Einsatzkräfte suchten nach möglicherweise verschütteten Menschen. Die Regierung rief inzwischen den Notstand aus. Der Schulunterricht werde ausgesetzt, der Zugverkehr unterbrochen und der Betrieb am Flughafen eingestellt.
Das Epizentrum lag etwa 160 Kilometer westlich der Hauptstadt. Näher gelegen befinden sich weitere Städte. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke der Erschütterungen mit 7,2 und 7,5 an. Das Beben war auch in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá zu spüren, die rund 1.000 Kilometer Luftlinie vom Epizentrum entfernt liegt.
Die geschäftsführende Präsidentin Venezuelas, Rodríguez, richtete sich mit einer Ansprache an die Nation. Demnach hätten die Erdbeben in mehreren Bundesstaaten Schäden verursacht. Angaben zur Zahl beschädigter Häuser und Gebäude sowie zu Verletzten oder Todesopfern machte sie jedoch nicht.
Rodríguez: "Wir rufen unsere Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren"
Die Interimspräsidentin rief den Notstand aus und teilte mit, Metro- und Erdgasdienste in Caracas seien eingestellt worden. Außerdem forderte sie die Bevölkerung auf, Schäden über eine Regierungs-App zu melden.
Zudem habe man einen der wichtigsten Flughafen des Landes, den internationalen Flughafen Simón Bolívar, wegen schwerer Beschädigungen schließen müssen, sagte Rodríguez. Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen des Landes seien aufgefordert, sich in den Krankenhäusern zu melden, um verletzte Menschen zu versorgen. Das Bildungsministerium teilte am späten Mittwoch mit, dass einige Schulen als Notunterkünfte und Spendenzentren genutzt werden sollen.
Zahlreiche Staaten boten schnelle Hilfe an, darunter El Salvador, die Dominikanische Republik, Brasilien und die USA. Das US-Außenministerium richtete nach eigenen Angaben einen Krisenstab ein, um in Absprache mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu schicken.
Diese Nachricht wurde am 25.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
