Dieser Vorschlag kommt von vielen Politikern aus der SPD. Sie nennen stets das Beispiel Luxemburg - dort legt das Wirtschaftsministerium auf Basis der Preisentwicklung auf den internationalen Märkten verbindliche Höchstpreise für Benzin, Diesel und Heizöl fest. Steigen die Einkaufskosten oder fallen sie, werden auch diese Höchstpreise im Land angepasst.
Senkung der Stromsteuer
Grünen-Fraktionsvize Audretsch schlägt eine Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß vor. "Das ist eine Milliarde Euro Entlastung", die direkt bei den Menschen im Geldbeutel ankomme, sagte er RTL und ntv. Die Stromsteuer beträgt 2,05 Cent je Kilowattstunde, laut Bundesfinanzministerium sind das weniger als sieben Prozent des durchschnittlichen Haushaltsstrompreises. Die Einnahmen 2025 lagen bei 5,9 Milliarden Euro. Eine niedrigere Stromsteuer würde zugleich auch Technologien wie E-Autos und Wärmepumpen fördern.
"Das Absenken der Stromsteuer hilft demjenigen nicht, der an der Tankstelle steht", wies Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) den Vorschlag bereits zurück.
Mobilitätsgeld
Die Energieexpertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Kemfert, hält gezielte Entlastungen für besonders betroffene Haushalte etwa über ein Mobilitätsgeld für sinnvoll. Das Mobilitätsgeld soll laut DIW-Konzept als Entlastungsbetrag von der Steuerschuld abgezogen werden. Es entlastet also unabhängig vom individuellen Steuersatz alle Pendler mit dem gleichen Betrag pro Entfernungskilometer. Zudem wird ein Bonus für alle Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt. Ein Mobilitätsgeld würde laut DIW-Konzept die Pendlerpauschale ersetzen.
Direktzahlung
Als direkte Überweisung aus der Bundeskasse könnten Direktzahlungen Menschen entlasten. Bundeswirtschaftsministerin Reiche sprach sich für solche Zahlungen an Geringverdiener aus: "Dies wäre eine Möglichkeit, schnell zu entlasten, aber dies gezielt zu tun, nämlich bei jenen Einkommensgruppen, die wenig und gar keine Steuer haben", sagte sie RTL und ntv.
Für Auszahlungen aus der Bundeskasse an die Bürger bräuchte es eine gesetzliche Grundlage. Zudem sind nach Angaben der Bundesregierung zwar die technischen Voraussetzungen grundsätzlich geschaffen. Doch bei 69,9 Millionen Steuer-Identifikationsnummern fehlt noch die Verknüpfung mit einer Kontoverbindung. Es kann derzeit also nur ein kleiner Teil der Menschen mit Direktzahlungen erreicht werden.
Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe
Die AfD fordert eine dauerhafte Senkung der Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe. Die Energiesteuer für Gas, Benzin und Diesel soll auf das EU-Minimum gesenkt werden, die CO2-Steuer abgeschafft und die Mehrwertsteuer reduziert werden.
Übergewinnsteuer
Populär bei SPD und Linken ist die Übergewinnsteuer - die Abschöpfung von Sondergewinnen der Mineralölkonzerne. Ökonomen sind skeptisch, unter anderem kann eine Übergewinnsteuer die massiv gestiegenen Preise für Rohöl und verarbeitete Produkte wie Benzin und Diesel nicht ansatzweise ausgleichen. Ein gewichtiges Problem ist zudem, dass besagte Übergewinne schwer zu definieren sind.
Andere Entlastungen
Statt bei den Spritpreisen könnten die Verbraucher an anderer Stelle entlastet werden. So könnte das Neun-Euro-Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr wieder eingeführt werden. Sozialpolitiker fordern eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.
Erhöhung nur noch einmal täglich
Beschlossen hat die Bundesregierung schon, dass Tankstellenbetreiber nur noch einmal am Tag, nämlich mittags, die Benzinpreise anheben dürfen, während Preissenkungen erlaubt bleiben. Zudem muss nicht mehr das Bundeskartellamt Preisabsprachen und anderes wettbewerbsschädigendes Verhalten nachweisen, sondern die Konzerne müssen Preisanhebungen selbst rechtfertigen.
Tankrabatt
Einen Tankrabatt, den die Regierung in den Monaten Mai und Juni gewährt hatte, wird es wohl nicht noch einmal geben. "Gemeinsam haben wir entschieden in der Koalition, dass dafür momentan die finanziellen Spielräume nicht da sind", sagte Reiche.
Diese Nachricht wurde am 16.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
