Kürzlich berichtete die F.A.Z. über ein Experiment des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, dessen Ergebnisse jahrzehntelang unter Verschluss gehalten wurden. Im Jahr 1950 befragten die Wissenschaftler des Instituts etwa 1600 westdeutsche Durchschnittsbürger nach ihren Ansichten zum Nationalsozialismus und zur Judenvernichtung. Sie ließen die Menschen frei erzählen. Dabei offenbarten viele der doch angeblich „entnazifizierten“ Deutschen eine dermaßen erschreckende Kontinuität rassistischer, antisemitischer und autoritärer Ansichten, dass Institutsdirektor Theodor Adorno entschied, das volle Ergebnis der Studie nicht zu veröffentlichen.
