Von Hagens entwickelte in den 70er Jahren das Verfahren der Plastination. Dies machte biologische Präparate dauerhaft haltbar. Mit seinen "Körperwelten"-Ausstellungen machte er so das Innere des Menschen für Millionen Besucher sichtbar. Von Hagens sorgte mit seinem Verfahren weltweit für Aufsehen und immer wieder für heftige Debatten. Nach Angaben der Organisatoren erreichte "Körperwelten" seit 1995 etwa 57 Millionen Besucher in mehr als 40 Staaten. Vor allem zu Beginn gab es oft Vorwürfe. Mediziner sprachen von "pietätloser Erlebnisanatomie". Der Ethiker Franz Josef Wetz indes, der die Ausstellungsmacher berät, meinte, die anfängliche Kritik etwa an einer Verletzung der Totenruhe sei abgeebbt. - In der Ausstellung sind überwiegend echte menschliche Körper oder Körperteile in verschiedenen Posen zu sehen. 23.000 Personen sollen als Körperspender registriert sein.
Von Hagens wurde 1945 bei Posen (Poznan) im heutigen Polen als Gunther Liebchen geboren und nahm später den Namen seiner ersten Ehefrau an. Er begann 1965 in Jena ein Medizinstudium, geriet dann in politische Gefangenschaft der DDR und wurde von der Bundesrepublik freigekauft.
Diese Nachricht wurde am 27.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
