Dlf 24.09.2026
02:22 Uhr

Staatsbesuch - Chinas Präsident Xi wirbt in den USA für Partnerschaft statt Rivalität


Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in den USA eingetroffen. US-Präsident Trump empfing Xi auf einem Militärflughafen in der Nähe von Washington. Thematisch dürfte es bei den Gesprächen um die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz gehen.

Staatsbesuch - Chinas Präsident Xi wirbt in den USA für Partnerschaft statt Rivalität
Heute Abend ist in Washington unter anderem ein Staatsbankett geplant, bei dem die beiden Staatschefs Ansprachen halten wollen. Nach Angaben eines hochrangigen Regierungsbeamten werden auch Repräsentanten von großen US-Technologie-Unternehmen zu dem Bankett erwartet, darunter Tesla-Chef Musk, Amazon-Gründer Bezos sowie Apple-Chef Cook. Es ist der erste Besuch von Xi und seiner Ehefrau Peng Liyuan in Washington seit mehr als einem Jahrzehnt. Die US-Regierung spricht von einem "Meilenstein in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern".
Xi sprach sich für ein partnerschaftliches Verhältnis mit den USA aus. In einer Erklärung anlässlich seiner Ankunft in den USA schrieb Xi, China und die USA sollten "Partner, keine Rivalen" sein. Die Verwirklichung der großen Erneuerung der chinesischen Nation und Trumps Ziel, Amerika wieder groß zu machen, könnten Hand in Hand gehen.

Fast alles an "symbolischer Wertschätzung" aufgeboten

ARD-Hörfunkkorrespondent Ralf Borchard sagte im Deutschlandfunk , schon die Ankunft des chinesischen Präsidenten habe gezeigt, wie ernst Trump den Besuch nehme. Die persönliche Begrüßung auf dem Rollfeld sei ungewöhnlich. Normalerweise begrüße der Präsident seine Gäste bei deren Eintreffen im Weißen Haus. Auch sonst sei für Xi fast alles aufgeboten worden, was an symbolischer Wertschätzung möglich sei, bis hin zu dem Staatsbankett mit den Tech-Bossen aus dem Silicon Valley.

Viele heikle Themen auf der Agenda

Bei den politischen Gesprächen zwischen Xi und Trump dürfte es um die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die Anspannungen zwischen China und Taiwan gehen. Thematisiert wird Beobachtern zufolge auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz angesichts alarmierender Meldungen aus der Branche. Die US-Korrespondentin des Deutschlandfunks, Anne Raith, betonte, in ersten Gesprächen von Regierungsvertretern sei ein Dialog zu Sicherheitsfragen von KI bereits ausgelotet worden . Für weitergehende Regulierungen fehlten allerdings Wille und Vertrauen beider Länder. Die USA und China seien wirtschaftlich und technologisch harte Konkurrenten, so Raith.
Ein weiteres Thema der Gespräche ist der Zoll- und Handelsstreit zwischen den USA und China. US-Finanzminister Bessent kündigte zu Beginn von Xis Besuch an, dass die Sonderzölle für Waren aus China bis Mitte Januar und damit für zwei weitere Monate ausgesetzt werden.

Weiterführende Informationen

KI-Wettlauf, Zölle und Taiwan: Xi bei Trump in Washington
Diese Nachricht wurde am 24.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.