Dlf 11.10.2026
01:10 Uhr

US-Präsident - Trump: "Beilegung des Ukraine-Kriegs scheitert an Selenskyj, nicht an Putin"


US-Präsident Trump hat dem ukrainischen Staatschef Selenskyj vorgeworfen, dass eine Vereinbarung zur Beendigung des Ukraine-Kriegs an ihm scheitere und nicht am russischen Präsidenten Putin. Zuvor hatte Selenskyj die Vereinbarung der USA und Russlands über Diesel-Lieferungen kritisiert.

US-Präsident - Trump:
Trump behauptete vor Reportern auf dem Regierungsflughafen Joint Base Andrews, Russland würde gerne einen Deal abschließen, aber Selenskyj wolle das nicht. Trump forderte zudem Wahlen in der Ukraine, was wegen des Kriegsrechts jedoch derzeit ausgeschlossen ist. Auch warf er Selenskyj vor, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Knappheit an Diesel beigetragen zu haben.
Der US-Präsident steht wegen der im Zuge des Iran-Kriegs stark gestiegenen Spritpreise vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten unter Druck. Er einigte sich zuletzt mit Moskau auf den Ankauf großer Mengen an Diesel aus Russland . Im Gegenzug will Washington dafür bis 2027 Sanktionen gegen den Kauf von russischen Erdölprodukten aussetzen. Nach Kritik Selenskyjs an der Entscheidung forderte Trump am Samstag dessen Ablösung. Der ukrainische Außenminister Sybiha wies die Forderung umgehend zurück. Sybiha schrieb auf der Plattform X, Selenskyj genieße die Unterstützung des ukrainischen Volkes und dieses habe das Recht, selbst zu entscheiden.

Selenskyj: "Diesel-Vereinbarung ist Zeichen der offensichtlichen Schwäche der USA"

Selenskyj hatte die Vereinbarung zwischen den USA und Russland als Investition in die russische Kriegskasse bezeichnet. Selenskyj sprach von einem Zeichen der offensichtlichen Schwäche. Russland werde die Vereinigten Staaten noch weniger ernst nehmen. Selenskyj sagte mit Blick auf die jüngsten russischen Angriffe auf sein Land, Russland habe sich für die geplanten Dieselexporte bedankt, indem es fünf Gleitbomben auf Wohnhäuser in Saporischschja abgeworfen habe.

Bundesregierung hält an Sanktionen gegen Moskau fest

Als Reaktion auf Trumps Einigung mit Russland kündigten die Bundesregierung, die EU und Großbritannien an, an ihren Sanktionen festzuhalten. Regierungssprecher Kornelius sagte, man arbeite gemeinsam mit ⁠den ⁠europäischen Partnern an ⁠weiteren Strafmaßnahmen gegen Russland. Der Grünen-Europapolitiker Lagodinsky bezeichnete das Vorgehen der USA als Verrat. Die Vereinigten Staaten benötigten keinen Diesel. Es gehe Präsident Trump lediglich darum, vor den Midterm-Wahlen den Preis auf dem Weltmarkt zu stabilisieren, sagte Lagodinsky im Deutschlandfunk .

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Diese Nachricht wurde am 11.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.