarah Connor, die auf der Abschlusskundgebung am Samstag am Brandenburger Tor aufgetreten war, drückte den Betroffenen und Angehörigen ihr Beileid aus. „Ekelhaft und sinnlos diese Tat!“, erklärte sie bei Instagram, betonte aber: „Ich würde jederzeit wieder auftreten und ich hoffe, wir machen das im nächsten Jahr wieder genauso!!!! Noch lauter, noch bunter!“
CSD-Veranstalter: Anschlag nicht instrumentalisierenDie Veranstalter des Christopher Street Day (CSD) in Berlin haben nach dem Terroranschlag am Rande der großen Abschlussparty vor vorschnellen Urteilen und Wertungen gewarnt. „Wir wollen nicht, dass diese Tat für politische Zwecke instrumentalisiert wird oder Menschen unter Generalverdacht gestellt werden“, sagte ein Sprecher vor Journalisten in Berlin. „Hinter solcher Gewalt steckt der Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Das werden wir als Berliner CSD nicht zulassen.“Nötig seien jetzt Besonnenheit und Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen, so der Sprecher. „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, sondern warten die laufenden Ermittlungen der Polizei ab.“ Klar sei, dass der Berliner CSD-Verein jede Form von Gewalt ablehne. „Religiöse Ideologien oder rechte Ideologien verfolgen beide das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken.“ Der Berliner CSD stehe für Zusammenhalt, Respekt und Solidarität.
Wegner lobt Krisenmanagement nach mutmaßlichem AnschlagBerlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat das Krisenmanagement nach dem mutmaßlichen Anschlag gelobt. „Ich bin unserer Polizei, unserer Feuerwehr, den Hilfsorganisationen sehr dankbar, die sofort funktioniert haben“, sagte der CDU-Politiker nach einer Sondersitzung des Berliner Senats.Dankbar sei er aber auch den Veranstaltern des CSD. „Dass das so reibungslos gelaufen ist, dass keine Panik ausgebrochen ist, dass nicht noch Schlimmeres passiert ist, liegt auch an der guten Zusammenarbeit der Berliner Polizei mit dem CSD-Verein.“„Wir werden in den nächsten Tagen besprechen, wie gegebenenfalls Sicherheitskonzepte noch besser funktionieren, wie bestimmte Abläufe noch besser funktionieren können“, fügte Wegner vor Journalisten hinzu. „Ich kann Ihnen aber sagen, aus meiner Erfahrung, die ich gestern Abend auch direkt vor Ort machen konnte, dass vieles sehr gut funktioniert hat.“
Angriffsauto vom CSD verladenDie Polizei hat das Tatwerkzeug vom CSD-Angriff, einen weißen Van, verladen. Das Fahrzeug werde abtransportiert, sagte ein Sprecher der Polizei. Auf einem sogenannten Sicherstellungsgelände würden dann Ermittler intensiv nach Spuren suchen. Mit dem Fahrzeug soll ein 21 Jahre alter Mann am Samstagabend in eine Menschenmenge am Rande des Berliner CSD gefahren sein.
Imamin Ates bei Andacht: Wer im Namen Gottes Hass predigt, missbraucht den GlaubenNach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag im Umfeld des Berliner Christopher Street Days ist mit einer Andacht der Opfer und ihrer Angehörigen gedacht worden. An der Feier in der evangelischen Marienkirche nahmen am Sonntagnachmittag auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und weitere Mitglieder der Bundesregierung teil, darunter Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Justizministerin Stefanie Hubig (SPD).Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und weitere Landespolitiker, Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel und die muslimische Imamin Seyran Ates waren zu dem Gottesdienst gekommen. Ates betonte, wer im Namen Gottes Hass auf Menschen predige, weil sie lieben, missbrauche den Glauben. Der Anschlag habe nicht nur einzelnen Menschen gegolten, sondern auch der Freiheit, der Liebe und der Demokratie.
Polizei hat mehrere Personen in Gewahrsam genommenDie Polizei hat nach dem Angriff am Rande des Christopher Street Day in Berlin mehrere Menschen in Gewahrsam genommen. Von Tatverdächtigen sprach Polizei-Sprecher Florian Nath dabei aber nicht. Er sagte zugleich auch: „Wir haben immer noch die Ermittlungshypothese, dass es nicht nur ein Tatverdächtiger sein könnte.“Der Sprecher weiter: „Wir haben mehrere Personen, die wir natürlich im Zusammenhang mit dieser ganzen Tat befragt haben, die wir auch teilweise im Gewahrsam hatten, die wir im Gewahrsam haben“, sagte er. „Wir müssen diesen Personen aber konkrete Tatverdachtsmomente zuordnen. Wenn wir das nicht können, dann sind diese Personen nach Ablauf von 48 Stunden zu entlassen.“In dem betroffenen Bereich im Tiergarten war die Polizei am Nachmittag weiter mit der Tatortarbeit befasst. Derzeit werde das Fahrzeug, das zu dem Angriff genutzt wurde, von einem Unfallgutachter akribisch untersucht, sagte Polizei-Sprecher Nath am Nachmittag. Die Mordkommission habe hier sozusagen die Federführung der Ermittlungen. „Wir sind die ganze Zeit dabei, Spuren zu analysieren und dann tatsächlich auch diese Spuren aneinanderzulegen, um nachher ein komplettes Tatbild, einen Tathergang rekonstruieren zu können und den dann auch gerichtsfest beweisen zu können“, sagte Nath. Bei dem Angriff scheine eine Hieb- oder Stichwaffe eingesetzt worden zu sein. „Das ist von Zeugen hier auch bestätigt worden. Das ist aber auch Bestandteil unserer Ermittlungen, jetzt genau zu verifizieren, was für eine Stich- oder Hiebwaffe ist hier eingesetzt worden, wie ist das Verletzungsmuster bei denjenigen, die hier die Opfer, die Geschädigten sind.“
Merz: „Wir sind mehr, wir sind stärker\"Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach dem Angriff am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) dazu aufgerufen, sich durch solche Taten nicht einschüchtern zu lassen. „Diese Taten haben nur einen Zweck: Sie wollen unsere Gesellschaft spalten, sie wollen uns das Wichtigste nehmen, was wir haben, nämlich unsere Offenheit und unsere Freiheit“, sagte der CDU-Politiker in Berlin kurz vor einem Gedenkgottesdienst. „Ich möchte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des CSD hier in Berlin und in ganz Deutschland zurufen: Lassen Sie sich, lassen wir uns nicht einschüchtern.“Auch er sprach von einem islamistischen Anschlag. Man werde nicht zulassen, dass „dieses Gift des Terrorismus und dieses Gift gegen unsere Freiheit“ weiter um sich greife. „Wir werden die Freiheit unserer Gesellschaft verteidigen. Darauf können sich alle verlassen“, betonte der Kanzler. „Wir sind mehr, wir sind stärker und wir halten in unserem Land zusammen.“ Das sei das Wichtigste in einer so schweren Stunde.Merz kündigte Konsequenzen an. „Diese Straftäter, diese Extremisten haben in der Mitte unserer Gesellschaft keinen Platz“, sagte er weiter. „Wir werden über Konsequenzen nachdenken und mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit entscheiden“, fügte Merz hinzu.