FAZ 20.09.2026
22:32 Uhr

(+) Deutsch-Südwestafrika: Die Niederlagen der deutschen „Herrenmenschen“


Der Krieg gegen die Herero verlief keineswegs im Sinne der deutschen Militärs. Ihre Niederlagen, ihr Rassismus und ihr verletztes Ehrgefühl trugen zur Eskalation bei und führten zum Genozid, wie Matthias Häussler zeigt.

(+) Deutsch-Südwestafrika: Die Niederlagen der deutschen „Herrenmenschen“

In ihrer Laudatio zur Verleihung des Frankfurter Goethe-Preises an Uwe Timm erinnerte die Schriftstellerin Shida Bazyar daran, dass „Morenga“, der 1978 publizierte Roman des Preisträgers, mit „aufwendiger Recherchearbeit“ und „gewitzter Montagetechnik“ eine seinerzeit markante Leerstelle der deutschen Geschichtsschreibung beleuchtet habe: den Kolonialkrieg sowie den Völkermord an den Herero und Nama in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Zwar lagen, als „Morenga“ erschien, bereits substanzielle Studien von dem ostdeutschen Historiker Horst Drechsler und dem westdeutschen Historiker Helmut Bley aus den Sechzigerjahren zu dieser „Leerstelle“ vor, doch geriet das Thema bald wieder weitgehend in Vergessenheit. Daran vermochten letztlich weder Timms Roman noch der darauf basierende, einige Jahre später ausgestrahlte Fernsehdreiteiler etwas zu ändern.

Niemand schreibt über das Netz so wie er: Tony Tulathimutte entführt in „Fiasko“ in einen Online-Nihilismus. Seine Internetsprache ins Deutsche zu übersetzen, war eine Herausforderung.

Die 18. Ausgabe der Lyon-Biennale trägt den Titel „To pass from one dream to another“. Was nach Eskapismus klingt, ist genau das Gegenteil: Es geht um die aktuellen Fragen unserer Gegenwart und Zukunft.

Claudia Kampmann widmet sich Adolf von Harnacks Einfluss auf die theologische Berufungspolitik im wilhelminischen Kaiserreich. Die begriffsscharfe Untersuchung bietet auch Neues zur preußischen Schulgeschichte.

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