FAZ 09.08.2026
09:53 Uhr

(+) Wirtschaftsgeschichte: Der Wohlstand der Deutschen ist trügerisch


Sie begann mit dem Fall der Mauer mitsamt des Traums vom Ende der Geschichte. Es folgten Anfälle von „German Angst“ und ein geopolitischer Blindflug. Ein Wirtschaftshistoriker zieht eine Bilanz der „Berliner Republik“.

(+) Wirtschaftsgeschichte: Der Wohlstand der Deutschen ist trügerisch

Der Göttinger Wirtschaftshistoriker Hartmut Berghoff hat mit „Trügerischer Wohlstand“ eine material- und detailreiche Wirtschaftsgeschichte der ersten drei Jahrzehnte der Berliner Republik vorgelegt. Er widerspricht einer zu pessimistischen Betrachtung der Jahre 1990 bis 2020. Die „Strategie, einfach herzustellende Vor- und Endprodukte zu importieren und sich in Deutschland auf anspruchsvolle Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung zu konzentrieren“, habe den traditionell starken Industriezweigen wie dem Fahrzeug- und Maschinenbau sowie der Elektro- und Chemieindustrie goldene Zeiten beschert. Zudem profitierte Deutschland in dieser Zeit „in besonderer Weise vom europäischen Binnenmarkt, von der Globalisierung und vom Ende des Kalten Krieges“.

Kurz nach der Wende kaufte eine junge Berlinerin eine heruntergekommene Jugendstilvilla im Spreewald. Haus und Garten verhalf sie mit Feingefühl für Vergangenes, viel Liebe und Einfallsreichtum zu neuem Glanz.

Die Metropole erlebt einen Touristenansturm wie noch nie. Bürgermeister Gaetano Manfredi sieht das als Anerkennung. Doch die Wirtschaft vermisst eine nachhaltige Strategie – und will weniger „Pizza-Tourismus“.

Warum menschenähnliche Roboter auf der Erde wirtschaftlich interessant werden. Und für die Raumfahrt womöglich unverzichtbar sind.

Herausgeber.

Schlagworte: