Ein paar Körner, ab und zu mal einen Regenwurm, und an Festtagen ein wenig frisch gemähter Rasen – ein Huhn braucht nicht viel zum Leben. Und es macht daraus eine Menge, in erster Linie zartes Fleisch und natürlich jeden Tag ein Ei, und sonntags auch mal zwei. In der Nahrungskette befindet sich das Huhn irgendwo mittendrin, es fällt nicht groß auf, trägt aber in vielerlei Hinsicht eine Hauptlast für das nach Eiweiß süchtige Wesen auf zwei Beinen, das der Mensch ist. Das Huhn trägt diese Last im Kollektiv, namentlich bekannt als Individuum wird kaum einmal eines. Das Huhn ist eben ein Nutztier, kein Haustier. Auch das Huhn, das im Mittelpunkt eines neuen Films steht, trägt keinen anderen Namen als den seiner Gattung: „Hen“ oder (auf Griechisch) „Kota“. Der deutsche Verleih hat wohl versucht, eine leicht philosophische Note hinzuzufügen: „Lebensansichten eines Huhns“.
