Ist es die schiere Inkompetenz oder steckt ein sinisterer kulturpolitischer Plan dahinter? Noch immer gibt das Verhalten von Kulturstaatsminister Weimer vielen Betroffenen und Beobachtern Rätsel auf. Auch die jüngste Volte, der Formelkompromiss beim Deutschen Verlagspreis, kann nicht kaschieren, dass das Verhältnis zwischen Deutschlands oberstem Kulturpolitiker und seinen Schutzbefohlenen nachhaltig gestört ist. Anders als beim Buchhandlungspreis will Wolfram Weimer nun „grundsätzlich“ dem Juryvotum folgen, behält sich aber ausdrücklich die Letztentscheidung und im „absoluten Ausnahmefall“ auch den Rückgriff auf den Verfassungsschutz vor, wobei im „Streitfall“ ein neues, zusätzliches Beratungsgremium aus externen Fachleuten eingeschaltet wird. Weniger gegenseitiges Vertrauen geht wohl nicht.
