Dlf 02.10.2026
12:40 Uhr

Frankreich - Gewaltsame Schulproteste: Regierung lädt zu Gesprächen ein


Die französische Regierung hat wegen der gewaltsamen Schülerproteste die Akteure im Bildungswesen zu Gesprächen eingeladen. An dem Treffen sollen nach den Worten von Bildungsminister Geffray Schülervertreter, Elternverbände und Gewerkschafter teilnehmen.

Frankreich - Gewaltsame Schulproteste: Regierung lädt zu Gesprächen ein
Die Proteste dauern indes weiter an: Es kam erneut zu zahlreichen Gewaltakten: In Paris brannten die Eingangsbereiche von zwei Schulen. Im Großraum der Hauptstadt kam es an 55 Schulen zu gewaltsamen Ausschreitungen. In Lyon wurden an zehn Schulen unter anderem Böller gezündet und Mülltonnen in Brand gesteckt. Geffray zufolge bleiben auch heute rund 400 Gymnasien geschlossen.
Schon in den vergangenen Tagen hatte es vielerorts Ausschreitungen gegeben. Anlass für die Proteste sind die schlechten Zustände an den französischen Schulen mit maroder Infrastruktur und Personalmangel. Auch an Universitäten wird inzwischen demonstriert.

Appell: Kinder von gewaltsamen Aktionen abhalten

Geffray appellierte an die Eltern, ihre Kinder von gewaltsamen Aktionen und Blockaden abzuhalten. Der französische Justizminister Darmanin drohte, Eltern könnten für die durch ihre Kinder entstandenen Schäden finanziell herangezogen werden.

Regierung macht Mélenchon-Partei verantwortlich

Die französische Regierung bezichtigte die linkspopulistische Partei "La France Insoumise" mit ihrem Chef Mélenchon, zu den Protesten angestiftet zu haben. Darauf würden Geheimdiensterkenntnisse schließen lassen. Die Partei wies den Vorwurf zurück.
Diese Nachricht wurde am 02.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.